Kollektiver Jubel bei Red Bull: Die Trendwende scheint endgültig geglückt

Formel 1 2012

— 14.10.2012

Selbst Reifenprobleme können Red Bull nicht stoppen

Sebastian Vettel und Mark Webber hatten auf ihrer Triumphfahrt in Südkorea mit Reifenprobleme zu kämpfen, dennoch holten sie den ersten Doppelsieg 2012



Besser hätte es für Red Bull in Südkorea kaum laufen können: Sebastian Vettel und Mark Webber fuhren für den österreichischen Rennstall den ersten Doppelsieg der Saison ein, nachdem sie am Samstag bereits die erste Startreihe gebildet hatten. Vettel übernahm damit die langersehnte WM-Führung und liegt in der Tabelle jetzt bei noch vier ausstehenden Rennen sechs Zähler vor Fernando Alonso. Red Bull setzte sich durch den Doppelerfolg zudem in der Teamwertung weiter von McLaren ab.

"Fantastisch, ich bin so glücklich! Das war ein großartiges Rennen", so ein freudestrahlender Vettel nach dem Rennen. "Die Basis für diesen Erfolg war der gute Start, vor dem ich etwas Bedenken hatte, weil ich auf der schmutzigen Seite startete. Ich kam jedoch gut weg, hatte eine gute Traktion und einen guten Grip."

Am Start konnte Vettel den Pole-Inhaber Webber überholen, der beim Start offenbar nicht so gut wegkam wie der Deutsche: "Marks Räder sind etwas durchgedreht, weshalb ich mich neben ihn setzen konnte", schildert Vettel. "Anschließend ging es auf die extrem lange Gerade. Ich konnte Mark neben mir hören, schaltete bis in den siebten Gang und benutzte KERS um meine Position zu verteidigen. Glücklicherweise kam ich gut aus der dritten Kurve heraus und konnte vorne bleiben. Anschließend versuchte ich, mich abzusetzen. Das war vor allem im ersten Abschnitt nicht einfach, weil Mark mir die ganze Zeit dicht auf den Versen war."

Bis auf einen kleinen Verbremser sei das Rennen für Vettel wie am Schnürchen gelaufen. Allerdings habe er zwischenzeitlich nicht den Eindruck gehabt, dass sein Sieg schon in trockenen Tüchern wäre: "Ich hatte den Eindruck, dass Mark seine Reifen etwas besser schonte als ich und etwas länger draußen bleiben könnte", sagt der Heppenheimer. "Unsere Boxenstopps waren exzellent, ich machte außerdem nur einmal in Kurve drei einen Fehler, als ich mich sehr stark verbremste und das echte Vorderrad sehr lange blockierte. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir jedoch schon einen guten Vorsprung und konnten das Rennen kontrollieren. Am Ende hatten wir etwas Bedenken, was die Vorderreifen angeht, weil wir sahen, dass sich viele Konkurrenten verbremsten."

Sein Dank gelte vor allem den Mechanikern und Ingenieuren: "Ich muss den Jungs in der Garage für ihre Arbeit danken, sie haben immer unermüdlich alles gegeben, ständig am Auto gearbeitet. Ich denke, wir haben einen weiteren großen Schritt gemacht. Das ist genau das, was wir brauchen und hoffentlich können wir diesen Moment aufrechterhalten bei den nächsten Rennen."

Webber hatte sich mehr erhofft

Teamkollege Webber versuchte nach einem nicht ganz optimalen Start, an Vettel dranzubleiben und erhoffte sich in der zweiten Kurve einen Konter aus dem Windschatten heraus, der jedoch nicht gelang: "Dann versuchte ich einfach, an ihm dranzubleiben", so der Australier. Laut ihm habe heute vor allem ein Faktor eine entscheidende Rolle gespielt: "Es kam das ganze Rennen über darauf an, auf die Reifen zu achten, vor allem weil der rechte Vorderreifen zum Ende jedes Abschnitts sehr mitgenommen war."

