Starkes Formel-1-Comeback, immer noch WM-Dritter: Kimi Räikkönen

Formel 1 2012

— 15.10.2012

McLaren und Lotus schreiben Fahrer-WM ab

Theoretisch haben noch sechs Fahrer Chancen, 2012 Weltmeister zu werden, doch Lewis Hamilton und Co. haben den WM-Titel in Südkorea abgeschrieben



Schon nach Japan deutete es sich erstmals an, jetzt ist es zumindest aus Sicht der meisten Experten praktisch Gewissheit: Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2012 hat sich auf einen Zweikampf zwischen Sebastian Vettel (215 Punkte) und Fernando Alonso (209) reduziert. Denn Kimi Räikkönen (167), Lewis Hamilton (153) und Mark Webber (152) haben umgerechnet schon rund zwei Siege Rückstand auf die Spitze - und Jenson Buttons Chancen sind bei 84 Punkten Rückstand sowieso nur noch rechnerischer Natur.

Der Auftaktsieger von Australien hat diese Saison schon sechs Nullen angeschrieben - also gleich viele wie Vettel (3), Alonso (2) und Räikkönen (1) zusammengerechnet. "Ich habe keine Chance mehr", sieht der Champion von 2009 ein und betont, er wolle die verbleibenden vier Rennen "einfach genießen". Auch Teamkollege Lewis Hamilton verabschiedet sich aus dem WM-Kampf: "Ich denke, das war's jetzt für uns."

Eine Ansicht, der Experte Marc Surer nicht widerspricht: "Es war nicht sein Wochenende. Ich glaube, dass er aus dem Rennen um die Weltmeisterschaft draußen ist, wenn die ersten beiden nicht noch plötzlich Probleme bekommen", sagt er über Hamilton. Also konzentriert man sich bei McLaren nun auf die Konstrukteurs-WM: "Die Hauptpriorität wird darauf liegen, Punkte für das Team zu holen", legt Button eine Marschroute für das letzte Saisonfünftel fest.

Konstrukteurs-WM: Noch 172 Punkte zu vergeben

In der Konstrukteurs-WM haben nur noch vier Anwärter rechnerische Chancen, den Titel zu gewinnen, realistisch betrachtet wird es nach dem ersten Doppelsieg überhaupt in dieser Saison aber schwierig, Red Bull (367) noch abzufangen. Spannend dagegen der Kampf um Platz zwei zwischen Ferrari (290) mit einem wiedererstarkten Felipe Massa, McLaren (284) und Lotus (255) mit Comeback-Superstar Räikkönen.

Den "Iceman" hat Surer nicht mehr auf der Rechnung: "Da müsste schon was passieren mit den ersten beiden", glaubt der ehemalige Formel-1-Pilot. "Er ist zu weit weg, und aus eigener Kraft kann er mit dem Lotus nicht gewinnen - das haben wir gesehen. Es ist ein gutes Auto, aber nicht gut genug, um Rennen zu gewinnen. Wenn den ersten beiden nichts passiert, glaube ich nicht, dass Räikkönen noch eine Chance hat." Lotus nimmt das Wort WM auch gar nicht mehr in den Mund.

Surer lobt Räikkönen: "Sensationelles Comeback"

"Aber er hat natürlich eine Chance auf den dritten Platz in der Weltmeisterschaft. Das wäre ein sensationelles Comeback nach zwei Jahren, ein voller Erfolg für ihn", findet Surer. Was Räikkönen noch fehlt, ist ein Sieg: Sechsmal stand er schon auf dem Podium - genauso oft wie Hamilton, öfter als Button und Webber. Und die einzige Null verbuchte er in Schanghai, als er im Finish von den Reifen in den Stich gelassen wurde.

Bei Reifenhersteller Pirelli fiebert man den letzten Rennen übrigens ebenfalls entgegen: "Wir träumen natürlich davon, dass die WM erst im letzten Rennen in Brasilien entschieden wird. Das werden wir schon bald erfahren", sagt Sportchef Paul Hembery. "Die Teams wissen in dieser Phase der Saison aber auf jeden Fall, was sie mit den Reifen anstellen müssen. Wir haben die Reifen für den Rest der Saison bereits produziert. Daran verändern wir nichts mehr."

"Red Bull", fährt er fort, "hat sicher einen Schritt nach vorne gemacht. In den letzten beiden Rennen sah das komfortabel aus. Doch jetzt haben alle noch einmal zwei Wochen Zeit, um ihrerseits Fortschritte zu machen. McLaren und Ferrari sind dran. Es dürfte in dieser so engen Saison aber schwierig sein, diese zwei Zehntel zu finden. Das macht die Formel 1 aber auch so faszinierend, denn du musst doppelt so hart arbeiten wie dein Vordermann, um vorbeizugehen."

Fotoquelle: Lotus

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