Die Twitter-Affäre sorgt für Missstimmung zwischen Hamilton und Button

Formel 1 2012

— 04.09.2012

Button "enttäuscht" über Hamiltons Twitter-Fauxpas

Jenson Button zeigt sich "überrascht und enttäuscht" über die indiskreten Tweets von Lewis Hamilton - Martin Whitmarsh hofft auf Lerneffekt



Die Twitter-Affäre rund um Lewis Hamilton nach dem Qualifying in Spa-Francorchamps sorgt auch bei seinem Teamkollegen Jenson Button für Verstimmung. "Ich will so etwas nicht bei Twitter sehen", wird Button von der Tageszeitung 'The Guardian' zitiert. "Wir arbeiten so hart daran, dass Auto zu verbessern und solche Dinge geheim zu halten", so der 32-Jährige. Hamilton hatte nach der Niederlage im Qualifying, wo er Achter wurde, Button aber auf die Pole-Position fuhr, seinem Unmut über das soziale Netzwerk Twitter Luft gemacht.

Dort beschwerte sich Hamilton nicht nur darüber, dass er im Gegensatz zu Button mit dem alten Heckflügel fahren musste, der mehr Luftwiderstand hat, sondern veröffentlichte gleich auch noch zahlreiche Telemetrie-Daten, um seine Benachteiligung zu dokumentieren. Kurze Zeit später löschte er auf Anweisung des Teams die Nachrichten, doch diese hatten sich schon verbreitet. So hatte Williams-Fahrermentor Alex Wurz bereits scherzhaft geantwortet: "Kannst Du bitte auch die Rennstrategie und das Setup twittern. Vielen Dank."

Das Verhalten seines Teamkollegen sorgt bei Button für großes Unverständnis. "Es ging nicht nur um den Heckflügel, es war die gesamte Telemetrie des Qualifyings. Ich war sehr überrascht und enttäuscht." Button bezweifelt auch Hamiltons Argumentation, nach der der Heckflügel alleine den Unterschied ausgemacht habe.

"Das bisschen Zeitgewinn auf der Geraden ist für mich nicht wichtig. Das sollte er in den Kurven wieder aufholen, weil er mehr Abtrieb hat. Ich war im Qualifying aber acht Zehntelsekunden schneller." Das Gespräch mit Hamilton will Button jedoch nicht suchen: "Das ist jetzt erledigt. Ich sollte nicht auf Lewis sauer sein, es ist nichts Persönliches", so der 32-Jährige.

Teamchef Martin Whitmarsh, der Hamilton gemeinsam mit Sportdirektor Sam Michael nach dem Zwischenfall ins Gebet genommen hatte, hofft, dass sein Schützling seine Lektion gelernt hat: "Das war peinlich für Lewis, ich bin mir sicher, dass er daraus lernen wird", sagt der Brite im Gespräch mit 'Sky Sports'. Whitmarsh betonte jedoch, dass der Vorfall das Klima im Team nicht nachhaltig belasten wird. "Es hat keinen Keil zwischen ihn und das Team getrieben."

Der Brite stellte sich schützend vor seinen Fahrer. "Ich kenne Lewis, seit er elf Jahre alt ist. Er ist im Team aufgewachsen und stand schon früh in Blickfeld der öffentlichen Kritik. Einige Dinge hat er schon gelernt, einige muss er noch lernen. Er ist eine gefühlvolle Persönlichkeit, die gerade eine schwere Zeit durchmacht."

Wenige Tage vor dem Rennen in Belgien war eine Tante Hamiltons, zu der er ein enges Verhältnis hatte, an Krebs gestorben. Hamilton hatte in der Sommerpause seinen Urlaub unterbrochen und war ans Sterbebett seiner Tante geeilt. Vor dem Rennen in Monza nimmt der Brite an der Beisetzung teil. Whitmarsh hofft, dass sein Schützling dann wieder den Kopf frei hat. "Ich glaube, er wird zurückschlagen. Wir werden in Italien einen anderen Lewis Hamilton sehen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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