Sebastian Vettels Auto scheint auch in Yeongam sehr gut zu funktionieren

Formel 1 2012

— 12.10.2012

Bestzeit für Vettel: Red Bull gibt das Tempo vor

Sebastian Vettel beendet den ersten Tag in Südkorea knapp vor Webber und 0,3 Sekunden vor Hamilton - Nico Hülkenberg trotz Zwangspause in den Top 10



Weltmeister Sebastian Vettel visiert am kommenden Wochenende beim Grand Prix von Südkorea nach seinen Triumphen in Singapur und Japan den Hattrick an, mit dem er gleichzeitig auch die WM-Führung übernehmen würde. Und nach dem ersten Trainingstag auf der 5,615 Kilometer langen Strecke in Yeongam sieht es so aus, als sei Vettel bestens gerüstet, seinen Vorjahressieg zu wiederholen.

Der Red-Bull-Pilot, im ersten Freien Training noch Fünfter, verbesserte sich mit einer Zeit von 1:38.832 Minuten auf den ersten Platz und war mit 33 Runden auch im vorderen Viertel zu finden, was den Fleiß angeht. Vettel war im ersten Sektor um zwei Zehntelsekunden schneller und im letzten Sektor etwas langsamer als sein Teamkollege Mark Webber, was unterm Strich eine geringe Zeitdifferenz von gerade mal 0,032 Sekunden ergab. Auch Webber absolvierte 33 Runden.

"Wir können recht zufrieden sein", sagt Vettel. "Es sieht extrem eng aus. Wir waren heute nicht mit jedem Run glücklich, aber die Strecke hat sich heute Morgen sehr stark verändert - es war besser, als wir es erwartet hatten. Am Nachmittag war es zu Beginn sehr rutschig, aber am Ende wurde es etwas besser. Das Auto hat sich gut angefühlt und jetzt müssen wir für morgen arbeiten, denn wir müssen uns verbessern, damit wir mit den anderen mithalten können."

Ferrari experimentiert mit Heckflügeln

Vettels WM-Rivale Fernando Alonso fiel vom zweiten auf den vierten Platz zurück, erlebte mit 0,328 Sekunden Rückstand als Session-Dritter aber ebenfalls einen ordentlichen Nachmittag. Sein Ferrari-Team probierte heute gleich drei verschiedene Heckflügel-Varianten aus und wirkte auch am Nachmittag recht konkurrenzfähig. Das beweist die solide Leistung von Teamkollege Felipe Massa, der mit 0,590 Sekunden Rückstand Siebter wurde.

Jenson Button (McLaren) fehlten auf den weicheren Supersoft-Reifen 0,387 Sekunden auf die Spitze, was Platz fünf bedeutete, aber seine Longrun-Zeiten am Ende der Session waren mit die besten im Feld. "Red Bull ist der Maßstab, aber die anderen sind nicht chancenlos", analysiert Experte Marc Surer. Auffällig war phasenweise das ungewöhnliche Motorengeräusch des McLaren, das auf ein verändertes Motorenmapping hindeutet.

Lewis Hamilton brachte das wenig: Platz acht mit 0,885 Sekunden Rückstand. Allerdings war der Brite der einzige Fahrer, der auf Supersoft-Reifen nicht zulegen konnte. In der Tageswertung belegt er trotzdem Platz drei. Der designierte Hamilton-Nachfolger Sergio Perez (15./Sauber/+1,913) ließ heute ebenfalls keine Supersoft-Bestzeit anschreiben, weil er nach einem technischen Defekt trotz der Bemühungen seiner Mechaniker nicht mehr auf die Strecke gehen konnte.

Frühes Ende des Arbeitstages für Perez

"Ferrari war beim Identifizieren des Problems sehr schnell. Ein Antriebselement des Motors hat versagt. Der Motor selbst ist aber nicht beschädigt", twitterte das Sauber-Team noch während der Session. Zehn Minuten vor Schluss saß Perez tatsächlich mit Helm einsatzbereit im Cockpit, aber der zuständige Ferrari-Ingenieur gab kurz vor dem Starten des Motors mittels Handzeichen das Signal, dass der Mexikaner doch nicht mehr fahren kann.

