Lewis Hamilton fühlt sich von seinem Team nicht im Stich gelassen

Formel 1 2012

— 07.10.2012

McLaren: Konzentration auf die Konstrukteurs-WM?

Laut Lewis Hamilton geht McLaren "sehr professionell" mit seinem Wechsel um, trotzdem scheint das Team die Prioritäten neu gesetzt zu haben



Hätte Lewis Hamilton den Grand Prix von Singapur gewonnen, bei dem er in Führung liegend ausgeschieden ist, hätte er jetzt 24 statt 52 Punkte Rückstand auf WM-Leader Fernando Alonso. Aber den Konjunktiv gibt es in der Formel 1 bekanntlich nicht. Und so scheinen sich für McLaren die Prioritäten verschoben zu haben: "Die Konstrukteurs-WM ist für uns leichter zu gewinnen. Daher ist es nur natürlich, dass unser Fokus darauf liegt, sicherzustellen, dass wir die gewinnen können", erklärt Technikchef Paddy Lowe.

Worte, die Hamilton sicher nicht allzu gerne hört, die aber aus Sicht des Teams durchaus plausibel erscheinen. Denn nicht nur, dass in der Konstrukteurs-WM nur 36 Punkte auf Red Bull fehlen, hat sich der derzeitige WM-Vierte auch entschieden, nach Saisonende zu Mercedes zu wechseln - die Startnummer eins des Champions würde er dahin mitnehmen. Insofern hat man plötzlich wieder den Eindruck, dass auch Jenson Button im WM-Kampf unterstützt wird, obwohl der in Singapur schon angeboten hatte, sich bei Gelegenheit in Hamiltons Dienst zu stellen.

Lowe stellt jedoch klar: "Wir haben die Fahrer-WM noch keineswegs abgeschrieben. Mit Lewis ist es einfacher, mit Jenson aber auch noch nicht unmöglich. Aber leider gingen wir mit der Grid-Strafe für Jenson in dieses Wochenende - und Lewis wurde durch die gelben Flaggen schwer getroffen. Das hat uns zurückgeworfen", sagt er und ergänzt im Hinblick auf die Konstrukteurs-WM: "Es ist kein Wochenende, an dem wir den Abstand zu Red Bull leicht verringern können. Wir werden trotzdem unser Bestes geben."

Hamilton hat übrigens nicht das Gefühl, die Unterstützung des "sehr professionellen" McLaren-Teams verloren zu haben: "Viele Jungs kennen mich, seit ich hier bin, auch wenn natürlich einige neu dazugekommen sind. Klar sind sie irgendwie enttäuscht, weil wir nicht mehr zusammenarbeiten werden, aber wir haben gemeinsam viele schöne Erfahrungen gemacht. Der Fokus liegt auf den nächsten sechs Rennen. Wir wollen es mit einem Höhenflug beenden und gemeinsam unser Bestes geben, jeden Moment genießen. Es ist toll, mit solchen Jungs zusammenzuarbeiten!"

Vom neunten Startplatz, noch dazu mit dem falschen Setup ausgestattet, rechnet sich Hamilton jedoch keine großen Chancen aus, seinen Punkterückstand heute in Suzuka entscheidend zu verringern. Trotzdem schreibt er den WM-Titel noch lange nicht ab: "Einschließlich morgen haben wir noch sechs Rennen", so der 27-Jährige nach dem Qualifying. "Alles kann passieren - vielleicht scheiden sie ja mal aus und wir profitieren. Man sollte nie aufgeben. Wir werden morgen attackieren - in der Hoffnung, dass etwas Magisches passiert."

Die Ausgangslage ist jedenfalls klar: "Wir gingen im Wissen in dieses Wochenende, dass wir gewinnen müssen - wir müssen jedes Wochenende gewinnen. Als wir uns die Zeiten hier anschauten, konnten wir sehen, dass die Ferraris Probleme hatten. Wir dürfen aber nicht auf Sebastian vergessen - die haben hier plötzlich das schnellste Auto. Auch beim letzten Rennen waren sie schon sehr schnell, haben maximale Punkte geholt. Er ist wahrscheinlich der Hauptgegner für Fernando", gibt Hamilton zu Protokoll.

Fotoquelle: McLaren

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