Die angesprochene Reifenproblematik habe sich erst im dritten Rennabschnitt gebessert: "Die ersten beiden Stints waren sehr schwierig für mich, ich musste aufgrund nachlassender Reifen Speed rausnehmen", fährt Webber fort. "Im letzten stimmte die Balance dann schließlich. Dann war es jedoch schon zu spät."

"Es freut mich aber für Seb, der super gefahren ist und das Team, das einen tollen Job gemacht hat. Natürlich bin ich etwas enttäuscht, ich habe mit einem besseren Ergebnis gerechnet, aber andererseits freue ich mich auch über dieses gute Ergebnis. Das Team konnte sich etwas von McLaren absetzen, was eine gute Sache ist."

Horner: "Unsere Reifen waren nah am Limit"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner konnte seine Freude nach dem ersten Doppelsieg der Saison nicht verbergen: "Ich freue mich für das gesamte Team über diesen ersten Doppelsieg der Saison. Am Ende kam es vor allem darauf an, die Reifen zu schonen", so der Brite.

Auch in Horners Augen sei der richtige Umgang mit den Pirelli-Reifen heute der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Dabei hätte es zwischenzeitlich sogar recht kritisch ausgesehen: Kurz vor Schluss musste Vettels Renningenieur den Deutschen darauf hinweisen, es etwas langsamer anzugehen, da vor allem die Vorderreifen ziemlich am Ende waren.

"Besonders die schnellen Kurven beanspruchten die Innenschulter des Reifens extrem", verrät Horner gegenüber 'Sky Sports F1'. "Es kam also darauf an, die Reifen nicht noch weiter zu strapazieren. Ich sagte also zu Sebastians Renningenieur Rocky, dass er ihm raten solle, die Reifen zu schonen. Die Reifen waren übrigens bei beiden Fahrern ziemlich an der Grenze der Haltbarkeit. Wir versuchten also nur noch, mit den Reifen ins Ziel zu kommen. Beide Fahrer haben bezüglich der Reifen einen tollen Job gemacht. Sie haben getan, was sie mussten."

Red Bull erlebt "zehn fantastische Tage"

Der Triumph in Yeongam war der dritte Erfolg für Red Bull in Folge und der zweite innerhalb von einer Woche. Die Österreicher scheinen in der WM nun endgültig das Blatt zu ihren Gunsten gedreht zu haben. Zwar belegte der ärgste Widersacher in der Fahrer-WM, Fernando Alonso, heute den dritten Platz. Doch angesichts Red Bulls Konstanz bei den zurückliegenden Rennen scheint der Titel nun in greifbare Nähe gerückt zu sein.

"Das waren zehn fantastische Tage für uns", sagt Horner nach dem 55-Runden-Rennen im Süden Südkoreas. "Ich denke, dass wir hier ein sehr starkes Wochenende hatten, was vor allem der harten Arbeit hinter den Kulissen zu verdanken ist. Man muss nur einmal schauen, wie hart hier gearbeitet wird, wer als Letzter die Boxen verlässt. Auch die Leute in der Fabrik in Milton Keynes geben stets ihr Bestes. Die Zusammenarbeit war heute wieder fantastisch aufeinander abgestimmt - sowohl die Arbeit beim Boxenstopp als auch die Strategie."

Speziell in dieser entscheidenden Phase der Weltmeisterschaft sei es wichtig, das Feld anzuführen: "Wir sind derzeit sehr gut in Form und sind genau da, wo wir zu diesem Zeitpunkt in der Saison sein müssen", erklärt Horner, der allerdings auch darauf hinweist, dass noch nichts entschieden ist: "Es sind noch vier Rennen zu fahren und wir liegen nur sechs Punkte vor Fernando, der heute wieder weit vorne lag. Ferrari war wirklich konkurrenzfähig."

Horner weiter: "Es sind noch 100 Punkte zu vergeben und es ist noch alles möglich. Es geht jetzt sehr eng zu und es wird denke ich bis Brasilien spannend bleiben. Das habe ich schon zu Beginn der Saison gesagt und daran glaube ich auch jetzt noch. Wir müssen den Schwung aus den letzten Rennen jetzt mit nach Indien und Abu Dhabi nehmen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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