Michael Schumacher blickt zurück auf eine lange Karriere in der Formel-1-WM

Formel 1 2012

— 18.10.2012

Schumacher: "Ich höre endgültig auf"

Michael Schumacher beendet seine Karriere - und dieses Mal endgültig: Der Formel-1-Rekordchampion geht betont entspannt in die Zeit danach



Noch vier Rennen. Dann ist die zweite Formel-1-Karriere von Michael Schumacher vorbei. Ein für alle Mal. Daran ließ der siebenmalige Formel-1-Weltmeister im Rahmen eines Medientermins keinerlei Zweifel. "Ich höre endgültig auf", meint "Schumi" im Gespräch mit der 'Gazzetto dello Sport'. Nach dem Großen Preis von Brasilien hängt er seinen Helm also an den Nagel. Ohne gemischte Gefühle.

Dafür habe er seine Zeit in der Formel 1 viel zu sehr genossen, wie er selbst sagt: "Wenn ich einen Blick in den Rückspiegel meines Lebens werfe, dann sehe ich mich glücklich und lächelnd." Er habe im Verlauf der Jahre schließlich einiges erreicht, nämlich sieben WM-Titel und 91 Grand-Prix-Siege . Die Formel 1 - speziell die drei Jahre beim Mercedes-Werksteam - hätten ihn aber auch einiges gelehrt.

"Ich hatte zwei Karrieren", sagt Schumacher. "In der einen habe ich alles gewonnen. In der anderen habe ich gelernt, was es bedeutet, zu verlieren. Ja, das habe ich gelernt." Er sei geduldiger geworden, auch entspannter. "Mein Alter spielt da sicher auch eine Rolle", meint der 43-Jährige. "Ich kann nun in Gänze auf das zurückschauen, was ich gemacht habe. Und ich bin zufrieden. Ich bereue nichts."

Er freue sich vielmehr über seine zahlreichen Errungenschaften und auf das nächste Kapitel seines Lebens. "Ich werde noch genug neue Möglichkeiten haben", sagt Schumacher. Was genau er damit meint, ließ er offen. "Schumi" verrät nur so viel: "Ich habe immer international gearbeitet. Und das wird auch so bleiben." Er habe diverse Optionen, "aber ich denke jetzt nicht daran", erklärt Schumacher.

Schumacher war wieder "im roten Bereich"

Spätestens nach seinem letzten Formel-1-Rennen in Brasilien am 25. November 2012 dürfte dieses Thema allerdings sehr aktuell werden. Und was dann? Ganz ohne Motorsport scheint es wohl nicht zu gehen: "Mir fällt es leicht, ein Wochenende ins Kart zu springen, und es einfach zu genießen", meint Schumacher in der 'Süddeutschen'. Dann aber nur als Privatmann. "Und ich kann es kaum erwarten."

Die vielen Verpflichtungen eines Formel-1-Rennfahrers hätten ihn zunehmend belastet. Schumacher erklärte zuletzt, seine Akkus seien wieder "im roten Bereich". All dies habe zur Entscheidung geführt, aus dem Formel-1-Cockpit auszusteigen. "Das setzt sich aus vielen Kleinigkeiten zusammen", meint er und zählt auf: "Das Reisen, das Weggehen von der Familie, irgendwo in einem Hotel hocken."

Als Rennfahrer führe man zwar durchaus ein privilegiertes Leben und fühle sich auch wohl dabei, doch "es gibt für mich nichts Besseres, als zuhause zu sein", sagt Schumacher im Gespräch mit der 'FAZ'. Er erklärt: "Das bedeutet für mich Freiheit. Und die möchte ich bald wieder genießen." Und laut seinem ehemaligen Konkurrenten Gerhard Berger macht "Schumi" dabei einfach "alles richtig".

Berger: Der perfekte Zeitpunkt

"Das ist der perfekte Zeitpunkt, um endgültig zurückzutreten", meint Berger bei 'Auto Bild motorsport' und merkt an: "Besonders in diesem Jahr hat Michael noch einmal gezeigt, dass er immer noch vorn mitfahren kann, wenn alles passt. Michael ist zuletzt mit Nico Rosberg auf Augenhöhe gefahren, der zu den schnellsten Fahrern im Feld zählt." Deshalb könne er erhobenen Hauptes gehen.

"Warum sollte sein Denkmal da Schaden genommen haben?", fragt Berger. Vielmehr solle "Schumi" die letzten Rennen nochmals voll genießen. Der Österreicher weiter: "So eine Entscheidung wirkt wie ein Befreiungsschub. Das war auch bei mir so, als ich 1997 noch einmal in Deutschland gewonnen hatte." Schumacher blieb ein weiterer Sieg indes versagt - zumindest bis vier Rennen vor Schluss.

Er bereue sein Comeback aber "auf keinen Fall", sagt er bei der 'FAZ'. "Mein Leben war vorher in Ordnung, es ist jetzt noch in Ordnung. Diese drei Jahre haben mir sehr viel gegeben. Ich habe die Formel 1 aus einer anderen Perspektive erlebt, habe mich persönlich weiterentwickelt", meint der Rekordchampion. "Nun bin ich offener und relaxter, ich kann loslassen und fühle mich viel freier."

Auf dem Rücken des Pferdes ...

Und das soll auch so bleiben, denn nach der Formel 1 wird sich Schumacher nicht mehr in einer anderen Rennserie engagieren. "Das habe ich nicht vor", sagt er in der 'Gazzetta dello Sport'. "Die Formel 1 bietet das Maximum an Emotionen, Geschwindigkeit und dergleichen. Eine andere Auto-Kategorie würde mir nicht das gleiche Gefühl vermitteln. Ich höre hier und jetzt komplett auf."

Ein bisschen Wettbewerb darf es dann aber trotzdem noch sein. Schumacher schmunzelt und sagt: "Ich denke, ich werde an Western-Reiten-Turnieren teilnehmen. Meine Frau Corinna, die schon seit Jahren bei solchen Veranstaltungen am Start ist, hat schon das richtige Pferd für mich ausgewählt. Und ich werde es probieren", meint Schumacher. Mit springenden Pferden kennt er sich ja aus ...

Fotoquelle: xpbimages.com

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