Nico Rosberg verfehlte die Punkteränge in Indien denkbar knapp

Formel 1 2012

— 28.10.2012

Mercedes enttäuscht: "Das ganze Wochenende war umsonst"

Erneute Enttäuschung bei Mercedes: Nico Rosberg verpasst die Punkteränge denkbar knapp, Michael Schumacher muss sein Auto wegen einer Kollision abstellen



Eigentlich müsste man annehmen, dass man bei Mercedes den Umgang mit Niederlagen schon gewohnt ist, erlebte man doch speziell in der zweiten Jahreshälfte eine nach der anderen. Doch das heutige Ergebnis dürfte das Stuttgarter Werks-Team noch einmal richtig tief getroffen haben: Nico Rosberg lag bis wenige Runden vor Schluss immerhin noch auf Platz zehn und fuhr einem WM-Punkt entgegen, ehe Williams-Pilot Bruno Senna zum Überholmanöver ansetzte und den Deutschen mit einem sehenswerten Manöver am Ende der Gerade überholte. Was blieb war ein elfter Platz, für den es bekanntlich keine Zähler gibt.

"Platz elf ist so ungefähr der schlimmste Platz, weil das ganze Wochenende umsonst war", sagt ein mehr als enttäuschter Rosberg nach dem Rennen gegenüber 'RTL'. "Das war wirklich sehr ernüchternd. Ich habe voll attackiert und dann zieht da auf einmal der Senna an mir vorbei und ich dachte 'Das kann ja wohl nicht wahr sein'. Nichts gegen ihn, aber das kann ja eigentlich nicht sein, dass die hier schneller sind als wir."

Am Samstag hatte es Rosberg noch in den dritten Qualifying-Durchgang geschafft, verzichtete dort allerdings auf einen Versuch um am heutigen Rennsonntag über einen frischen Reifensatz zu verfügen. Letztendlich verlor der 27-Jährige dadurch also eine Position. Die Taktik vom Samstag verteidigte der Sohn des ehemaligen Weltmeister Keke Rosberg aber dennoch.

Rosberg: "Haben das genau richtig gemacht"

"Ich denke, wir haben das genau richtig gemacht, weil ich so mit den neuen Reifen zu Beginn den bestmöglichen Rennspeed für heute hatte", erläutert Rosberg die Gründe für den Verzicht auf eine schnelle Qualifying-Runde. "Wenn ich jetzt als Sechster gestartet wäre, wäre ich noch weiter nach hinten gefallen. Von daher war es schon richtig."

Rosberg wartet mittlerweile seit drei Rennen auf WM-Punkte. In Japan und Südkorea war er zuvor ausgefallen. Sein Team konnte in dieser Zeit ebenfalls keine WM-Punkte erzielen und hatte heute das große Glück, dass der ärgste Konkurrent Sauber ebenfalls keine Punkte einfuhr. Trotz alle dem bleibt Rosberg für die letzten drei Grands Prix guten Mutes.

"Ich bleibe topmotiviert, will noch was erreichen dieses Jahr", gibt sich der Deutsche kampfeslustig. "Wichtig ist, dass wir für nächstes Jahr lernen. Aber wo wir momentan liegen, das ist natürlich nicht so schön."

Schumacher: "Das war nicht das Gelbe vom Ei"

Rosbergs Teamkollege Michael Schumacher erfuhr seine Enttäuschung schon deutlich früher im Rennen: Beim Start geriet er mit dem Toro Rosso von Jean-Eric Vergne aneinander, der dem Deutschen den rechten Hinterreifen aufschlitzte. Ein Boxenbesuch war die logische Folge, wodurch der 43-Jährige nach hinten durchgereicht wurde.

"Damit war das Rennen für mich eigentlich schon vorbei, nachdem ich in der ersten Runde direkt ohne rechten Hinterreifen herumfuhr und dabei sehr viel Zeit verlor", schildert Schumacher gegenüber 'RTL' die Anfangsphase seines viertletzten Formel-1-Rennens. "Danach war die Aussicht auf Punkte auch schon dahin. Zwischenzeitlich waren wir recht schnell unterwegs, das war gar nicht mal so verkehrt. Aber es war nicht gerade das Gelbe vom Ei."

Zu allem übel kam im weiteren Rennverlauf dann noch die Meldung von der Rennleitung, dass Schumacher blaue Flaggen ignoriert habe. Den Vorwurf möchte der siebenmalige Weltmeister so aber nicht stehenlassen: "Ich wollte gerade Grosjean vorbeilassen, dann kam aber jemand aus der Box - ich glaube, es war Maldonado -, der wiederum Grosjean fast ins Aus befördert hat", so "Schumi". "Dadurch wurde die Lücke wieder größer und ich konnte eine zeitlang fahren. Die blauen Flaggen blieben allerdings, was ich nicht ganz verstehe. Das muss man sich nochmal angucken."

Ausfallquote von 50 Prozent für Schumacher ungewohnt

Fünf Runden vor Schluss entschied sich Mercedes letztendlich dazu, Schumacher an die Box zu holen um den F1 W03 abzustellen - eine Vorsichtsmaßnahme und Folge des Zusammenstoßes mit Vergne zu Rennbeginn. Dieser Ausfall war für Schumacher der achte der Saison. "Acht Ausfälle in 16 Rennen - das sind 50 Prozent. Das ist nicht unbedingt eine Statistik, die ich gewohnt bin", erklärt der Kerpener, der sich wünschen würde, seine zweite Formel-1-Karriere mit besseren Ergebnissen abzurunden.

Er gibt sich allerdings keinen Illusionen hin: "Natürlich wäre das sehr schön, aber damit rechne ich nicht. Von daher werde ich in dieser Hinsicht nicht sentimental. Solange ich um vordere Plätze kämpfen kann, gebe ich mein Bestes, mache meinen Job und unterstütze das Team so gut ich kann. Ich will das Team so gut es geht auf 2013 vorbereiten. Abgesehen davon ist es ein ganz normaler Job für mich."

Für das kommende Rennen in Abu Dhabi in einer Woche fällt es Schumacher offenbar nicht schwer, sich zu motivieren, denn: "Schlechter kann es ja kaum werden", scheint Schumacher die Situation schon mit Humor zu nehmen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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