Der Red-Bull-Test hat dem "Professor" Lust auf Mehr gemacht: Alain Prost

Formel 1 2012

— 02.10.2012

Prost im Red Bull: Wo ist denn hier die Kupplung?

Der "Professor" machte seine ersten Erfahrungen mit einem aktuellen Formel-1-Auto, vergleicht drei Generationen von Boliden und will den V6-Turbo testen



Mit einem modernen Formel-1-Auto lassen sich noch Legenden berraschen: So wie Alain Prost. Am Wochenende testete der viermalige Weltmeister am Rande des Laufes zur Renault-World-Series in Le Castellet einen Red Bull aus dem Jahre 2010 und wundert sich gegenber 'Autosport', dass ihm das Gefhl nicht fremd war. "Ich wusste, dass ich nicht wie verrckt wrde fahren knnen, aber es gengte, um einen Eindruck von der modernen Formel 1 zu bekommen. Es ist gar nicht so viel anders."

Zuletzt hatte Prost im Jahre 1996 ein aktuelles Auto getestet, damals einen McLaren. "Vor zehn Tagen hat mich Renault darber informiert, dass es die Mglichkeit gibt, wenn ich das mchte. Ich hatte in der Vergangenheit eine Menge Gelegenheiten bei anderen Teams, wollte aber nie Gebrauch davon machen", meint der 57-Jhrige, dessen Sinneswandel auf Neugier beruht. "Krzlich bin ich zu der Einsicht gelangt, dass es nicht schlecht wre, zu wissen, wie sich ein modernes Formel-1-Fahrzeug anfhlt."

Andere Ergonomie, bessere Kraftbertragung

Die Antwort, die der Franzose erhielt, berraschte ihn ein zweites Mal an diesem Tag: "Alles in allem ist es gar nicht so viel anders als 1996, auer das alles noch ein bisschen perfekter ist. Es sieht so aus, als htte sich in jedem Bereich etwas verbessert", beschreibt Prost die Vernderungen, die besonders die Position des Piloten im Cockpit betreffen. "Der grte Unterschied hat mit der Ergonomie zu tun: wie der Fahrer im Auto sitzt. Die Beine liegen sehr hoch", beschreibt er.

Auch die Technik hat bei Eindruck bei Prost hinterlassen: "Das Getriebe ist fantastisch und der Motor groartig, wenn es um die Kraftbertragung geht - sehr linear", beschreibt der Mann, der fr Renault seit Jahresbeginn als Markenbotschafter fungiert und vergleicht den Boliden mit denen aus seiner aktiven Zeit: "Es gibt nur zwei Pedale und die Kupplung befindet sich am Lenkrad. Man muss mit dem linken Fu bremsen, was sehr merkwrdig ist: das habe ich noch nie gemacht."

Bald wieder im Formel-1-Auto?

Auch das Fahrverhalten war offensichtlich nicht das, was Prost erwartet hatte. "Es ist wie ein Werkzeug, dass man anders benutzt", beschreibt er. "Das Auto ist sehr schwergngig, daran muss man sich aber nur gewhnen." Offensichtlich ist der 51-fache Grand-Prix-Sieger aber auch mit seinem alten Dienstwagen nicht mehr per du. "Ich fuhr mein Auto von 1983 im vergangenen Jahr auf dieser Strecke und das war seltsam. Da fragt man sich, wie wir mit diesen Autos berhaupt fahren konnten."

Offensichtlich hat ihm der Ausflug mit dem Red Bull Lust auf mehr Formel 1 gemacht. "Es war sehr schn und ich habe es genossen", meint Prost und blickt auf einen Test des neuen V6-Turbo-Aggregats fr die Saison 2014 voraus: "Vielleicht gibt es eine weitere Chance mit dem neuen Motor in zwei Monaten. Ich denke schon ber die neue Technik nach und werde mit Renault hart daran arbeiten, das ist unser neues Ziel."

Fotoquelle: xpb.cc

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