Nico Hülkenberg war nach seinem Ausscheiden in Q2 ziemlich enttäuscht

Formel 1 2012

— 22.09.2012

Hülkenberg: "Q3 wäre dicke drin gewesen"

Der deutsche Force-India-Pilot ärgert sich nach dem Qualifying von Singapur über seine Fehler in Q2 und hofft auf ein gutes Rennen



Platz elf ist im Q2 ganz klar der undankbarste Platz. Nico Hülkenberg traf dieses Schicksal beim Qualifying zum Grand Prix in Singapur. Um drei Hundertstelsekunden verpasste der Deutsche den Einzug in den finalen Abschnitt. "Q3 wäre dicke drin gewesen. Es ist ziemlich ärgerlich und frustrierend", bedauert Hülkenberg.

"Im Q1 war es richtig gut. Ich bin mit den weichen durchgekommen und musste die superweichen nicht benutzen. Es sah gut und vielversprechend aus. In Q2 ist dann irgendwie der Rhythmus flöten gegangen. Ich bin beim ersten Run als letztes Auto auf die Strecke gegangen. Vor uns waren Vettel und die beiden McLaren. Die haben einen sehr großen Abstand genommen, wie auch Maldonado. Ich musste Perez und Alonso vorbeilassen, die auf einer schnellen Runde waren. Ich musste fast anhalten", berichtet er.

"Dadurch sind die Luftdrücke und Temperaturen gefallen. Die Runde war dann ziemlich verloren. Ich habe in Kurve eins eingelenkt und es war kein Grip da. Dadurch ist die Referenz für den zweiten Run nicht ideal", schildert Hülkenberg. "Es soll keine Entschuldigung sondern eine Erklärung sein. Meine zweite Runde war nicht gut genug. Ich habe sie nicht ideal getroffen. Dann wurde ich bestraft, nur Elfter zu sein."

Was ist der Reifen-Joker wert?

Als Elfter kann der Force-India-Pilot die Reifen beim Start frei wählen. Diesen Vorteil relativiert er: "Es ist ein Trumpf, der einem nicht so viel nützt, weil die zwei Autos vor einem das schon so machen. ich weiß noch nicht, was wir morgen machen werden. Wenn ich vier Positionen weiter vorne starten könnte, wäre das sicher ein größerer Vorteil als der bei den Reifen."

Demzufolge ist dieser Joker nur ein schwacher Trost für das verkorkste Qualifying: "Ich war heute sehr zufrieden mit dem Auto. Wir konnten uns verbessern. Es war bis zum Q2 vielversprechend. Ehe man sich umgesehen hat ist man Elfter." Für Force India war das Ausscheiden in Q2 eine Enttäuschung. "Ich denke, Nico selbst ist noch enttäuschter", bemerkt aber Rob Fernley, der Stellvertretende Teamchef. "Er war hier sehr konkurrenzfähig und hatte ein gutes Auto."

"In Q2 lief es nicht optimal. Er konnte sich nicht richtig konzentrieren bei seinem zweiten Versuch. Er ist sehr frustriert. Wir müssen da nichts unternehmen. Unsere Fahrer bestrafen sich selbst", weiß Fernley, der bedauert, dass die Taktik im zweiten Durchgang nicht optimal war: "Ich denke, solche Dinge passieren."

Force India vor Mercedes

"Paul hat es einfach zusammengebracht. Es war eine einwandfreie Runde. Dass Grosjean einen Fehler gemacht hat, hat uns geholfen. Es war eine solide Leistung", freut sich Fernley über Platz sechs des Briten. Doch auch der Fakt, dass man in Singapur schneller ist als Mercedes sorgt für Frohsinn: "Ich habe mit Norberg (Haug, Mercedes-Sportchef; Anm. d. Red.) darüber gesprochen. Nun bin leider etwas enttäuscht, dass wir mit einem Auto hinter ihnen sind", scherzt er.

"Mercedes hat ein paar Probleme. Es wird ein hartes Rennen, in dem Fehler gemacht werden. Es sind zwei Stunden in der Hitze. Das wird die Fahrer an ihre Grenzen bringen. Nico hat gute Chancen. Er ist ein richtiger Racer. Wenn es zu Zwischenfällen kommt, wird er profitieren", hofft Fernley. Entscheidenden Anteil am Erfolg oder Misserfolg werden die Pneus haben.

Der Reifenverschleiß ist ein heißes Thema. Hülkenberg tut sich schwer mit Prognosen: "Weiß ich noch nicht so genau. Die Longruns waren in Ordnung. Es ist eine Killerstrecke für die Hinterreifen, weil es sehr viele langsame Kurven gibt, in denen man Traktion benötigt. Man muss sich im Rennen um die Reifen kümmern und sie bestmöglich behandeln."

"Ich könnte mir vorstellen, dass es mit zwei Stopps schwierig wird", denkt der Deutsche, der weiß, dass Force India der Kurs liegt: "Auf Strecken, bei denen man aus langsamen Kurven beschleunigen muss, sind wir tendenziell stärker." Eine große Gefahr stellt in Singapur die Mauer dar. "Ich hatte ein oder zwei Schrecksekunden am Wochenende", gesteht Hülkenberg.

Über seine Zukunft möchte der ehemalige Williams-Pilot noch keine Details bekanntgeben. "Zu dieser Zeit des Jahres gibt es immer viele Gerüchte. Ich lehne mich zurück. Manchmal lese ich die Gerüchte und manchmal nicht. Ich habe einen gesunden Abstand zu den Dingen und lache manchmal darüber", gesteht er. "In Spa war ich Vierter und wurde direkt mit Ferrari in Verbindung gebracht. Sergio war in Monza stark und sofort war er bei McLaren im Gespräch. Es ändert sich sehr schnell, wenn man ein gutes Rennen fährt."

Fotoquelle: xpbimages.com

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