Das letzte Podium: Michael Schumacher beim Europa-Grand-Prix in Valencia

Formel 1 2012

— 04.10.2012

Michael Schumachers Rücktrittserklärung im Wortlaut

Michael Schumachers Fazit nach drei Comeback-Jahren im Formel-1-Mercedes: "Habe meinen Horizont erweitert und bin im Reinen mit mir"



Flankiert von Mercedes-Sportdirektor Norbert Haug und Teamchef Ross Brawn gab Michael Schumacher heute Nachmittag im japanischen Suzuka seinen endgültigen Rücktritt von der Formel 1 bekannt. Der siebenmalige Weltmeister hatte zwar offenbar ein Angebot des Sauber-Teams vorliegen, entschied sich aber nach insgesamt 19 aktiven Jahren in der Königsklasse, sich aus dem Renncockpit zurückzuziehen.

Beim Verlesen der Erklärung wirkte der 43-Jährige relativ gefasst. Emotionen klangen lediglich durch, als er am Ende seiner Familie und Ehefrau Corinna dankte. Für die wird er in Zukunft wieder mehr Zeit haben, selbst wenn er das Mercedes-Angebot, der Marke als Berater/Botschafter verbunden zu bleiben, annehmen sollte.

Die Erklärung im Wortlaut:

"Ich habe beschlossen, meine Formel-1-Karriere zum Saisonende zu beenden, im Bewusstsein, noch immer mit den Besten der Welt mithalten zu können. Das macht mich stolz, und auch deshalb habe ich mein Comeback nie bereut. Ich kann zufrieden sein mit meiner Leistung der vergangenen drei Jahre und damit, dass ich es geschafft habe, mich kontinuierlich zu steigern. Aber irgendwann kommt die Zeit für den Abschied."

"Ich war mir schon während der letzten Monate nicht mehr sicher, ob ich die nötige Motivation und Energie für ein oder zwei weitere Jahre noch aufbringen kann - und es ist nicht mein Stil, etwas zu tun, wovon ich nicht hundertprozentig überzeugt bin. Deshalb habe ich so lange gezögert, mich festzulegen. Mit meiner heutigen Entscheidung fühle ich mich von diesen Zweifeln befreit. Am Ende habe ich den Anspruch, nicht nur mitzufahren, sondern um Siege zu kämpfen - und die Lust am Fahren nährt sich bekanntlich auch durch Wettbewerbsfähigkeit."

"Ich habe Ende 2009 gesagt, dass ich an meinen Erfolgen gemessen werden möchte, und daher habe ich in den vergangenen drei Jahren viel Kritik eingesteckt, die zum Teil berechtigt war. Es ist unbestritten, dass wir unser Ziel, innerhalb dreier Jahre ein WM-Auto zu entwickeln, nicht erreicht haben. Klar ist auch, dass ich niemandem mehr eine langfristige Perspektive bieten kann. Klar ist für mich aber auch, dass ich nach diesen drei Jahren nicht weniger glücklich sein kann über das, was ich in der Formel 1 erreicht habe."

"Ich habe in den vergangenen sechs Jahren vieles - auch über mich selbst - dazugelernt, und dafür bin ich dankbar: dass man sich öffnen kann, ohne an Fokus zu verlieren. Dass Verlieren schwieriger als Gewinnen sein kann, und auch lehrreicher - vorher hatte ich das manchmal aus den Augen verloren. Dass man es schätzen muss, wenn man tun darf, was man liebt. Dass man seine Überzeugungen leben sollte. Ich habe meinen Horizont erweitert und bin im Reinen mit mir."

"Ich bedanke mich bei Daimler, Mercedes-Benz und dem gesamten Team für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Ich bedanke mich bei all meinen Freunden, Partnern und Weggefährten, die mir in all den Jahren mit Rat und Tat zur Seite standen. Am meisten aber bedanke ich mich bei meiner Familie, die immer hinter mir steht. Die mir die Freiheit gibt, meine Überzeugungen zu leben, und meine Freude daran teilt."

Fotoquelle: xpbimages.com

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