Schafft er es, in die Formel 1 zurückzukehren? Kubica kämpft noch immer

Formel 1 2012

— 18.09.2012

Kubica über die Formel 1: "Bin kein Teil dieser Welt mehr"

Während der Pole lobende Worte für Lotus findet und Romain Grosjean in Schutz nimmt, scheint er sich von der Königsklasse innerlich verabschiedet zu haben



Die Tage von Robert Kubica bei Lotus, früher Renault, scheinen vorerst gezählt. Dennoch demonstriert er seine Verbundenheit mit der Mannschaft aus Enstone, zu der er im Falle einer vollständigen Genesung nach seinem schweren Rallye-Unfall hätte zurückkehren sollen. Die aktuellen Erfolge betrachtet der 27-Jährige im Gespräch mit 'Omnicorse' als Früchte der Arbeit, die bereits zu seiner Zeit begann: "Schon 2010 waren die Stärken zu erkennen. Lotus ist einfach ein Rennteam und davon gibt es heute nicht mehr so viele."

Als Kubica für den damaligen Renault-Rennstall an den Start ging, hatte der heutige Eigner Genii Capital um Finanzinvestor Gerard Lopez das Ruder gerade übernommen. An den Start gebracht wurde ein Werksauto, das keines war. "Wir begannen die Saison mit dem Vorjahreswagen und fuhren gute Resultate ein, obwohl wir ein deutlich niedrigeres Budget hatten und mit der Entwicklung im Verzug waren", erinnert sich Kubica. "Weil wir im Winter gar nicht wussten, ob das Team noch existieren würde."

Der Pole erkennt darin, dass Lotus nicht über die personellen Ressourcen wie etwa Red Bull oder Ferrari verfügt, einen Vorteil: "Wenn man sich die Topteams ansieht, die großen Hersteller, sind sie mit so vielen Leuten schwierig zu führen. Lotus ist ein Team mit purer Motorsport-Leidenschaft." Klein, aber fein also. "Sie haben auch eine Gruppe von Leuten, die in der Lage sind, sehr gute Monoposti zu bauen. Das wird deutlich." Aber warum hat Lotus dann noch kein Rennen gewonnen?

Kubica überlegt: "Wenn Räikkönen im Qualifying weiter vorne stehen und Grosjean im Rennen mit Kimi mithalten könnte", spekuliert er, "dann würden sie siegen." Ein Fahrerproblem will Kubica damit ausdrücklich nicht andeuten und auch nicht die Rennsperre für den Franzosen nach dem Startunfall in Spa-Francorchamps bewerten. "Schwierig zu sagen, gerade wenn man wie ich nicht länger ein Teil dieser Welt ist", entfährt es ihm - das klingt danach, als hätte er sich allen Comeback-Anstrengungen zum Trotz von der Formel 1 innerlich verabschiedet.

Teamchef Eric Boullier hatte vor geraumer Zeit erklärt, keinen direkten Kontakt mehr zu Kubica, sondern nur noch zu dessen Management zu haben und über den Zustand des Polen lange nicht mehr informiert worden zu sein. So stärkt Kubica seinem Nachfolger Grosjean den Rücken, auch wenn dieser 2012 nicht das Maximum aus seinen Möglichkeiten gemacht habe: "Es überrascht mich. Wahrscheinlich leidet er unter dem Druck, denn die Formel 1 ist komplexer als sie erscheint."

Und dann ist Kubica doch wieder der Rennfahrer, der sich Kreis der Königsklasse zu Hause fühlt: "Glauben Sie mir, sie ist für Insider nicht leicht zu verstehen, von den Außenstehenden ganz zu schweigen."

Fotoquelle: xpb.cc

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