Romain Grosjean mittendrin, aber nicht dabei beim Kleinholz hacken

Formel 1 2012

— 14.10.2012

Grosjean: 500 Meter zum heimlichen Grand-Prix-Sieg

Der Lotus-Pilot ist heilfroh, den Start ohne jeglichen Feindkontakt überstanden zu haben, ärgert sich aber darüber, Nico Hülkenberg nicht geschnappt zu haben



Er stand nur auf Startplatz sieben, aber alle Augen der Formel-1-Welt ruhten an diesem Sonntag in Yeongam auf Romain Grosjean: Nach seinen häufigen Startunfällen durfte sich der Franzose beim Südkorea-Grand-Prix kein weiteres Missgeschick mehr leisten - und blieb in der ersten Kurve und den 55 folgenden Runden cool. "Es war sicher nicht der einfachste Morgen des Jahres. Ich hatte viel Druck und mir vorgenommen, mit niemandem aneinander zu geraten", schnauft Grosjean bei 'Sky Sports F1' durch.

Der 26-Jährige hätte eine große Portion Johanniskraut gut gebrauchen können: "In der Startaufstellung habe ich dann nur noch versucht, zu entspannen", berichtet Grosjean. Das Unternehmen glückte und auch am Lotus-Kommandostand purzelten die Steine von den Herzen: "Wir sind erlöst, denn auf Romains Schultern lastete gewaltiger Druck. Aber er ist hervorragend damit umgegangen und hat genau das getan, was wir von ihm erwartet haben", lobt Eric Boullier seinen Ex-Bruchpiloten.

Die Verleihung eines Lorbeerkranzes war alles, was noch fehlte, findet der Teamchef: "Es tut gut, zu sehen, dass er die richtige Reaktion gezeigt und sein Potenzial abgerufen hat. Jeder hat ihm gratuliert, als hätte er das Rennen gewonnen", meint Boullier schmunzelnd. Dass Grosjean das Ziel als Siebter erreichte, war beinahe Nebensache: "Ich wusste, dass das Rennen ein gutes wird, sobald ich die erste Runde überstehe. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich kämpfen, wie ich wollte", blickt Grosjean zurück.

Und als "spaßig" empfand der amtierende GP2-Champion es obendrein, auch wenn ein Duell mit einem deutschen Konkurrenten nicht den gewünschten Ausgang nahm. "Es war etwas frustrierend, dass ich es nicht geschafft habe, Nico Hülkenberg zu überholen. Ich hatte die Chance, habe auch mit Lewis gekämpft - das war nicht einfach", lässt Grosjean die Szenen Revue passieren. Später konnte er nicht mehr angreifen: "Wir haben Traktion verloren, speziell der letzte Satz Reifen war wirklich schlecht."

Das Fazit fällt positiv aus: "Es war ein wichtiges Rennen für mich ohne Schwierigkeiten am Start. Das muss ich jetzt noch vier weitere Male zeigen und unser Potenzial umsetzen", erklärt Grosjean das Vorhaben für den Rest der Saison und schielt auf die WM-Gesamtwertung: "Platz sieben wäre schön, aber es geht darum, die restlichen vier Rennwochenende kontrolliert über die Bühne zu bringen. Wir arbeiten weiter, verbessern uns und wollen uns für die Zukunft rüsten." Und Kurve eins überstehen.

Der letzte Schulterklopfer des Tages kommt von Boullier: "Er ist im gesamten Rennen vorsichtig gefahren. Das ist für sein Selbstvertrauen sicher Gold wert, von den Punkten für den siebten Platz ganz zu schweigen", adelt er den vorerst geläuterten Sünder.

Fotoquelle: xpbimages.com

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