Mattia Binotto ist bei Ferrari für die Motorenentwicklung verantwortlich

Formel 1 2012

— 05.09.2012

Ferrari: Umstellung auf den V6 eine große Herausforderung

Ferrari-Motorenchef Mattia Binotto gibt Einblick in die Entwicklung des V6-Turbo in Maranello und kann ein mulmiges Gefühl nicht von der Hand weisen



Vor dem Hintergrund der Änderung des technischen Formel-1-Reglements für die Saison 2014 rauchen bei den Teams schon jetzt die Köpfe. Ab der übernächsten Saison sind statt der aktuellen V8-Saugmotoren dann V6-Aggregate mit Turbo vorgeschrieben. Ferrari ist neben Renault, Mercedes und eventuell Cosworth einer der Hersteller, die einen V6 an den Start bringen werden.

Ferrari-Motorenchef Mattia Binotto bezeichnet die Umstellung vom V8 auf den V6 als "die größte Herausforderung", denn gerade im Bereich der Motoren sei es schwierig, wenn sich zwei Projekte überschneiden. "Irgendwann kommt ein Punkt, an dem man alle Prüfstände für den V6 umrüsten muss. Dann kann man den V8 dort nicht mehr betreiben. Man muss für diese Umstellung den besten Zeitpunkt finden", sagt der Italiener und unterstreicht: "Man darf die aktuellen Triebwerke nicht ganz aus dem Blick verlieren. Irgendwann kommt jedoch der Zeitpunkt, wo man sich voll auf den neuen Motor konzentrieren muss."

Einer der Motorenprüfstände in Maranello ist bereits umgestellt worden. "Unser V6 rennt schon auf einem Prüfstand. Das bedeutet natürlich, dass wir eine Anlage nicht mehr für den aktuellen V8 nutzen können. So werden wir nun Schritt für Schritt immer mehr verlagern. Das ist in Sachen, Planung, Investment und Timing keine leichte Aufgabe", stellt der Motorenchef der Scuderia heraus.

Neben Ferrari wird auch bei Renault und Mercedes bereits am Motorenprogramm für 2014 gearbeitet. Auf Seiten von Cosworth hegt man trotz anderslautender Gerüchte den Wunsch, ebenfalls einen eigenen V6 an den Start zu bringen. "Es gab bereits erste Gespräche. Ende September werden wir genau wissen, wie es aussieht", hatte Cosworth-Generalmanager Kim Spearman zu Beginn dieser Woche verlauten lassen. Hingegen ist das PURE-Projekt von Craig Pollock massiv ins Stocken geraten. PURE wird mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Kreis der künftig in der Formel 1 engagierten Motorenhersteller herausfallen.

Ferrari im Zeitplan, aber mit Bedenken

Anders stellt sich die Situation bei Ferrari dar. "Wir liegen voll in unserem Zeitplan", versichert Binotto, merkt jedoch an: "Was das im Vergleich zur Konkurrenz bedeutet, weiß ich nicht. Es geht immer darum, nicht nur gut zu sein, sondern besser als die anderen. Wir sind auf einem guten Weg. Wir sind glücklich und lernen jeden Tag dazu. Wenn man aber sieht, dass es bis 2014 gar nicht mehr so lange hin ist, dann würden wir uns natürlich noch mehr Zeit wünschen."

Ganz wohl ist Binotto bei der Sache noch nicht, wie er gesteht: "Das ist irgendwie eine seltsame Phase. Man hat einen Motor entworfen, lässt ihn auf dem Prüfstand laufen und weiß eigentlich nie genau, wie weit einen dieses Projekt bringen wird. Wir arbeiten hart und tun wirklich alles, aber in der Formel 1 hast du immer irgendwie das Gefühl, dass es trotzdem noch nicht ausreicht. Man ist nie vollends zufrieden."

Die neuen Regeln bringen nicht nur bezüglich des Motors und des Motorumfelds Veränderungen mit sich, sondern sind viel weitreichender wie der Ferrari-Motorenchef betont: "Man darf davon ausgehen, dass die neuen Motoren auch Veränderungen bei der Aerodynamik mit sich bringen werden. Die neuen Aggregate sind bezüglich der Bauform ganz anders. Sie verlangen beispielsweise nach anderen Getriebedesigns." Derzeit ist man bei Ferrari noch nicht sicher, "ob wir hinsichtlich des Getriebes bei unserer aktuellen Konfiguration bleiben werden, es entwickelt sich alles weiter", so Binotto.

Fotoquelle: Ferrari

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