Im Qualifying kämpfen die Red-Bull-Piloten derzeit mit stumpfen Waffen

Formel 1 2012

— 08.09.2012

Was läuft samstags bei den Bullen schief?

Im Vorjahr hatte Red Bull die Pole-Position im Abo gebucht, 2012 muss man bereits um den Einzug in Q3 kämpfen: Was bremst das Weltmeisterteam ein?



Abwechslung war an den Samstagen des Vorjahres meist ein Fremdwort. Sebastian Vettel fuhr mit seinem Red Bull größtenteils in dominanter Art und Weise zur Pole-Position und demütigte seine Gegner regelmäßig. In den Rennen sah es dann aber oft nicht ganz so eindeutig aus. Red Bull war in den Qualifyings deutlich stärker als in den Rennen. In diesem Jahr hat sich dieser Trend umgekehrt. Vettel und Teamkollege Mark Webber hatten 2012 nicht erst einmal Probleme, ihr Auto in den letzten Abschnitt zu bringen.

Doch woran liegt das? "Die Rundenzeiten - ganz einfach. Es fühlt sich gar nicht mal großartig anders an. Die anderen Teams sind eben an Samstagen einfach schneller als im Rennen, wir hingegen nicht", bilanziert Webber, der es in Monza nicht ins Q3 schaffte. "Das ist nicht so schön, aber schauen wir mal morgen. Vielleicht können wir die anderen schlagen. Im Verhältnis sehen wir dann bestimmt besser aus. Am Freitag waren wir besser dabei. Mit viel Benzin geht es. Wenn wir wenig Sprit dabei haben, dann wird es schwieriger."

Red Bull rätselt

"Es dann nur noch um ungefähr drei Zehntelsekunden. Im Qualifying sind wir derzeit eine Sekunde weg. Wir legen etwas zu, die anderen bauen dann im Verhältnis vielleicht drei oder vier Zehntelsekunden ab. Es sieht halt besser aus. Ich sage nicht, dass wir im Rennen absolut spitze sind, aber das zeigt doch eher, welche Leistungen wir bringen können", bemerkt der Australier.

In Monza kommt erschwerend hinzu, dass den Renault-Piloten wohl etwas Spitzenleistung fehlt. "Sebastian, Kimi und ich lagen in Q2 quasi alle gleichauf - es könnte also irgendwie schon so sein. Natürlich spielt Power hier eine Rolle. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass wir im vergangenen Jahr in Spa und in Monza dominiert haben", erinnert sich Webber. "Elf Monate später hat sich am Motor kaum etwas geändert. Der Mercedes-Motor sieht allerdings stark aus. Ich denke aber, dass das Auto und die Reifennutzung ebenso wichtige Faktoren sind."

Der Qualifying-Nachteil von Red Bull wirkt sich auf schnellen Kursen - wie Spa oder Monza - offensichtlich stärker aus als auf langsameren Strecken. Das bestätigt auch Webber: "Ja, offensichtlich. Wenn man sich die vergangenen beiden Qualifyings mal anschaut, dann waren wir nicht sonderlich stark. Was dabei auffällt ist die Tatsache, dass in beiden Fällen die gleichen Reifenmischungen zur Verfügung standen."

"Es kann daran liegen, am Abtrieb unseres Autos, am Motor. Man kann in vielen Bereichen auf die Suche nach den Ursachen gehen. In nur zwei Wochen sind wir an der nächsten Station, eine ganz andere Strecke. Die Frage nach Monza-spezifischen Dingen ist dann nicht mehr wichtig. Singapur ist eine ganz andere Geschichte, vielleicht sieht es dort ganz anders aus", rätselt der Formel-1-Routinier.

Umgkehrte Situation

Weltmeister Vettel hofft in Monza, dass man sich im Rennen deutlich steigern kann: "Unser Renntempo sollte etwas besser sein. Es ist schwierig, Prognosen abzugeben. Wir haben uns seit gestern verbessert. Unser bester Stint gestern war der Longrun. Wir sollten morgen in besserer Verfassung sein. Wir müssen abwarten, was die anderen machen und ob sie noch ein paar Veränderungen vorgenommen haben. An den Sieg dürfen wir aber nicht denken. Dazu reichte unser Tempo zu keinem Zeitpunkt an diesem Wochenende."

Red Bulls Qualifying-Probleme erinnern die Konkurrenz von McLaren an die Saison 2011. "Was Red Bull betrifft, so scheint sich die Situation bei ihnen im Vergleich zur vergangenen Saison umgekehrt zu haben. Waren sie 2011 auf eine schnelle Runde im Qualifying kaum zu schlagen, so bereitet ihnen dies im Moment augenscheinlich Probleme. Im Rennen sind sie dann aber doch meist zur Stelle wie man am vergangenen Wochenende in Spa wieder sehen konnte", analysiert der Technische Direktor Paddy Lowe.

Doch auch Spa-Sieger Jenson Button rätselt, warum Red Bull im Qualifying nicht in Schwung kommt: "Das war ja letzte Woche schon so. Wo standen sie? Auf den Plätzen sieben und elf, wenn ich mich nicht irre. Hier war es nicht viel anders. Warum, das weiß ich nicht. Die Samstage waren eigentlich immer eine ihrer Stärken."

"Sonntags ging es schon immer enger zu. Das scheint sich verändert zu haben. Wir müssen trotzdem vorsichtig sein und speziell im Rennen ein Auge auf sie haben. Vom fünften Platz aus hat Sebastian eine gute Chance, um den Sieg zu kämpfen. Weshalb ihre Leistung im Qualifying aber nicht mehr so gut ist, kann ich nicht sagen", so der Brite.

Fotoquelle: xpbimages.com

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