Fernando Alonsos Vorsprung in der WM schmolz zuletzt auf 24 Punkte

Formel 1 2012

— 06.09.2012

Schwierige Aufgaben für Ferrari beim Heimrennen

Für Fernando Alonso gilt es beim Ferrari-Heimrennen in Monza, wieder an Boden in der WM-Wertung zu gewinnen, für Felipe Massa um die Zukunft in der Formel 1



Die Saison 2012 geht in ihre entscheidende Phase. Sechs Piloten dürfen sich derzeit noch berechtigte Hoffnungen auf den Titelgewinn machen. Die wiedererstarkten McLaren von Jenson Button und Lewis Hamilton haben für viele die besten Chancen im Titelkampf, auch wenn die Fahrerwertung derzeit anderes vermuten lässt. Denn an der Spitze befindet sich nach wie vor Fernando Alonso. Allerdings hatte der Ferrari-Pilot beim vergangenen Grand Prix in Belgien eine Nullnummer zu verbuchen, weshalb die Konkurrenz entscheidend Boden auf den Spanier gutmachte.

Alonso wurde in Spa Opfer der Kollision von Romain Grosjean und Lewis Hamilton, in dessen Folge er ausfiel und sein Helm nur knapp von Grosjeans Lotus verfehlt wurde. Die Folgen waren für den Doppelweltmeister durchaus spürbar: "Nach dem Rennen hatte ich ein Schleudertrauma und auch ein paar Stunden später noch Nackenschmerzen", so Alonso. "Doch am Montagmorgen war wieder alles in Ordnung. Ich fühlte mich gut, war wieder bei hundert Prozent."

Was den WM-Kampf betrifft - Alonsos Vorsprung beträgt bei acht ausstehenden Rennen nur noch 24 Punkte - übt sich der 31-Jährige in Zurückhaltung. Zuletzt habe man mit dem F2012 sehr viel Zeit liegen gelassen: "Es wird nicht einfach, da wir bei den vergangenen Rennen nicht sehr schnell waren", so Alonso. "Sowohl in Ungarn als auch in Spa lagen wir acht Zehntelsekunden hinter der Pole. Das war vor fünf Tage, den Abstand werden wir in der Zeit nicht weggezaubert haben!"

Monza ist immer etwas Besonderes

Man müsse nun die Leistung des F2012-Boliden optimieren um dann hoffentlich wieder aufs Podium fahren zu können. Besonders bei Ferraris Heimrennen in Monza wäre das phänomenal, wie Alonso erklärt: "Monza ist für jeden Ferrari-Fahrer etwas Besonderes, weil man dort den Tifosi etwas für ihre Unterstützung von Donnerstag bis Sonntag zurückgeben möchte", so Alonso, der 2010 bereits für Ferrari in Monza gewann. "Am besten wäre natürlich ein Sieg. Da spielt die Weltmeisterschaftswertung auch keine Rolle, weil ein Sieg immer etwas Besonderes ist."

Dass Monza etwas ganz Besonderes ist, dem pflichtet übrigens auch Michael Schumacher bei, der zwischen 1996 und 2006 für Ferrari fuhr und insgesamt fünf Mal auf dem "Autodromo Nazionale di Monza" erfolgreich war. "Eine Traditionsstrecke ist natürlich mit den ganzen Erinnerungen verbunden", so der Deutsche, der heute in Diensten von Mercedes steht. "Da hast du eine ganz andere Emotionslage und einen ganz anderen Start ins Wochenende. Anders als in Buxtehude, wo du gerade ein oder zwei Jahre bist und eine Retortenstrecke hast, wo eben nicht diese ganzen Erfahrungen und Gefühle und Historie dabei ist. Hier in Monza ist schon einiges passiert. Das wissen wir alle. Diese Strecke hat einen ganz anderen Charakter. Das kann auch alles wieder durcheinander würfeln."

Durcheinander gewürfelt hat die WM in den letzten Rennen vor allem McLaren-Mercedes: Die Briten rollen mit ihrem britischen Fahrerduo Jenson Button und Lewis Hamilton, die die beiden vergangenen Rennen in Ungarn und Belgien gewannen, das Feld von hinten auf. "McLaren ist momentan sehr stark und wenn sie die kommenden drei oder vier Rennen gewinnen sollten, dann wäre unser Vorsprung dahin", schätzt Alonso die derzeitige Lage ein. "Wir müssen uns immer darauf konzentrieren, wer gerade Zweiter in der WM ist. Dieses Mal ist es Vettel, also muss ich vor ihm ins Ziel kommen." Um das zu schaffen müsse man bei den verbliebenen Rennen allerdings Fortschritte erzielen: "Ich bin optimistisch, dass uns das früher oder später gelingen wird", gibt sich der Mann aus Oviedo im Norden Spaniens optimistisch.

Massa will unbeirrt von Gerüchten gute Resultate einfahren

Für Alonsos Teamkollegen Felipe Massa ist das Ferrari-Heimrennen in Monza nicht minder von Bedeutung: Er fährt nach wie vor um einen Verbleib bei Ferrari, wenngleich die Chancen dafür angesichts sich hartnäckig haltender Gerüchte derzeit schlecht stehen. Laut Massa, der zuletzt in Spa mit Platz fünf Schadensbegrenzung für die Scuderia betrieb, käme es für ihn vor allem auf ein gutes Qualifying-Ergebnis an.

"Das Qualifying ist für uns sehr wichtig, da das Rennen durch eine gute Startposition einfacher wird", so der Brasilianer. "Für mich lief es diese Saison nicht sehr gut. Ich konzentriere mich deshalb auf das Qualifying, damit meine Rennen besser werden. Ich hatte damit gerechnet, in der WM besser dazustehen als jetzt, doch ich kann meine Bilanz noch vollständig aufbessern, wenn ich im Qualifying besser abschneide."

Indes vermeidet Massa es, konkrete Aussagen bezüglich seiner Zukunft in der Formel 1 zu tätigen. Jedoch sieht er offenbar noch eine minimale Chance, bei Ferrari zu bleiben: "Ich habe fürs nächste Jahr noch nichts unterschrieben, aber die Möglichkeit besteht durchaus. Ich muss einfach abwarten. Ich weiß nicht, wann die Entscheidung fallen wird."

Fotoquelle: xpbimages.com

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