Di Montezemolo und Ecclestone erteilen den V6-Motoren eine Absage

Formel 1 2012

— 29.09.2012

Ecclestone: V6-Motoren werden 2014 nicht eingeführt

Laut Formel-1-Boss Bernie Ecclestone werden die V6-Motoren nicht wie geplant zur Saison 2014 eingeführt: "Es wäre vernünftig bei dem zu blieben, was wir haben"



Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat erklärt, dass die umstrittenen V6-Motoren nicht wie geplant zur Saison 2014 eingeführt werden sollen. Durch die Verschiebung der Einführung sollen die Teams laut Ecclestone rund 30 Prozent der veranschlagten Kosten einsparen, was aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung eine Hilfe sei. Die FIA hatte beschlossen, die aktuellen 2,4-Liter-V8-Saugmotoren durch 1,6-Liter-V6-Turbomotoren abzulösen. Ecclestone hatte diese Entscheidung in der Vergangenheit mehrfach kritisiert.

"Ich habe mir die Motorengeräusche in Maranello (Ferrari-Fabrik, Anm. d. Red.) angehört, sowohl den alten als auch den neuen Motor. Selbst Luca di Montezemolo hat es nicht gefallen, er meinte, es klinge schrecklich", sagt Ecclestone. Der Brite ergänzet, dass FIA-Präsident Jean Todt "das Thema loswerden wird. Auch Luca ist der Meinung, dass wir die Einführung um zwei oder drei Jahre verschieben sollen. Ich denke, es wäre vernünftig bei dem zu blieben, was wir haben. Die alten Motoren sind viel günstiger, die Teams sparen rund 30 Prozent."

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine von der FIA beschlossene radikale Regeländerung zunächst verschoben und dann ganz fallengelassen würde. 2005 war für die Saison 2008 die Einführung eines zweigeteilten Heckflügels angekündigt worden, der das Überholen erleichtern sollte. Nachdem die Einführung zunächst um ein Jahr verschoben wurde, kam die FIA nicht mehr darauf zurück.

Streckenbetreiber unterstützen Ecclestone

Die Entscheidung würde vor allem Lewis Hamilton kalt erwischen. Als Grund für seinen Wechsel vom Erfolgsteam McLaren zu Mercedes, die in fast drei Jahren bisher nur ein Rennen gewinnen konnten, wurde von vielen die Regeländerung nach der nächsten Saison angesehen. Durch das neue Motorenreglement würden die Karten in der Formel 1 neu gemischt, da alle Teams bei null anfangen müssten.

"Ich gebe der FIA die Schuld an der dummen Motoren-Formel", sagt Ecclestone, der Todt jedoch in Schutz nahm. "Es ist nicht sein Fehler. Max (Mosley, früherer FIA-Präsident, Anm. d. Red.) hat damit angefangen und ist dann gegangen. Todt hat da nicht eingegriffen. Er reist rund um die Welt und besucht die verschiedenen Verbände, hat uns aber damit nicht behelligt.

Kritik an den neuen Motoren wurde auch von der Formula One Promoters Association (FOPA) geäußert, welche die Rennstreckenbetreiber vertritt. Diese hatten die Befürchtung geäußert, dass durch den deutlich leiseren Sound der V6-Motoren Zuschauer abgeschreckt würden. Ron Walker, Organisator in Melbourne, sagt dazu: "Die Streckenbetreiber wären entsetzt, wenn die neuen Motoren tatsächlich eingeführt würden, vor allem da es keine Garantie dafür gibt, dass der Sound der gleiche sein wird. Daher unterstützten wir Bernie in seinem Bestreben, die bisherigen Motoren weiter zu verwenden, da es in Zeiten von großem Kostendruck eine erhebliche Einsparung wäre."

Ecclestone enthüllte auch, dass Todt ihn und die Teams um eine Erhöhung der Gebühren gebeten habe. Damit wolle die FIA laut Aussage von Ecclestone ein prestigeträchtigeres Hauptquartier finanzieren, welches es mit den Zentralen des Internationalen Olympischen Komitees und des Fußballweltverband FIFA aufnehmen kann. "Die FIA will von allen mehr Geld", sagt Ecclestone.

FIA will mehr Geld von der Formel 1

Die FIA verdient gleich mehrfach an der Formel 1. Der größte Betrag, rund 7,7 Millionen Euro, stammt aus der von Ecclestone kontrollierten Formula One Group, welche die kommerziellen Rechte verwaltet. Darüber hinaus erhält die FIA laut Schätzungen von Insidern bei der Überschreitung der Gesamtzahl von 16 Rennen pro Saison pro Rennen zusätzliche 250.000 Euro.

Hinzu kommen die Gebühren der Teams, welche die FIA deutlich erhöhen möchte. Von derzeit 309.000 Euro soll die Einschreibegebühr auf 500.000 Euro steigen, zusätzlich sollen die Teams für jeden Punkt in der Konstrukteurswertung weitere 7.000 Euro an die FIA abführen. Zum Vergleich: Würde diese Regelung schon jetzt gelten, hätte Red Bull für die Teilnahme an der Formel-1-Saison 2012 statt 309.000 Euro 4,9 Millionen Euro überweisen müssen. Das Gesamtbudget der FIA beträgt rund 60 Millionen Euro pro Jahr. Laut Ecclestone stammen davon "rund 35 Millionen Euro von der Formel 1. Ich glaube, dass sie sich über 50 Millionen freuen würden.

Bisher befindet sich das Hauptquartier der FIA am Place de la Concorde im Zentrum von Paris. Doch Ecclestone glaubt: "Sie wollen beeindruckendere Gebäude und Einrichtungen. Man muss sich nur das IOC und die FIFA anschauen, dort haben alle schöne, große Büros."

Obwohl Ecclestone gemeinhin als "Pfennigfuchser" bekannt ist, zeigt er Verständnis für die Pläne Todts: "Ich denke, es wäre schön, wenn wir einen Verband hätten, der stark und beeindruckend ist. Aber sie können kein Geld von uns verlangen, dazu haben sie kein Recht. Es geht nur darum, ob wir einen Beitrag zum Aufbau der FIA leisten wollen. Wenn sie das Geld wirklich benötigen, werden wir ihnen vielleicht helfen", stellt Ecclestone Zahlungen in Aussicht.

Fotoquelle: xpbimages.com

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