McLaren-Technikchef Paddy Lowe sieht Red Bull aufgrund des Gesamtpakets vorn

Formel 1 2012

— 17.10.2012

Lowe: Red Bull nicht nur dank Doppel-DRS vorn

McLaren-Technikchef Paddy Lowe sieht im Doppel-DRS von Red Bull nicht den Hauptgrund für den Aufschwung - McLaren steht dem System skeptisch gegenüber



Spätestens seit dem Grand Prix von Japan ist Red Bull im WM-Kampf zurück. Zwar gewann Sebastian Vettel zuvor auch auf dem Stadtkurs in Singapur. Dort profitierte der amtierende Weltmeister aber vom Getriebeschaden am in Führung liegenden McLaren von Lewis Hamilton und hätte ohne diesen Defekt wohl kaum die volle Punktzahl eingefahren.

In Suzuka dominierten Vettel und Red-Bull-Teamkollege Mark Webber dann sowohl die Freien Trainings als auch das Qualifying. Im Rennen fuhr Webber nur deshalb nicht aufs Podium, weil er gleich in der ersten Runde von Lotus-Pilot Romain Grosjean abgeräumt wurde und ans Ende des Feldes zurückfiel. Am vergangenen Sonntag in Yeongam schließlich brachten die "Bullen" ihren ersten Doppelsieg der Saison unter Dach und Fach.

Von zahlreichen Beobachtern der Szene wird der jüngste Formanstieg des Weltmeisterteams dem Doppel-DRS zugeschrieben. Bei McLaren - lange Zeit Red-Bull-Verfolger Nummer eins in diesem Jahr - glaubt man allerdings nicht daran. "Ich bin mir nicht sicher, ob die Form von Red Bull einzig und allein in diesem System begründet liegt - ich bezweifle es", sagt McLaren-Technikchef Paddy Lowe und liefert seine eigene Erklärung: "Sie haben mit ihrem Auto augenscheinlich einen großen Schritt gemacht. Meines Erachtens ist dieser Schritt eher auf die generelle Entwicklung des Fahrzeugs zurückzuführen. Es ist aber nicht einfach, dahinterzukommen."

Bei McLaren sieht man Doppel-DRS skeptisch

Dem Thema Doppel-DRS steht man in Woking jedenfalls skeptisch gegenüber. "Wir haben gesehen, dass bei Lotus schon eine ganze Weile mit dem System gekämpft wird. Der tatsächliche Performance-Gewinn scheint gering", urteilt Lowe und erklärt: "Das ist auch der Grund, warum bisher nicht mehr Teams auf diesen Zug aufgesprungen sind. Diejenigen, die es haben, verfügen alle über verschiedene Lösungen." So unterscheidet sich die Red-Bull-Variante sowohl von jener bei Mercedes als auch von der bei Lotus noch nicht im Rennen eingesetzten.

Während Mercedes die Luft zum Frontflügel kanalisiert und Lotus mit zwei Öffnungen links und rechts der Airbox arbeitet, lässt Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey die Luft über zwei Löcher im oberen Bereich des Heckflügels auf das untere Flügelelement - den sogenannten Beam-Wing - treffen. Im Zusammenspiel mit dem Luftstrom von vorn sorgt die von oben kanalisierte Luft für Verwirbelungen. Diese reduzieren den Effekt des Beam-Wings und somit den Abtrieb. Folge: Das Auto ist auf den Geraden schneller.

Red Bull im WM-Kampf im Nachteil?

Im WM-Kampf gegen Ferrari wird Red Bull alle Vorteile nutzen müssen. Wie Pirelli in dieser Woche verlauten ließ, werden bei den beiden letzten Rennen des Jahres in Austin und Interlagos die Mischungen Medium und Hard eingesetzt. Mit dieser Kombination der angebotenen Mischungen hatte Red Bull im bisherigen Saisonverlauf die größten Probleme.

Der aktuelle WM-Spitzenreiter Vettel gilt bei den Formel-1-Fans in Deutschland dennoch als Favorit. Gemäß einer Umfrage durch das Nürnberger Marktforschungsinstitut 'puls' trauen 69 Prozent der Befragten dem zweimaligen Weltmeister in diesem Jahr einen erneuten Titel und damit den WM-Hattrick zu. Nur 15 Prozent glauben nicht an den Red-Bull-Piloten, der mit seinem Sieg am vergangenen Sonntag in Yeongam zum ersten Mal seit dem 27. Mai wieder die Führung in der Fahrerwertung übernommen hat.

Fotoquelle: xpbimages.com

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