Michael Schumacher wechselte nach dem Debüt direkt zu Benetton

Formel 1 2012

— 10.09.2012

Schumacher: Erinnerungen an 1991

Der Routinier spricht über seinen ersten Formel-1-Test und die damaligen Hierarchien: "Man hat gespürt, dass es immer wieder Gegenwind gab"



Michael Schumachers Formel-1-Debüt liegt bereits mehr als 20 Jahre zurück. Am 25. August 1991 bestritt der Deutsche sein erstes Rennen in der Königsklasse. Kurz vorher testete er erstmals den Jordan 191. Vor diesem Erlebnis war Schumacher vor allem im Sportwagen-Bereich aktiv. Die Umstellung auf den Jordan gelang dem Kerpener sehr gut, wie die Geschichte zeigen sollte.

Doch vor den ersten Metern war sich der spätere Rekordweltmeister gar nicht so sicher: "Da gab es große Zweifel. Ich habe schon immer einen sehr großen Respekt vor Dingen gehabt und war auch immer zweckpessimistisch. Dennoch war ich im eigentlichen Moment dabei. Ich war dann motiviert und selbstbewusst genug, um es anzugehen. Ich kann mich noch an den ersten Test und die erste Runde erinnern", erklärt er der 'ARD'. "Ich dachte mir: 'Ups, das geht wohl in die Hose - das bekommst du nicht geregelt.'"

"Das war schon eine härtere Nummer. Ich kam aus dem Sportwagen-Bereich und hatte bereits den einen oder anderen Formel-3000-Test absolviert, aber die Formel 1 war noch einmal ein großer Schritt", bemerkt Schumacher. "Es war einfach viel schneller. Es war so viel schneller. Das ist wie, wenn man Altherren-Fußball spielt und dann in die erste Lige kommt."

Beim ersten entschlossenen Tritt aufs Gaspedal gab es einen Aha-Effekt: "Ich habe mich erschrocken", gesteht der Mercedes-Pilot. Erschrocken haben sich sicher auch die damaligen Kollegen. Newcomer Schumacher mischte die Szene vom ersten Rennen an kräftig auf: "Die Umstände damals waren anders. Es gab klare Hierarchien, die von den alten Fahrern diktiert wurden. Die alten Fahrer hätten schon gerne gehabt, dass man sich erst einmal einfügt und langsam aufwächst. Nach den ersten Metern habe ich dann festgestellt, dass es auch nur Menschen sind."

"Ich hatte Respekt vor ihnen, aber ich wollte auch gleichberechtigt sein", erinnert sich der 43-Jährige. "Man hat gespürt, dass es immer wieder Gegenwind gab. Es gab eine interessante Situation. Gerhard hatte einen Plattfuß, fuhr an der Seite und konnte nicht mehr schnell fahren. Ich wollte überholen und er schnitt mir den Weg ab. Ich musste voll in die Eisen gehen."

"Das war so eine Aktion, nach dem Motto 'Kollege überleg dir gut, wen du wie und wann überholst'. Jahre später sind wir zusammen von Monza mit dem gleichen Auto nach Hause gefahren. Da hatte ich schon meine erste Meisterschaft gewonnen, denke ich", berichtet Schumacher. "Wir hatten uns angefreundet und hatten ein offenes und ehrliches Gespräch gehabt. Er meinte: 'Damals waren wir der Meinung, wir müssten dir die Grenzen zeigen.'"

Die Konkurrenten wollten Schumachers Übereifrigkeit nicht dulden. "Natürlich war ich verbissen, natürlich war ich ehrgeizig und sehr zielstrebig. Aber ich war auch immer jemand, der immer gerecht sein wollte", erklärt er. "Ich bin sicher auch verantwortlich dafür, dass es heute klare Regeln gibt und man fair miteinander umgeht - egal, ob man das schnellste oder langsamste Auto fährt. Das ist egal. Man versucht jeden zu respektieren und ihm seine Freiheiten zu lassen."

Fotoquelle: Ford

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