Sebastian Vettel drehte wieder einmal in der Schlussphase richtig auf

Formel 1 2012

— 07.10.2012

Vettels Zeitenjagd strapaziert die Nerven seiner Chefs

Red Bull bejubelt Sebastian Vettels "perfektes Rennen", doch seine schnellste Rennrunde kurz vor Schluss sorgt wieder einmal für Kopfschütteln



Von der Pole-Position zum Start-Ziel-Sieg. Sebastian Vettel drückte dem Großen Preis von Japan in Suzuka deutlich seinem Stempel auf und war heute nicht zu schlagen. "Für Sebastian war es ein perfektes Resultat, er war heute so dominant", freut sich Teamchef Christian Horner bei 'Sky Sports F1' über die Vorstellung seines Piloten. Im Gespräch mit 'RTL' geht Horner sogar noch einen Schritt weiter: "Das war ein sehr diszipliniertes Rennen, er hat alles richtig gemacht. Er ist die richtige Pace gefahren, hat die Reifen geschont. Die haben länger gehalten, als es eigentlich notwendig gewesen wäre", lobt der Teamchef Vettel. "Es war ein perfektes Rennen."

"Unglaublich, diese Präzision. Schon im Qualifying haben wir ihm gesagt, dass er in Sektor eins ein Zehntel finden muss und prompt hat er es abgeliefert", ist auch Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko im Gespräch mit 'RTL' voll des Lobes über den Deutschen. Ende gut, alles gut? Mitnichten, denn Vettel fuhr seinen Chefs heute wieder einmal fast zu schnell. "Aber dass er in der vorletzten Runden wieder eine schnellste Runde hinknallen musste, das strapaziert unser Nervenkostüm", sagt Marko.

"Du merkst er fährt schneller und schneller und weißt genau, was er vorhat. Das ging ganz schön auf die Nerven, aber er hat es kontrolliert", findet auch Horner. Schon in Indien 2011 hatte Vettel sich den Unmut des Teams zugezogen, als er entgegen einer Anweisung in der Schlussrunde noch einmal die schnellste Rennrunde fuhr. Auch RTL-TV-Experte Nikki Lauda versteht nicht, warum Vettel trotz einer souveränen Führung ein solches Risiko eingeht. "Das hätten wir beide nicht gemacht", sagt Lauda an seinen früheren Rennfahrer-Kollegen Marko gerichtet.

Unverständnis über Vettels Rekordjagd

"Das hätten wir nicht gemacht", bestätigt der Österreicher, "aber das ist Vettel. Das will er, er wollte demonstrieren, was in ihm und dem Auto steckt. Aber es war unnötig." Die Bemühungen des Teams, ihn davon abzuhalten, fruchten bisher nicht: "Wir versuchen es auf die angenehme Art, indem wir sagen, es ist genug, du hast eh schon die schnellste Runde. Aber das lässt er sich nicht nehmen. Er ist ein Racer", meint Marko.

Außer Vettels Rekordjagd gab es auf seiner Seite der Box jedoch nichts auszusetzen. Anders sah dies bei Teamkollege Mark Webber aus. Schon beim Start kam der Australier nicht so gut weg wie Vettel und musste Kamui Kobayashi ziehen lassen. "Mark ist nicht der beste Starter, das wissen wir. Er stand auf der schlechteren Linie, aber so schlecht war es nicht", kommentiert Marko den Start des 36-Jährigen.

Webber nächstes Opfer von Grosjean

In der zweiten Kurve wurde Webber dann von Romain Grosjean getroffen und umgedreht: "Das war ein verrücktes Manöver von Grosjean in Kurve zwei, das hat letztlich Marks Rennen zerstört", ärgert sich Horner bei 'Sky Sports F1'. "Romain hat sich da völlig verschätzt. Er konzentriert sich mehr auf den Sauber links von ihm. Er trifft Mark, der dann nur noch Passagier war. Die Szene spricht für sich selbst", findet der Brite.

Webber musste nach der ersten Runde zu einem Sicherheitscheck an die Box fahren. "Weil das Safetycar so schnell wieder reinkam, hatte Mark keine Chance ans Ende des Feldes aufzuschließen. Beim Neustart lag er 20 Sekunden hinter dem vorletzten Auto. Er hat aber nicht aufgegeben, ist sehr kontrolliert gefahren und hat auf seine Reifen geachtet. Er ist im Endeffekt eine Ein-Stopp-Strategie gefahren kam damit in die Punkteränge. Er wäre ohne den Zwischenfall auch aufs Podium gefahren, keine Frage", glaubt Horner.

WM wieder völlig offen

Durch den Sieg Vettels und den gleichzeitigen Ausfall von Fernando Alonso verkürzte der Deutsche den Rückstand in der WM-Wertung auf vier Punkte. "Für die Meisterschaft ist das großartig. Fernando hatte heute Pech, aber über 20 Rennen hinweg gleicht sich das aus", glaubt Horner. "Wir hatten auch schon Pech mit mechanischen Defekten. Es wird ein echter Thriller in den letzten fünf Rennen."

Durch den zweiten Sieg in Folge geht Red Bull mit großem Selbstbewusstsein in die kommenden Rennen: "Wir wollen diese WM gewinnen und wollen sie von vorne gewinnen. Ich glaube, man kann mit uns wieder rechnen", sagt Marko bei 'RTL'. Teamchef Horner ist sich jedoch nicht sicher, ob sich die starke Leistung von Suzuka auch in Südkorea wiederholen lässt: "Das ist schwierig zu sagen. Heute war es toll, in Singapur war es toll. Es kommen jetzt unterschiedliche Strecken, und wir haben in dieser Saison erlebt, dass das Kräfteverhältnis ständig variiert. Du kannst dich auf eine Pole-Position nicht verlassen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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