Stabübergabe: Nico Hülkenberg übernimmt Sergio Perez' Sauber-Cockpit

Formel 1 2012

— 16.10.2012

Surer: Hülkenberg und Sauber "passen zueinander"

Experte Marc Surer glaubt, dass Nico Hülkenberg und das Sauber-Team 2013 gut harmonieren werden - Offizielle Bestätigung des Transfers steht weiterhin aus



Ende 2010, unmittelbar nach der sensationellen Pole-Position in Brasilien, stand Nico Hülkenberg am Scheideweg seiner Karriere: Das Williams-Team hatte seinen Vertrag nach nur einer Saison nicht verlängert, weil Pastor Maldonado mit rund 35 Sponsorenmillionen winkte, und sonst war kein konkurrenzfähiges Renncockpit mehr frei. Der Emmericher zog die Konsequenzen, trennte sich von seinem Manager Willi Weber und heuerte als dritter Mann bei Force India an.

Dort nutzt er die Chance als Nachfolger von Adrian Sutil 2012 eindrucksvoll. Im Qualifying-Stallduell mit dem hochgelobten Paul di Resta steht es vier Rennwochenenden vor Schluss 8:8, nach Punkten führt Hülkenberg sogar mit 45:44 - Tendenz steigend, wie man vor allem in Südkorea sehen konnte: Der 25-Jährige lieferte ein blitzsauberes Qualifying ab, startete gut in den Grand Prix - und zeigte dann in Runde 41 ein echtes Bravourstück, als er zwei Gegner auf einmal kassierte.

Nach der langen Geraden, beim Anbremsen von Kurve drei, setzte sich Romain Grosjean außen neben Lewis Hamilton, der Lotus-Pilot agierte jedoch zögerlich und konnte nicht vorbeigehen. Hülkenberg schaute sich das von hinten kommend an - und nutzte seinen Schwung, um beide auf einmal zu überholen! "Zwei kämpfen, und er schnappt beide auf einen Schlag - das war einfach ein Bravourstück", staunt selbst Experte Marc Surer.

Lob von Vize-Teamchef Fernley

Für Hülkenberg selbst war es "ein cooles Manöver", genau wie aus Sicht seines Teams: "Das war sehr, sehr hart, extrem gut. Vielleicht eines der schönsten und saubersten Überholmanöver, das wir seit einiger Zeit gesehen haben. Exzellent", schwärmt der stellvertretende Teamchef von Force India, Robert Fernley. Surer geht sogar noch weiter: "Vom achten auf den sechsten Platz zu fahren, ist sehr, sehr stark mit einem Force India. Hülkenberg war für mich der Mann des Rennens."

Und noch jemandem ist die Leistung des Deutschen nicht entgangen: "Nico ist sehr stark gefahren", wird Peter Sauber vom Schweizer 'Blick' zitiert. Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' war das schon ein Lob vom neuen Chef: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wurde der 2013er-Vertrag am Sonntag in Yeongam unterzeichnet. Hülkenberg steht damit als erster Sauber-Fahrer für die nächste Saison fest.

Berater will Einigung nicht bestätigen

Offizielle Bestätigung gibt es freilich noch keine - auch, weil Force India vor dem Heim-Grand-Prix keine schlechten Nachrichten brauchen kann, wie unter anderem von der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' gemutmaßt wird. Und Hülkenbergs Berater Timo Gans sagt: "Ich will das weder bestätigen noch dementieren. Die Fahrerverträge werden normalerweise von den Teams bekannt gegeben. Dem will ich nicht vorgreifen."

Aus Sauber-Sicht könnte die Verpflichtung ein Fortschritt sein, was die Qualität der Fahrerpaarung angeht: "Hülkenberg ist einer, der es sehr gut kann, sein Auto perfekt abzustimmen", glaubt Experte Surer. "Sein Auto lief in der Qualifikation und im Rennen hervorragend. Das ist etwas, was sich ein Fahrer erarbeiten muss, und ich glaube, da sind die Sauber-Jungs nicht ganz so gut. Kobayashi ist da zu ungestüm und Perez zu unerfahren."

"Die beiden passen zueinander", findet Surer. "Erstens spricht Nico Deutsch, was natürlich zum Sauber-Team passt, und zweitens wäre es für ihn wahrscheinlich besser. Force India schwankt immer - da weiß man nie genau, was die Zukunft bringt. Sauber ist stabil und hat ein gutes Auto. Das Reglement bleibt fast gleich, also wird das Auto wohl auch im nächsten Jahr gut sein. Es ist glaube ich für beide Seiten ein Erfolg, wenn er da fahren kann."

Key arbeitet nicht mehr für Sauber

Allerdings steht auch ein gewisses Risiko im Raum, denn James Key, der geistige Vater des aktuell so erfolgreichen Sauber-Ferrari C31, arbeitet inzwischen für Toro Rosso, und finanziell betrachtet ist Sauber wie die meisten Mittelfeld-Teams nicht auf Rosen gebettet. Nur: Force India steht angesichts der jüngsten Hiobsbotschaften um Vijay Mallya wohl auch nicht besser da. Und ein verlässlicher Wert war Sauber schon immer, selbst im schwierigen Post-BMW-Jahr 2010.

Hülkenberg lässt nach außen noch nicht durchdringen, dass in Wahrheit längst alles unter Dach und Fach ist: "Ich will natürlich Gewissheit haben", beteuert er, "und zwar nicht erst in drei Monaten. In ein paar Wochen sollte es Klarheit geben, aber noch ist nichts entschieden." Seine Vorstellung in Südkorea sei "ein Mega-Ergebnis" gewesen, "aber ich bin noch lange nicht am Ende. Mit mehr Erfahrung werde ich hoffentlich noch ein bisschen besser."

Fotoquelle: xpbimages.com

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