Recht erfreulich begann das Wochenende aus der Sicht des scheidenden Mercedes-Altstars Michael Schumacher: Der Deutsche belegte in den beiden Sessions die Positionen sechs und fünf und hatte unterm Strich eine halbe Sekunde Rückstand auf Landsmann Vettel an der Spitze. Teamkollege Nico Rosberg, im zweiten Freien Training Siebter, blieb beide Male hinter dem siebenmaligen Weltmeister - in der Gesamtwertung um rund eine Viertelsekunde.

Rosberg wittert Fortschritte

"Das war ein guter Tag für uns, wir machen gute Fortschritte", zieht Rosberg eine erste Zwischenbilanz. "Wir haben ein paar neue Teile am Auto - eher Kleinigkeiten -, die wir ausprobieren und die gut funktionieren. Die Kurve zeigt nach oben. Wir gehen in die richtige Richtung und auch die Strecke scheint uns besser zu liegen. Auch mit den Reifen kommen wir gut zurecht." Die neuen Teile haben die Feuertaufe übrigens bestanden und werden auch morgen eingesetzt.

Lotus setzte am Nachmittag die Vergleichstests mit dem Coanda-Auspuff fort, der erneut nur bei Kimi Räikkönen installiert war. Der Finne erreichte damit den zehnten Platz, der Rückstand betrug aber 1,007 Sekunden. Romain Grosjean (11.) war mit einer konventionellen Spezifikation nur um 0,118 Sekunden langsamer - möglicherweise zu wenig für die Ingenieure, um für Samstag und Sonntag eine klare Entscheidung treffen zu können.

Sauber war laut Surer "nicht auffallend schnell" und landete am Vor- wie auch am Nachmittag auf den Plätzen 14 und 15. Perez beschwerte sich schon vor seinem Motorenproblem über ein defektes DRS. Umso stärker dafür der Auftritt von Nico Hülkenberg, dem eine verpasste Session nicht anzumerken war: Der Force-India-Pilot wurde mit 0,907 Sekunden Rückstand Neunter und war heute um fast vier Zehntelsekunden schneller als Teamkollege Paul di Resta (13.).

Marussia mit Lenkungsproblemen

Nachdem Marussia schon am Vormittag bei Timo Glock die Lenkung gewechselt hatte, war am Nachmittag auch jene von Charles Pic dran. Die beiden belegten die Positionen 22 und 23, wobei Glock erneut um eine halbe Sekunde schneller war. Hinter den beiden landete Witali Petrow (25.) - nach längerer Zwangspause zu Beginn. "Witali kam mit einem Reifenschaden rechts hinten zurück. Keine Probleme mit dem Auto, aber wir änderten den Plan, um Reifen zu sparen", twittert Caterham.

War die Fahrbahn noch am Vormittag extrem staubig und variierte das Asphalttemperatur-Fenster zwischen 21 und 29 Grad Celsius, so herrschten am Nachmittag mit mehr Grip und 29 bis 31 Grad stabilere Bedingungen. Daran lag es also nicht, dass es zwischen Pedro de la Rosa (27./HRT/+5,685) und dem von hinten aufschließenden Schumacher zu einem Missverständnis kam. "Wo ist das Problem?", richtet Surer seine Kritik in Richtung des Mercedes-Piloten.

"Hamilton ist glaube ich ein bisschen sauer", zieht Experte Gary Anderson ein Schlussfazit. "Er konnte keine Supersoft-Zeit fahren und klagte während der Longruns über abbauende Vorderreifen. Red Bull scheint sehr stark zu sein und Jenson sah bei den Rennsimulationen sehr stark aus - vielleicht am schnellsten von allen. Aber Red Bull, Ferrari und McLaren sind alle dabei. Schumacher und Rosberg könnten auch weit vorne mitmischen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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