Stefano Domenicali, Sergio Perez und Fernando Alonso: Ferrari-Team 2013?

Formel 1 2012

— 11.09.2012

Perez bringt Domenicali in Schwierigkeiten

Felipe Massa fährt endlich wieder wie eine ordentliche Nummer zwei, aber Sergio Perez klopft weiterhin an die Ferrari-Tür - Außenseiterchancen für Heikki Kovalainen?



Felipe Massa weiß selbst am allerbesten, dass er sich diese Saison nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Sein endgültiger Rauswurf schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, als Ferrari am 25. Juli die Option auf eine Verlängerung des bestehenden Vertrags verstreichen ließ, aber inzwischen sieht es so aus, als könnte der 31-jährige Brasilianer doch noch ein weiteres Jahr bleiben.

Ferrari stellte Massa die Rute ins Fenster, machte ihm klar, dass er in Spa-Francorchamps und Monza überzeugen muss, wenn er bleiben will. Und der Fahrer antwortete mit Leistung: Fünfter beim Belgien-, sogar Vierter beim Italien-Grand-Prix - und noch dazu ohne Murren, als er vom Team zwischen den Zeilen gebeten wurde, Teamkollege Fernando Alonso überholen zu lassen, der noch um den WM-Titel kämpft. Das kostete Massa seinen ersten Podestplatz seit Südkorea 2010.

Verbittert ist er deswegen nicht: "Wir wissen, wie wichtig das für das Team und Fernando ist und wo ich in der Weltmeisterschaft liege. Da sehe ich nichts Schlimmes daran, es so zu machen. Ich tue das aus gutem Willen heraus, um dem Team zu helfen", zeigt sich der WM-Zehnte kooperativ. Massa scheint also begriffen zu haben, dass seine Chancen auf einen neuen Vertrag dann am besten sind, wenn er sich als klare Nummer zwei fügt.

Kovalainen das "Dark Horse" im Ferrari-Rennen?

"Ich habe in zwei Wochen zwei gute Ergebnisse geholt. Das ist für die Zukunft sehr wichtig", atmet Massa vorerst auf. Aber noch ist die Sache nicht gegessen, denn während von deutschen Medien immer wieder Nico Hülkenberg und Adrian Sutil ("Ferrari sucht einen zuverlässigen zweiten Mann - das traue ich mir zu") mit Ferrari in Verbindung gebracht werden, glaubt der ehemalige Ferrari-Pilot Mika Salo, dass die Scuderia inzwischen nur noch mit zwei Piloten verhandelt: Massa und seinem Landsmann Heikki Kovalainen.

Massa hat seine Chancen in Monza sicher gesteigert: "Wir sind sehr stolz auf die Leistung von Felipe im Rennen, aber auch im Qualifying. Das war sehr gut", lobt Teamchef Stefano Domenicali. "Er ist ein großartiger und professioneller Fahrer, hinter dem ich persönlich stehe. Dieses Wochenende war seine Leistung so, wie wir uns das vorstellen, aber wir haben keinerlei Pläne, die Entscheidung zu beschleunigen. Wir reden miteinander."

Tifosi scheinen Perez zu akzeptieren

Auch mit Sergio Perez? Der Mexikaner im Sauber lieferte einmal mehr eine beeindruckende Leistung ab, überholte in der Schlussphase beide Ferrari-Piloten und stand als Zweiter ausgerechnet in Monza auf dem Podium. Die Tifosi jubelten bei Fernando Alonso natürlich am lautesten, aber während Sieger Lewis Hamilton sogar ausgebuht wurde, gab es für Perez zumindest einen Anstandsapplaus - ein Zeichen, dass man ihn als neuen Ferraristi akzeptieren würde?

Domenicali will das nicht überbewerten: "Er ist ein gutes Rennen gefahren, kein Zweifel, und ich gratuliere ihm. Es ist ihm gelungen, die Reifen zu schonen und einen längeren ersten Stint zu fahren. Danach hatte er neue Mediums. Das viele Gummi auf der Strecke hat ihm geholfen, ein bis eineinhalb Sekunden schneller zu fahren als die anderen. Er hat ziemlich schnell aufgeholt", analysiert der Italiener die Fahrt von Perez.

Aber die Frage ist: War das Duell gegen Massa auf der Strecke in Wahrheit schon das Duell alter gegen neuer Ferrari-Fahrer? "Das glaube ich nicht", schüttelt Peter Sauber im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' den Kopf, und Massa stimmt zu: "Ich auch nicht. Er ist gut gefahren, aber seine Reifen haben auch deutlich weniger abgebaut als unsere. Wenn er weiter vorne gestartet wäre, hätte er vielleicht gewinnen können, aber es war ein normaler Zweikampf."

Slim möchte Perez im Ferrari sehen

Perez würde zu Ferrari sehr wahrscheinlich einen zweistelligen Millionenbetrag von seinem Förderer Carlos Slim mitbringen, der sich schon lange wünscht, einen Landsmann im roten Renner zu sehen. Allerdings würde Slim wohl nur ungern für eine schon im Vorhinein chancenlose Nummer zwei bezahlen, was wiederum dem Alonso-Camp um den einflussreichen Santander-Mäzen Emilio Botin nicht passen könnte.

Und Christian Danner rät Perez sowieso, bei Sauber zu bleiben: "Fernando Alonso ist sowas von unfassbar gut und schwer zu schlagen im gleichen Auto. Da wird sich Sergio Perez schwer tun. Die Frage ist: Will sich Perez das antun? Für Ferrari wäre es schön - die hätten einen netten jungen Mann, der sicherlich ein sehr talentierter Fahrer ist. Aber der wird gefrühstückt vom Alonso, Entschuldigung! Er soll mal schön bei Sauber weiterfahren", so der Formel-1-Experte bei 'ServusTV'.

Perez ist heute übrigens in der Ferrari-Fabrik in Maranello zu Gast. Vertragsverhandlungen stehen dabei (zumindest offiziell) nicht auf dem Programm. Vielmehr handle es sich um einen lange geplanten Besuch der Gestione Sportiva, der Teil des Ausbildungsprogramms von Perez als Mitglied der Ferrari-Akademie ist.

Fotoquelle: xpbimages.com

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