Sebastian Vettel fuhr in beiden Trainingseinheiten zur Bestzeit

Formel 1 2012

— 26.10.2012

Red Bull dominiert Freitagstraining in Indien

Sebastian Vettel zweimal Erster, Fernando Alonso zweimal Dritter: Red Bull war am ersten Trainingstag in Noida eindeutig das beste der drei Topteams



Zwar warnen die meisten Experten davor, Fernando Alonso und Ferrari nach dem Führungswechsel in der Fahrer-WM schon abzuschreiben, aber der Grand Prix von Indien begann für Sebastian Vettel schon mal genau nach Plan. Der Red-Bull-Pilot und sein Teamkollege Mark Webber setzten sich nämlich um eine halbe Sekunde von ihren Verfolgern ab und meldeten damit ihre Favoritenansprüche für das bevorstehende Rennwochenende in Noida an.

Vettel absolvierte bei bis zu 30 Grad Celsius heißen Temperaturen und deutlich griffigeren Verhältnissen als am Vormittag eine Bestzeit von 1:26.221 Minuten und blieb damit nur um eine halbe Sekunde über der Freitagsbestmarke von 2011 zurück. Die beiden Red Bulls waren die einzigen Autos, die in Sektor zwei unter 23 Sekunden blieben, und waren auch in Sektor drei am schnellsten. Nur auf den ersten gut 40 Fahrsekunden waren einige Gegner zumindest auf Augenhöhe.

Zum Beispiel Alonso, dessen schnellste Runde um 0,599 Sekunden langsamer war als jene von Vettel. Zunächst durfte der Spanier hoffen, wenigstens bei den Renntrimm-Tests im Finish ein Wörtchen mitzureden, aber auch da verjagte Vettel mit seiner letzten Runde alle Schreckgespenster, als er in 1:31.212 Minuten gestoppt wurde und somit schneller war als die Konkurrenz - wobei die Volltank-Zeiten natürlich nur schwierig miteinander zu vergleichen sind.

Surer sieht Red Bull an der Spitze

Kann man trotzdem von einer Red-Bull-Überlegenheit sprechen? "Das kann man so sagen, ja", findet Experte Marc Surer. Dem ehemaligen Formel-1-Piloten stach auch die enorme Haltbarkeit der weicheren Reifenmischung ins Auge: "Der weiche Reifen ist ein Top-Rennreifen. Das wird der Rennreifen werden, und widerwillig und zähneknirschend wird man irgendwann auch den harten draufschrauben müssen", prognostiziert er.

Bei den Volltank-Tests hatte zuerst das McLaren-Team Lewis Hamilton angefunkt, dass er "der Schnellste" sei, was jedoch später von Vettel korrigiert wurde. Am Ende blieb für Hamilton mit 0,910 Sekunden Rückstand der sechste Platz, fünf Hundertstelsekunden vor seinem Teamkollegen Jenson Button. Der kam übrigens mit gerade mal 24 Runden durch die 90-minütige Session und war damit unter den Topfahrern das "Faultier" des Nachmittags.

"Ich hoffe doch, dass wir weiter vorne sein werden", seufzt Teamchef Martin Whitmarsh. "Unsere Longruns sahen nicht so schlecht aus, aber wir brauchten zu lange, um die Reifen auf Temperatur zu bringen. Lewis' schnellste Runde kam nach acht fliegenden Runden. Das sagt einiges, so sollte es nicht sein. Bei Jenson gab es ähnliche Probleme. Grundsätzlich waren wir mit den härteren Reifen vernünftig unterwegs, mit dem Option waren wir auf den Shortruns aber nur Durchschnitt."

Wieder Spezialteile für den "Iceman"

Noch vor dem McLaren-Duo sicherten sich Nico Rosberg (Mercedes/+0,801) und Kimi Räikkönen (Lotus/+0,809) die Positionen vier und fünf; Achter wurde Nico Hülkenberg (Force India/+1,012), Neunter Romain Grosjean (Lotus/+1,176). Bei Lotus waren erstmals beide Autos mit dem Coanda-Auspuff ausgestattet, die neueste Version des Frontflügels durfte heute aber wieder nur WM-Mitanwärter Räikkönen ausprobieren.

Sergio Perez schien seine Infekt-Zwangspause gut verkraftet zu haben, akklimatisierte sich mit einem Pensum von 39 Runden und war unterm Strich sogar um drei Zehntelsekunden schneller als sein Teamkollege Kamui Kobayashi (16./+2,234). Zwischen den beiden landeten zum Beispiel Michael Schumacher (Mercedes/+2,001) oder auch Felipe Massa (Ferrari/+2,075). Letzterem standen in der Schlussphase keine neuen Reifen mehr zur Verfügung.

Massa zweimal neben der Strecke

Das hatte sich Massa aber selbst zuzuschreiben, denn in einer Session mit dutzenden kleineren Ausritten sorgte er für zwei der spektakulärsten Dreher. "Beide Sätze, sowohl Prime wie auch Option, die für diese Session vorgesehen waren, sind beschädigt", twitterte Ferrari noch während des Trainings. Für den zweiten Ausritt konnte Massa aber nichts: Wie sich später herausstellte, hatte das Team den Frontflügel flacher gestellt, ohne ihn zu informieren.

Den Dreikampf der Nachzügler-Teams gewann wieder einmal Caterham, obwohl die Briten Witali Petrow (20./+3,385) wegen eines Motorenproblems am Ende nicht mehr auf die Strecke lassen konnten. Timo Glock rückte indes bei Marussia das teaminterne Kräfteverhältnis wieder zurecht, sicherte sich vor Lokalmatador Narain Karthikeyan (HRT) Platz 22 und distanzierte seinen Teamkollegen Charles Pic (24. und Letzter) um knapp vier Zehntelsekunden.

Bei Red Bull tritt man nach dem tollen Freitag auf die Euphoriebremse: "Alles in allem war es ganz in Ordnung - wir hatten schon schlechtere Freitage", bilanziert Vettel bescheiden. "Wichtig ist, den Kompromiss beim Setup zu finden. Am Freitag mache ich den Zeitenmonitor aber aus. Ich denke, es ergibt mehr Sinn, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Das ist aber nicht erst seit den letzten zwei Rennen so, sondern schon das gesamte Jahr über. Deshalb weiß ich gar nicht, wer wo steht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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