Fernando Alonso schöpfte das begrenzte Potenzial des F2012 gut aus

Formel 1 2012

— 22.09.2012

Ferrari: Alonso holt das Beste heraus

Fernando Alonso holt aus dem mäßigen Ferrari im Qualifying in Singapur Startplatz fünf heraus - Felipe Massa mit großen Problemen auf dem Stadtkurs



Ferrari ist in Singapur wieder eine One-Man-Show auf der Strecke. Nach guten Leistungen in den vergangenen Wochen, scheint Felipe Massa wieder in ein Loch zu fallen. Der Brasilianer stellte seinen F2012 am Samstag auf Startplatz 13, während WM-Leader Fernando Alonso auf Rang fünf jagte. "Es war uns klar, dass wir im Qualifying nicht ganz vorne mitmischen können. Startplatz fünf für Fernando ist aber eine gute Ausgangslage für das Rennen", sagt Teamchef Stefano Domenicali.

"Er hat das Maximum aus dem Auto herausgeholt, was niemanden wirklich überrascht", lobt der Teamboss seinen prominenten Mitarbeiter. Alonso fehlten in Q3 0,854 Sekunden auf die Fabelzeit von Polemann Lewis Hamilton (McLaren). "Der Abstand zur Pole-Zeit ist ziemlich groß, aber in Metern in der Startaufstellung macht es keinen Unterschied, ob du mit einer Tausendstel oder einen vollen Sekunde Rückstand Fünfter bist", winkt Domenicali ab.

"Felipe hatte mehr Probleme als sein Teamkollege. Das war auch gestern schon so, vor allem im Bereich Reifennutzung", sagt der Italiener. "Die Reifen werden morgen ein wichtiger Faktor im Rennen sein. Wir erwarten einen hohen Verschleiß. Fernando hat die Chance auf einen Podestplatz, Felipe kann sich die Top-10 zum Ziel setzen. Es wird ein hartes Rennen für Mensch und Maschine. In einem zwei Stunden langen Rennen kann alles passieren. Wir müssen konzentriert bleiben und jede Chance ausnutzen."

"Die Pole-Position lag heute klar außer Reichweite: Hamilton war auf einem anderen Planeten", kommentiert Alonso, der sich vor der Zeitenjagd ein realistisches Ziel gesetzt hatte. "Wir müssen mit Startplatz fünf zufrieden sein. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich morgen nicht weiter vorankommen möchte. Unser Ziel ist das Podium. Das Qualifyingergebnis zeigt das, was wir uns nach dem gestrigen Tag schon gedacht hatten. Wir sind nicht in bester Form. Die einzige Überraschung war Maldonado. Es kam schon unerwartet, dass er in die erste Startreihe fahren konnte", meint der Spanier.

Reifenpoker am Sonntag erwartet

"Die Unterschiede in Sachen Reifenperformance sind hier die größten des gesamten Jahres. Es liegen eineinhalb bis zwei Sekunden zwischen den beiden Mischungen. Das kann morgen ein entscheidender Faktor werden", blickt Alonso auf den Renntag. "Die weichen Pneus halten länger, aber weil der Tempovorteil auf den Supersofts dermaßen groß ist, sind sie eben auch eine Option. Ich erwarte viele Boxenstopps."

"Ehrlich gesagt, hatte ich vor der Anreise nach Singapur mehr erwartet, aber es wurde schnell klar, dass wir hier eher in der Defensive sind. Das Rennen wird sehr, sehr lang und äußerst anstrengend", so der WM-Leader. "Man muss immer voll konzentriert bleiben, für Fehler ist kein Platz. Der kleinste Patzer kann schlimme Folgen haben, weil die Mauern so nahe sind. Zuverlässigkeit wird wichtig sein. Unser erstes Ziel ist es, in der bestmöglichen Position ins Ziel zu kommen."

"Ein schwieriges Qualifying", schüttelt Massa nach Platz 13 enttäuscht mit dem Kopf. "Ich hatte Probleme, eine gute Runde zusammenzubekommen. Vor allem im letzten Sektor hatte ich Sorgen. Dort bin ich viel gerutscht und hatte deswegen einen erheblichen Reifenabrieb. Das Problem hatten wir gestern schon. Wir haben es nicht in den Griff bekommen. Hoffentlich finden wir für das Rennen eine Lösung, ansonsten dürfte es sehr schwierig werden."

"Wir müssen uns in Sachen Strategie genau überlegen, mit welcher Mischung wir in das Rennen starten. Die Unterschiede zwischen den beiden Sorten sind riesig, beide Mischungen bauen stark ab", sagt Massa, der sich die Reifensorte zum Rennstart aussuchen darf. "Mein Ziel ist es, das Rennen in den Punkten zu beenden. Das wird nicht leicht, aber wir geben alles. Nicht alles Updates, die wir hier dabei haben, funktionieren wie gewünscht und erwartet. Das hat nicht gerade geholfen. Wir müssen das mit Blick auf den Rest der Saison verstehen lernen."

Neuer Heckflügel funktioniert nicht

"Viel mehr hätten wir im Qualifying wirklich nicht erwarten können", erklärt Ferrari-Cheftechniker Pat Fry. "Von allen Updates, die wir hier dabei haben, war der Heckflügel das einzige Teil, das wir im Qualifying nicht verwendet haben. Der Flügel braucht noch mehr Entwicklung. Wir müssen an Qualität in unserer Arbeit zulegen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen."

"Die Streckencharakteristik allein kann den großen Abstand zur Spitze nicht erklären. Wir haben heute allerdings eine Fahrer-Auto-Kombination gesehen, die absolut unschlagbar war", so der Brite. "Wir haben das Handling des F2012 zwar verbessert, aber nicht in dem Maße, sodass Felipe in der Position ist, das Potenzial voll abzurufen. Schade, denn der 13. Startplatz bedeutet, dass er aus schwieriger Position ins Rennen gehen muss."

"Viele Faktoren werden den Rennausgang bestimmen", schätzt Fry. "An erster Stelle steht das Reifenverhalten auf die Distanz. Im vergangenen Jahr hatten wir m Rennen erhebliche Probleme, daher haben wir uns auf dieses Jahr anders vorbereitet. Es ist nie leicht, den passenden Kompromiss zwischen Qualifyingspeed und Renntempo zu finden."

"Zuverlässigkeit und Strategie werden weitere wichtige Faktoren sein. Das Rennen belastet das Auto sehr und die hohen Temperaturen machen es nicht gerade einfacher. Hinzu kommt dann noch der unberechenbare Faktor Safety-Car, der in diesem Grand Prix oft eine wichtige Rolle spielte", sagt der Techniker. "Zusammengefasst muss man sagen: Es spielen viele Variablen mit hinein, wenn man ein Ergebnis erzielen möchte, dass in beiden WM-Wertungen weiterhilft."

Fotoquelle: Ferrari

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