Paul di Resta war für Martin Whitmarsh eine Alternative zu Sergio Perez

Formel 1 2012

— 05.10.2012

Whitmarsh: "Di Resta und Hülkenberg waren Alternativen"

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erklärt, warum er sich für Sergio Perez und gegen das Force-India-Duo entschied und wann er von Hamiltons Abschied erfuhr



Nachdem Abgang von Lewis Hamilton zauberte McLaren mit Sergio Perez in Windeseile ein Kaninchen aus dem Hut. Der Mexikaner gilt als heißestes Eisen unter den Nachwuchspiloten in der Formel 1 - durch den späten Zeitpunkt der Fahrerentscheidung hielten sich aber die Alternativen in Grenzen.

Noch in Singapur hatte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh behauptet, dass er mit einem Verbleib von Hamilton beim Team aus Woking rechne - am Freitag nach dem Nachtrennen platzte dann die Bombe. "Zeitweise habe ich gedacht, dass er bleibt. Aber es ist offensichtlich, dass ich nicht immer recht habe", lacht Whitmarsh gegenüber 'Sky Sports F1' über seinen Irrtum.

Doch seit wann wusste der Brite vom Verlust seines Starpiloten? "Lewis hat mich angerufen - ich glaube, es war am Mittwoch nach Singapur", lässt er die Ereignisse noch einmal Revue passieren. "Da war es dann klar. Ich habe mit ihm in dieser Woche am Mittwoch und am Donnerstag gesprochen, aber da war die Entscheidung schon gefallen."

Force-India-Duo auf Whitmarshs Liste

Freilich hatte Whitmarsh da schon seine Fühler zu Perez ausgestreckt - doch welche anderen Piloten standen auf der Kandidatenliste von McLaren? "Paul di Resta, Nico Hülkenberg - ich glaube, das sind jetzt keine Überraschungen", verrät Whitmarsh. "Sie stehen zwar unter Vertrag, sie wären uns aber zweifellos zur Verfügung gestanden. Beide sind sehr gute Fahrer."

Die beiden Force-India-Piloten dürfen sich nach wie vor Außenseiterchancen auf das Cockpit von Felipe Massa bei Ferrari ausrechnen. Doch was war der ausschlaggebende Grund, warum sich Whitmarsh dann doch für Perez und gegen di Resta und Hülkenberg entschieden hat? "Ich denke, dass es sehr knapp war, denn sie sind alle sehr gute Fahrer", spricht er zunächst allen Kandidaten ein Kompliment aus.

Was für Perez den Ausschlag gab

"Ich denke aber, dass es Alter und Potenzial waren", erklärt Whitmarsh. "Wir sprechen über Fahrer, die in ihrer Karriere wachsen und sich entwickeln, und wir haben versucht, jemanden zu verpflichten, der noch Entwicklungsspielraum hat. Wir denken, dass das bei Sergio der Fall ist, obwohl wir es natürlich nicht wissen. Wir glauben aber daran und viele andere tun das auch. Leute, die mit ihm gearbeitet haben, sehen in ihm ein enormes Talent."

Whitmarsh vergleicht Perez mit seinem Vorgänger: "Er ist jetzt im gleichen Alter wie damals Lewis, als wir ihn in die Formel 1 eingeführt haben. Er hat etwas mehr Erfahrung als Lewis zu dieser Zeit. Ich denke aber, dass wir ihn diesen Winter zu einem richtigen Edelstein schleifen können, und es gibt keinen Grund, warum er die kommende Saison nicht als Sieganwärter starten sollte."

Hamilton mit Startnummer eins zu Mercedes?

Dass er bisher Teil des Juniorprogramm des einstigen Erzrivalen Ferrari war, war laut Whitmarsh kein Problem bei der Verpflichtung: "Das lief alles sehr freundschaftlich mit Ferrari. Ich habe mit ihnen erst danach gesprochen. Sie haben uns dazu gratuliert, ihn zu verpflichten."

Auch die Möglichkeit, dass Hamilton dieses Jahr den Titel mit McLaren holt und dann die Startnummer eins zu Mercedes entführt, stört Whitmarsh nicht: "Wenn er die Weltmeisterschaft gewinnt, dann könnt ihr damit rechnen, dass ich wild herumspringen würde. Ich würde nicht an das nächste Jahr denken. Über die Nummer eins mache ich mir keine Sorgen. Wir werden uns sicher nicht zurückhalten, weil er die Nummer eins mitnehmen könnte."

Der Brite gibt die Marschroute für das Saisonfinale vor: "Wir würden diese Saison gerne mit sechs Siegen und beiden WM-Titeln beenden. Dann wäre ich zumindest dreieinhalb Stunden nach dem letzten Rennen wirklich glücklich." Er verspricht, dass sich der Abgang Hamiltons nicht auf die aktuelle Saison auswirken wird: "Beide Fahrer haben bei uns die gleichen Möglichkeiten. Jenson hat durch die Strafversetzung hier leider ein Handicap, aber er fährt hier immer fantastisch. Er leistete im Vorjahr unglaubliche Arbeit. Wenn wir die ersten zwei Plätze belegen, dann kümmert mich die Reihenfolge nicht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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