Lewis Hamilton rückte heute mit Teilen für die Saison 2013 aus

Formel 1 2012

— 26.10.2012

McLaren: Keine Angst vor Know-how-Transfer zu Mercedes

Lewis Hamilton testete heute Teile für die kommende Saison, doch Sam Michael erklärt, warum er keinen Know-how-Transfer zu Mercedes befürchtet



Es müsste schon ein Wunder geschehen, damit die McLaren-Piloten in den Titelkampf noch einmal eingreifen können. Lewis Hamilton liegt in der WM-Wertung mit 62 Punkten Rückstand auf Leader Sebastian Vettel auf Rang vier, Jenson Button fehlen als Sechster sogar 84 Zähler. Zudem stehen große Veränderungen bevor: Hamilton verlässt mit Saisonende das Team zur Konkurrenz von Mercedes.

Die Truppe aus Woking nutzt die verbleibenden vier Rennwochenenden, um für das kommende Jahr zu testen. "Wir haben einige experimentelle Teile für die Forschung- und Entwicklungsabteilung dabei, die später zum Einsatz kommen", erklärt Sportdirektor Sam Michael.

Testverbot zwingt Teams zu Versuchsfahrten

Der Australier, der im Vorjahr bei Williams als Technikchef abgelöst wurde, beteuert aber, dass die geringen Perspektiven im WM-Kampf nicht der Grund sind, warum man die Freitage vorrangig dazu nutzt, für die Zukunft zu testen: "Selbst wenn wir in der WM führen würden, dann würden wir all diese Tests machen, die wir derzeit durchführen. Wir haben also unsere Herangehensweise nicht geändert. Wir machen immer noch das, was wir geplant hatten. Der Freitag ist heute ein Testtag, da es keine Tests mehr gibt."

Nicht nur aerodynamische Teile, sondern vor allem mechanische Komponenten werden am Freitag ausprobiert. Der Grund: Genau das ist bei den erlaubten Geradeaustests auf einem Flugfeld nicht möglich. "Es gibt diese Geradeaustests, die man als Aerodynamiktest nutzen kann, aber da erhält man kein mechanisches Feedback, weil man nur eine Gerade rauf und runter fährt", bestätigt Michael.

Michael: Rolle des Fahrers überbewertet

Da McLaren schon an Zukunftsprojekten feilt und keine andere Möglichkeit hat, als diese im Freien Training auszuprobieren, liegt der Verdacht nahe, dass der abwandernde Hamilton Know-how zu seinem neuen Arbeitgeber mitnehmen könnte. Doch Michael verweist diesen Gedanken ins Reich der Mythen.

"Viele dieser Details betreffen die Fahrer nicht, das sind Ingenieursaufgaben", behauptet er, dass der Fahrer in den Prozess der Entwicklung nur bedingt eingebunden ist. "Der einzige Zeitpunkt, wo der Fahrer wirklich beteiligt ist, ist, wenn man sich um die Einstellungen und alles, was das Fahrverhalten des Autos beeinflusst, kümmert. Selbst, wenn der Fahrer herausfindet, ob etwas besser oder schlechter ist, dann erfährt er keine Details, um welche Teile es sich konkret dreht. Das spielt also keine Rolle."

McLaren lässt auch Hamilton 2013er-Teile testen

Michael gibt ein Beispiel: "Wenn wir einen neuen Frontflügel testen, dann würde der Fahrer wissen, dass es sich um einen neuen Frontflügel handelt. Er würde aber nicht wissen, dass sich hier der Radius verändert hat und da die Endplatte. Diese Details erfährt er nicht."

Tatsächlich scheint man vor einem Know-how-Transfer nach Brackley in Woking keine Angst zu haben, schließlich wurde heute im Freien Training Hamilton mit den Experimentalteilen für die kommende Saison ausgestattet. "Das ist bei uns immer abwechselnd", erklärt Michael die Herangehensweise von McLaren. "Heute war Lewis an der Reihe."

Fotoquelle: xpbimages.com

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