Der Meister und sein Nachfolger? Lewis Hamilton (links) und Sergio Perez

Formel 1 2012

— 17.09.2012

Causa Hamilton: Setzt McLaren Perez als Druckmittel ein?

In der britischen Presse ranken sich Spekulationen darüber, ob tatsächlich Sergio Perez als Nachfolger im Gespräch ist - Millionenofferte von Mercedes?



Die Verhandlungen zwischen Lewis Hamilton und McLaren nehmen immer kuriosere Wendungen. Während beide Seiten - auch mangels Alternativen - seit Monaten auf eine Einigung zuzusteuern scheinen, es aber doch nie zu einem Vertragsabschluss kommt, könnte der "kritische Punkt" der Gespräche erreicht sein. Das berichtet zumindest eine namentlich nicht genannte Quelle der 'Daily Mail'. Die Person, die als langjähriger Insider bezeichnet wird, spricht von einem McLaren-Kontakt zu Sergio Perez.

Der Szenekenner will erfahren haben: "Dieser Schachzug ist der Beginn eines Finales. Hamiltons Zukunft liegt nicht mehr in seinen Händen, wenn McLaren mit Perez verhandelt. Sie wollen nicht ausmanövriert werden." Haben die "Chrompfeile" - so es denn den Kontakt wirklich gibt - echtes Interesse an dem Mexikaner oder geht es den immer ungeduldigeren Verantwortlichen in Woking darum, Hamilton und dessen ambitionierten Manager Simon Fuller unter Druck zu setzen?

Lukratives Angebot von Mercedes?

Sich von den beiden nicht mehr mit immer neuen Forderungen auf der Nase herumtanzen zu lassen? Teamchef Martin Whitmarsh hatte noch in Monza davon gesprochen, in der Fahrerfrage "keinen Plan B"zu haben. Wie die 'Daily Mail' erfahren haben will, könnte das allerdings auf Hamilton zutreffen. Dem soll von Mercedes ein Angebot über 60 Millionen britische Pfund (rund 74,12 Millionen Euro) vorliegen inklusive Möglichkeiten, den Briten weltweit zu vermarkten.

Ein Anliegen, dass allen voran Fuller und dessen Firma XIX Management am Herzen liegen dürfte. Hamiltons aktueller McLaren-Kontrakt beläuft sich auf insgesamt 75 Millionen Pfund (rund 92,65 Millionen Euro) mit jährlicher Steigerung, die noch Vater Anthony ausgehandelt hatte. Wie die Quelle der 'Daily Mail' weiter sagt, soll das Team auf eine Gehaltskürzung verglichen mit dem jüngsten Jahressalär von 18 Millionen Pfund (rund 22,23 Millionen Euro) bestehen.

Wo liegt McLarens finanzielle Schmerzgrenze?

Der Grund für die Einschnitte liegt darin, dass der laufende Vertrag erstens vor der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise geschlossen wurde, McLaren zweitens ab 2013 circa acht Millionen Pfund (9,88 Millionen Euro) für die Mercedes-Motoren zahlen muss und drittens keine Gewissheit über den Sponsoren-Deal mit Vodafone besteht. Gerüchte, die dem 'Guardian' zu Ohren gekommen sind, ranken sich um einen Drei-Jahres-Deal über 45 Millionen Pfund (rund 55,59 Millionen Euro), wobei eine Saison optional ist. Das Team dementiert energisch.

Der unbekannte Insider warnt im Gespräch mit der 'Daily Mail' den Briten davor, die Entscheidung über seine Zukunft mehr vom Geld als von der sportlichen Perspektive abhängig zu machen. "Hamilton spielt mit dem Feuer, und wenn man das tut, verbrennt man sich manchmal die Finger. Er müsste verrückt sein, würde er McLaren verlassen. Wenn er wissen will, was passiert, wenn man ein Topteam des Geldes wegen verlässt, muss er nur 'Jacques Villeneuve' bei 'Google' eingeben."

Perez' Ferrari-Verbindung als Hürde?

Es ist eine Anspielung auf den Wechsel des Kanadiers von Williams zu BAR in der Saison 1999 - anschließend konnte Villeneuve kein Rennen mehr gewinnen und verließ die Formel 1 als Geschlagener. Allerdings dürfte das Mercedes-Werksteam - trotz durchwachsener Leistungen - eine sportlich bessere Perspektive bieten als die Neugründung, der sich Villeneuve damals anschloss. Dafür spricht nicht zuletzt, dass bei den Silberpfeilen mit Ross Brawn tätig ist.

Eine Perez-Verpflichtung durch McLaren unwahrscheinlich erscheinen lässt außerdem Perez Verbindung zu Ferrari, deren Nachwuchsprogramm der 23-Jährige angehört. Hinzu kommt, dass für den eng mit Telekommunikatios-Multi Carlos Slim verbundenen Mexikaner auch ein Verbleib bei Sauber eine Alternative zu sein scheint. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte einen möglichen Wechsel in das Formel-1-Team der Scuderia - als Ersatz für Felipe Massa - kürzlich kategorisch ausgeschlossen und Perez als zu unerfahren bezeichnet.

Fotoquelle: xpbimages.com

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