Martin Whitmarsh zeigt Interesse an der geplanten FIA-Rennserie Formel E

Formel 1 2012

— 04.09.2012

McLaren zeigt Interesse an neuer Formel E

Martin Whitmarsh bewertet die neue Formel E als interessantes Gebiet für die McLaren-Gruppe und erzählt, warum sein Sohn Elektroautos "unglaublich cool" findet



Die FIA hat vergangene Woche Investoren für die neue Elektromotoren-Rennserie Formel E bekannt gegeben, die 2014 mit Sprintrennen in Zentren großer Städte ausgetragen werden soll. Dabei handelt es sich keineswegs um eine neue Formel 1, wie vielerorts spekuliert wurde, sondern vielmehr um eine völlig eigenständige Meisterschaft, ähnlich wie die Formel 2 oder die Formel 3 - nur eben mit einem alternativen Antriebskonzept.

Martin Whitmarsh hält das von der FIA präsentierte Konzept aber für richtig und meldet Interesse an: "McLaren wäre froh darüber, in welcher Form auch immer involviert zu sein", erklärt der McLaren-Teamchef. "Wir ziehen das derzeit in Betracht. Wer weiß, vielleicht tauchen wir da auf?" Allerdings stellt er klar: "Nicht mit McLaren Racing (dem Rechtskörper hinter dem Formel-1-Team; Anm. d. Red.), sondern mit McLaren Applied Technologies."

McLaren-Technologie auch bei Olympia am Start

Dabei handelt es sich um jene Firma der McLaren-Gruppe, die in verschiedenen Tätigkeitsfeldern operiert und für London 2012 sogar das britische Olympiateam unterstützt hat. "Wir haben unsere Finger bei vielen WM-Titeln und Olympischen Medaillen im Spiel", sagt Whitmarsh. "E-Motoren, Steuereinheiten und so weiter sind ein Bereich, in dem wir ziemlich stark sind. In irgendeiner Form wären wir gerne involviert, aber wir müssen uns erst anschauen wie."

"Irgendwann" sei denkbar, sogar ein eigenes Formel-E-Team zu stellen, "aber im Moment steht die Technologie im Vordergrund." McLaren ist jedoch keineswegs das einzige Formel-1-Team, das die Vorgänge in der Formel E genau verfolgt, denn der FIA-Prototyp Formulec EF 01 wurde schon 2009 von Jules Bianchi und Alexandre Premat getestet und aerodynamisch im damaligen Brawn-Windkanal in Brackley (heute Mercedes) weiterentwickelt.

Trotzdem dämpft Whitmarsh die Erwartungen: "Es ist ein langer Weg, bis die Formel E das Königsformat des weltweiten Motorsports werden kann, aber wir haben ab 2014 wesentlich mehr elektrische Bestandteile in der Formel 1. Wir gehen in diese Richtung und sollten etwas wie die Formel E daher unterstützen. Die FIA hat einen Weg mit einer interessanten technischen Herausforderung vorgezeichnet. So etwas lieben wir."

Ein Elektroauto im Hause Whitmarsh

Dass fast geräuschlose Elektroautos die Zukunft sein könnten, ist ihm klar: "Ich bin vor einiger Zeit mit einem Elektroauto nach Hause gefahren. Die älteren Mitglieder meiner Familie waren unbeeindruckt, aber die jüngeren fanden es unglaublich cool. Wir machten gemeinsam eine Ausfahrt. Für die Benzinbrüder unter uns ist das eine gespenstische Erfahrung, aber ich war erstaunt, dass mein Sohn fand, das sei das Coolste überhaupt", erinnert sich der Brite.

"Es hat mich auf emotionaler Ebene nicht automatisch berührt, aber klar ist auch, dass wir nicht auf die alten Knacker wie uns schauen müssen, sondern in die Zukunft", lächelt der 54-Jährige. "Der Sport muss gesellschaftlich relevant werden, und wir werden wahrscheinlich immer leisere Autos bekommen. Schon bald werden einige sehr aufregende Dinge von McLaren kommen, die auf einige dieser Herausforderungen eingehen."

Fotoquelle: McLaren

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