Alle Augen auf Mercedes gerichtet: Bei Silber wurde ein neues Heck getestet

Formel 1 2012

— 11.09.2012

Young-Driver-Test: Einige Neuerungen in Magny-Cours

Update: Neues bei Silber, Debüt bei Weiß-Orange und Bestzeit für Rot: Beim Young-Driver-Test in Magny-Cours wurden viele Proberunden abgespult



Dem Nachwuchs eine Chance geben: Unmittelbar nach dem Ende der Europa-Saison der Formel 1 reisten drei Teams ins französische Magny-Cours, um ihren Nachwuchspiloten eine Testgelegenheit zu verschaffen. Ferrari, Force India und Mercedes nutzen die Probefahrten auf der ehemaligen Grand-Prix-Rennstrecke aber auch dazu, neue Entwicklungen an ihren Autos zu testen und sich zu steigern.

Am auffälligsten unterwegs war dabei Mercedes, die mit Entwicklungspilot Sam Bird angereist waren. Der Brite spulte in einem umfangreich modifizierten Mercedes W03 satte 95 Runden ab und legte auf der 4,411 Kilometer langen Strecke über 400 Kilometer zurück. Mit einer persönlichen Bestzeit von 1:19.094 Minuten war Bird jedoch deutlich langsamer als Jules Bianchi im aktuellen Ferrari F2012.

Der Ferrari-Nachwuchsfahrer (87 Runden) benötigte nur 1:18.070 Minuten für seinen besten Versuch und nahm damit die Spitze des ersten Testtags ein. Auch er war mit Entwicklungsarbeiten betreut: Bei Ferrari wurde ein neuer Frontflügel ausprobiert, außerdem gab es weitere Aerodynamik-Bauteile zu testen. Völlig glatt lief es dabei jedoch nicht: Bianchi rollte am Nachmittag vorzeitig aus - die Technik.

Auch Luiz Razia im Force India VJM05 kam einmal nicht aus eigener Kraft zurück in die Boxengasse. Ein Dreher des jungen Brasilianers sorgte sogar dafür, dass die kleine Testgruppe durch rote Flaggen geschlossen in die Garagen zurückbeordert wurde. Razia, erstmals im VJM05, testete ebenfalls einen neuen Frontflügel und beschloss den Tag in 1:18.535 Minuten in der Mitte der Zeitentabelle.

Und obwohl Bird in Magny-Cours nur das Schlusslicht war, klingt er sehr zufrieden: "Wir hatten einen sehr produktiven ersten Testtag. Wir spulten unser gesamtes Programm ab", sagt der Mercedes-Entwicklungsfahrer und gesteht: "Es fühlte sich großartig an, wieder im Auto zu sitzen. Ich genoss jede Minute." Vorrang hat aber weniger die Freude am Fahren als die Arbeit am Rennwagen.

Dessen ist sich Bird bewusst. Er merkt an: "Wir haben viele Daten gesammelt, die wir uns am Abend noch einmal zu Gemüte führen werden. Ich freue mich schon jetzt auf einen weiteren guten Tag am Mittwoch. Magny-Cours kannte ich aus der Formel 3. Es war eine tolle Erfahrung, diesen Kurs in einem Formel-1-Fahrzeug zu befahren. Das Layout ist schön und gleichmäßig, aber auch fordernd."

Davon kann er sich am Mittwoch noch einmal selbst überzeugen. Auch Bianchi ist dann wieder mit von der Partie. Interessanterweise aber nicht bei Ferrari, sondern bei Force India, wo er 2012 als dritter Fahrer auch teilweise Freitagsfahrten an den Rennwochenenden unternehmen darf. Das Ferrari-Cockpit übernimmt am Mittwoch Davide Rigon, der sonst viel Simulatorarbeit verrichtet.

Ob er sich am Mittwochabend ähnlich begeistert äußert wie Bianchi? Der Franzose hatte offenbar viel Spaß an Bord des F2012: "Es war das erste Mal, dass ich das aktuelle Auto fahren durfte. Ich fühlte mich sofort wohl, kam gut auf Tempo. Gegen Ende der Session, als ich eine gute Zeit anstrebte, kam uns aber leider ein Elektronikproblem dazwischen. Abgesehen davon war es ein positiver Tag."

"Ich mag diese Strecke wirklich gern", meint Bianchi. "Die Charakteristiken dieses Kurses eignen sich wirklich perfekt, um Testfahrten abzuhalten." Und davon machte Ferrari - genau wie Force India und Mercedes - reichlich Gebrauch. "Wir probierten diverse aerodynamische Teile aus. Es sind keine großen Evolutionen, aber Dinge, die freitags schon getestet wurden. Hier bestätigen wir die Daten."

Razia musste indes noch kleinere Brötchen backen: "Die größte Herausforderung war, sich an alle Hebel und Knöpfe auf dem Lenkrad zu gewöhnen", meint er. "Außerdem machte ich zum ersten Mal Erfahrungen mit KERS. Es war aber klasse, viel Zeit in einem Formel-1-Auto verbringen zu können. So hatte ich die Chance, das Team kennenzulernen und mich im Fahrzeug gut einzurichten."

Ganz rund lief es aber nicht bei Force India. "Am Morgen hatten wir ein paar Probleme mit dem Auto", berichtet Razia, der sich später einen Dreher leistete. "Am Nachmittag wurde die Strecke immer schneller. In dieser Zeit spulten wir die meisten Runden ab. Wir verbesserten das Auto und nahmen auch Balance-Korrekturen vor. Das funktionierte gut", erklärt Razia, sonst in der GP2 unterwegs.

"Ich habe es jedenfalls sehr genossen, mit dem Team zu arbeiten. Hoffentlich kann ich in der Zukunft darauf aufbauen." Die Chancen darauf stehen möglicherweise gut. Chefingenieur Jakob Andreasen zeigt sich nämlich zufrieden: "Wir haben erstmals mit Luiz gearbeitet. Er hat uns sofort beeindruckt. Er schlug sich gut, auch mit KERS und DRS. Kurzum: Er machte alles, worum wir ihn auch baten."

Im Gegenzug bekam Razia das komplette "Force-India-Erlebnispaket", wie Andreasen erklärt. "Wir haben versucht, ihm zu vermitteln, was es braucht, ein Formel-1-Fahrer zu sein. Wir haben daher auch Probestarts und Boxenstopp-Simulationen durchgeführt. Außerdem ließen wir ihn Feedback zum Setup geben", sagt der Chefingenieur und merkt an: "Seine Rundenzeiten waren konkurrenzfähig."

Fotoquelle: xpbimages.com

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