Jo Ramirez beobachtet die Formel 1 und die Grand-Prix-Szene noch immer genau

Formel 1 2012

— 17.09.2012

Ramirez: "Die Zeiten haben sich verändert ..."

Der frühere McLaren-Teammanager Jo Ramirez glaubt, dass die heutigen Formel-1-Piloten nicht mehr so gut mit Niederlagen umgehen können



Erfolgsdruck hat man im Motorsport von Anfang an. Heute mehr denn je. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum die junge Generation der Formel-1-Fahrer noch verbissener um den Erfolg kämpft als die Piloten aus früheren Epochen. Das vermutet zumindest Jo Ramirez, der in der Ära von Alain Prost und Ayrton Senna als Teammanager bei McLaren arbeitete. Das war vor mehr als 20 Jahren.

Nun hält Ramirez im Podcast von 'James Allen on F1' fest: "Die Zeiten haben sich verändert." Was man zum Beispiel beim Großen Preis von Belgien einmal mehr sehen konnte, als Lewis Hamilton - nach seiner Niederlage im Teamduell gegen Jenson Button - Setupdaten über seinen Twitter-Account in alle Welt schickte. Für Ramirez sind Entwicklungen wie diese ein Fluch der modernen Formel 1.

"Ich weiß nicht, ob es an den Medien liegt oder am Rummel um die Formel 1, dass es für einen Fahrer jetzt so viel schwieriger zu sein scheint, zu akzeptieren, dass er verloren hat", sagt der 71-Jährige und fügt hinzu: "Lewis konnte offenbar nicht damit leben und den Mund halten. Nein, er musste der Welt zeigen, weshalb er verloren hatte, weshalb ihn sein Teamkollege geschlagen hatte", erklärt Ramirez.

Auf fehlende Teile oder eine Ungleichbehandlung durch McLaren sei dies nicht zurückzuführen, meint er. "Es ist ja nicht so, dass es nur einen Heckflügel gegeben hat. Es gab zwei. Lewis entschied sich aber für den einen." Und war damit langsamer als Button, der in Belgien von der Pole-Position aus zum Sieg fuhr. Überhaupt macht Button meist den ruhigeren Eindruck als sein Stallgefährte Hamilton.

Eine Beobachtung, die auch Ramirez schon mehrfach gemacht hat. "Ich glaube, Button ist wohl ein bisschen cleverer im Umgang mit dem Auto. Hamilton ist ohne Zweifel der Schnellere. Button hat aber schon oft gezeigt, dass nicht unbedingt der Schnellste die Rennen gewinnt. Es braucht einfach alles", sagt der frühere McLaren-Teammanager und meint, eine Wandlung bei Hamilton erkannt zu haben.

"Vielleicht sage ich jetzt zu viel, doch ich denke, Lewis hat sich seit seinen Anfängen sehr verändert. Er ist aber ein großartiger Fahrer, dem man gern zuschaut. Das brauchen wir auch in diesem Sport. Es kommt einfach nicht mehr so oft vor, dass die Fahrer so reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. In den Zeiten von Prost und Senna war das halt anders. Mit den Jahren hat sich das verloren."

Fotoquelle: xpb.cc

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