Lewis Hamilton möchte in Zukunft überlegen, bevor er twittert

Formel 1 2012

— 11.10.2012

Hamilton & Twitter: "Habe mich zum Narren gemacht"

Lewis Hamilton zeigt sich nach seinem erneuten Twitter-Foul gegen den Teamkollegen reumütig, Opfer Jenson Button wundert sich über die Affäre



McLaren hat den Ruf, seinen Piloten weniger Freiheiten zu geben als andere Rennställe. Doch ausgerechnet bei der Truppe aus Woking scheint man nicht im Griff zu haben, was die Piloten über die Social-Media-Plattform Twitter kommunizieren. Nachdem der vom Team mit Saisonende scheidende Lewis Hamilton bereits in Spa-Francorchamps geheime Telemetriedaten online stellte, um zu beweisen, dass es nur am neuen Frontflügel lag, dass der Teamkollege schneller war, nutzte Hamilton die Plattform auch nach dem Rennen in Suzuka, um gegen Jenson Button Stimmung zu machen.

So postete er, dass er es "schade" finde, dass Button seinen Tweets nicht mehr folgt, obwohl er "immer noch" sein Teamkollege sei, und warf ihm vor, ihn nicht mehr zu "respektieren". Was Hamilton übersah: Der Teamkollege war auf Twitter gar nie sein Follower, weshalb er kurz darauf kleinlaut zurückruderte und den Irrtum eingestand.

Man kann sich vorstellen, dass sich Hamilton danach einiges von seinem Team anhören musste, schließlich sorgt es für große Unruhe, wenn man derartige Dinge in der Öffentlichkeit austrägt. Auch wenn sich Teammanager Jonathan Neale nach außen gelassen gibt: "Lewis hat bereits in Mokpo mit Jenson gesprochen, also bin ich darüber wenig besorgt."

Twitter-Affäre: McLaren gibt sich gelassen

Der Brite tut den Zwischenfall als unangenehme Randerscheinung ab: "Was Twitter angeht, so handelt es sich dabei natürlich um einen wichtigen Teil des Marketing- und Nachrichtenbereichs, aber es gibt Nachteile. Das war so eine Sache: Man zuckt mit den Schultern und sagt, dass das etwas unglücklich gelaufen ist."

Auf die Stimmung im Team wirke sich das aber nicht aus: "Was auch immer um uns herum passiert, ob es das Reglement oder die Medien betrifft, bleiben wir ein komplett fokussiertes Rennteam. Es liegen noch immer fünf Rennen vor uns, und alles ist möglich."

Hamilton zeigt Reue

Hamilton merkte man am Donnerstag in Südkorea aber durchaus an, dass ihm der Zwischenfall und seine Folgen zu schaffen machen. "Das war eine schwierige Woche für mich", zeigt er sich geknickt und reumütig. "Ich habe die Hand gehoben, denn ich habe einen Fehler gemacht. Manchmal passiert das. Ich werde in meinem Leben noch viele Fehler machen. Manchmal sagen wir Dinge in der Hitze des Gefechtes und hinterfragen sie nicht. Wie auch immer - das ist der Preis, den man in diesem Sport zahlt."

Dabei bereitet es ihm grundsätzlich Freude, über Twitter mit seinen Anhängern zu kommunizieren: "Ich mag es eigentlich, denn ich teile gerne die tollen Erfahrungen, die ich mache, mit den Fans. Aber es ist ein schmaler Grat, das hinzukriegen. Ich werde versuchen, mich zu bessern. Vielleicht passen Twitter und ich nicht zusammen."

Entschuldigung bei Button

Immerhin kann Hamilton schon wieder über den Zwischenfall lachen. Das bewies er mit seiner Antwort auf die Frage, ob er wie Nico Rosberg vorhabe, die im Musikvideo zum Chart-Hit Gangnam-Style gezeigten Tanzbewegungen auf dem Podest nachzuahmen: "Ich überlasse es Nico, sich zum Narren zu machen, denn das habe ich diese Woche schon gemacht."

Das Verhältnis zum Teamkollegen, mit dem er sich in den vergangenen Jahren stets gut verstand, habe unter der Affäre laut Hamilton nicht gelitten: "Ich habe mich bei Jenson entschuldigt, und er hat es gut aufgenommen. Jetzt blicken wir nach vorne. Ich habe versucht, Jenson noch am gleichen Abend zu erreichen."

Button verzeiht Hamilton

Tatsächlich hegt Button auch nach der erneuten Twitter-Affäre keinen Groll gegen Hamilton. Er gibt sich gegenüber den Medien gewohnt gelassen: "Er hat sich entschuldigt. Insofern ist alles gut. Abgesehen davon finde ich es erstaunlich, worüber wir hier an einem Grand-Prix-Wochenende reden."

Dass er seinem Teamkollegen auf Twitter nicht folgt, habe laut eigenen Angaben keine Bedeutung: "Uns allen steht es frei, wem wir bei Twitter folgen. Das Lustige an Twitter ist, dass du nicht immer denselben Leuten folgst. Es geht immer hin und her, mal folgst du jemandem, dann wieder nicht." Dass er im Gegensatz zu Hamilton seinem zukünftigen Teamkollegen Sergio Perez folgt, habe nur einen Grund: "Ich wollte ihn willkommen heißen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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