Ist Mercedes tatsächlich hinter McLaren-Pilot Lewis Hamilton her?

Formel 1 2012

— 11.09.2012

Horner & Danner: "Silly Season" viel Lärm um nichts

Während es in der Gerüchteküche heftig brodelt, glauben Christian Horner und Christian Danner, dass es für 2013 kaum Veränderungen geben wird



Sind die Gerüchte um einen Wechsel Lewis Hamiltons zu Mercedes bloß ein Versuch des Briten, sein Gehalt bei McLaren in die Höhe zu treiben? Oder ist tatsächlich etwas dran? Darüber spekuliert derzeit das gesamte Fahrerlager. Würde es wirklich zum Sensationstransfer kommen, dann hätte das eine Kettenreaktion zur Folge, schließlich würde plötzlich bei McLaren ein Topcockpit frei werden und Michael Schumachers Formel-1-Karriere wäre vermutlich endgültig besiegelt.

Fakt ist, dass sich in der Langzeitehe zwischen Hamilton und McLaren in der letzten Zeit Risse aufgetan haben. Die Twitter-Affäre, als Hamilton nach dem Qualifying in Spa-Francorchamps einen Telemetrieausdruck mit geheimen Daten ins Netz stellte, sorgte intern für großen Ärger. Auch seine Forderung, die Pokale in Zukunft nicht mehr beim Team abgeben zu müssen, stieß vor allem bei McLaren-Boss Ron Dennis auf wenig Gegenliebe, schließlich handelt es sich um eine alte Tradition des Teams aus Woking.

Danner rät Hamilton zu McLaren-Verbleib

Ex-Formel-1-Pilot Christian Danner ist gegenüber 'ServusTV' der Ansicht, dass es sich zwischen McLaren und Hamilton nicht in sportlichen Bereichen spießt, sondern andere Problemzonen vorliegen: "Bei der Hamilton-McLaren-Geschichte geht es um seine Stellung - wie er sich in der Welt der Society oder der Celebritys darstellen darf und welche Rechte er bekommt. Wenn Hamilton auf sein Rennfahrerherz hört, dann bleibt er am besten bei McLaren. Dann hat er die Chance, noch einmal Weltmeister zu werden. Punkt."

Doch Hamilton wünscht sich vor allem in Sachen Eigenvermarktung in Zukunft größere Freiheiten, aus diesem Grund hat er auch David Beckhams Manager Simon Fuller und dessen Managementimperium XIX Entertainment engagiert. Doch mit McLaren findet er sich diesbezüglich im restriktivsten Team der Formel 1 - vor einigen Jahren war es den Piloten nicht einmal gestattet, eigene Internet-Websites zu betreiben. Auch heute noch ist die Möglichkeit der Fahrer begrenzt, persönliche Sponsoren zu engagieren und ihnen einen Rahmen zu geben, um sich zu präsentieren.

Hat Hamilton in Monza bei Mercedes unterschrieben?

Einige Insider behaupten nun sogar, dass der Deal zwischen Mercedes und Hamilton bereits in Monza unterzeichnet wurde, doch das erscheint äußerst unwahrscheinlich. Dieser Tage ist es in der Formel 1 äußerst unüblich, dass Piloten bei Teams persönlich unterschreiben - und Hamiltons Manager Fuller weilte bis gestern bei den US-Open in Flushing Meadows, wo er dem ersten Tennis-Grand-Slam von Andy Murray beiwohnte.

Würde der Deal aber wirklich über die Bühne gehen, dann wäre McLaren in Not, schließlich gab Teamchef Martin Whitmarsh zu, keinen Plan B zu haben. Dem Team wird Interesse an Williams-Ersatzmann Valtteri Bottas nachgesagt, auch Paul di Resta wäre eine Option. Angenommen, der Schotte würde tatsächlich den Zuschlag erhalten, dann würde das Team mit zwei Piloten an den Start gehen, die von Richard Goddard gemanagt werden. Es darf aber angezweifelt werden, dass einer der beiden Piloten Hamilton auf Anhieb ersetzen kann.

Widersprüchliche Gerüchte um "Schumi"

Die Spekulationen im Fahrerlager sind derzeit allgemein äußerst widersprüchlich, denn während Eddie Jordan sicher ist, dass Schumacher seine Karriere beenden und für Hamilton Platz machen wird, gibt es auch Gerüchte, der Rekordweltmeister habe seinen Vertrag um weitere zwei Jahre bei Mercedes verlängert.

Sollte Schumacher aufhören und Hamilton bei McLaren bleiben, wäre auch hier Force-India-Pilot di Resta eine mögliche Variante. Danner glaubt aber nicht, dass Mercedes Schumacher durch den Schotten ersetzen könnte: "Leistet ein Paul di Resta bessere Arbeit als Schumacher? Ich würde jetzt sagen, wahrscheinlich nicht. In der Summe sicher nicht, weil di Resta ein Noname ist. In der Zukunft könnte er das aber sehr wohl werden. Kurzfristig glaube ich aber, dass 'Schumi' bleibt, und alles ist gut."

Horner und Danner glauben an wenig Veränderungen

Das einzige Topteam, das sich aus dem Transferpoker komplett heraushält, ist Red Bull. "Wir freuen uns sehr, dass wir bei diesem Transferkarussell nicht mitspielen müssen", zeigt sich Teamchef Christian Horner gegenüber 'ServusTV' entspannt. "Wir haben zwei Fahrer. Sebastian hat einen langfristigen Vertrag und fährt seit Kartzeiten für Red Bull. Mark Webber hat für nächstes Jahr verlängert, was auch sehr wichtig war für uns, denn es gab auch Interesse von anderen Teams. Mark hat sich aber entschieden, bei Red Bull zu bleiben, und das zeigt auch, dass er an das Team glaubt."

Die "Silly Season" verfolgt Horner aber aus sicherer Distanz: "Es ist interessant, sich diese Spielchen anzuschauen. Mal schauen, wer auf welchem Stuhl sein wird, wenn die Musik aufhört zu spielen. Wenn man Eddie Jordan glaubt, dann ist der Deal mit Hamilton schon klar. Wenn man Bernie glaubt, dann ist Schumacher schon in der Rente. Da wird immer viel geredet, aber wenn die Musik aufhört zu spielen, dann wird sich wahrscheinlich nicht viel ändern." Dieser Meinung ist übrigens auch Danner, dessen "Bauchgefühl" ihm sagt, "dass sich da gar nicht so viel rühren wird".

Fotoquelle: xpbimages.com

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