Fernando Alonso ist Sebastian Vettel im WM-Kampf auf den Fersen

Formel 1 2012

— 28.10.2012

"Immer optimistisch": Ferrari lässt nicht locker

Angesteckt vom ewig optimistischen Fernando Alonso rüstet Ferrari für die letzten drei Rennen auf, aber: "Man kann nur mit den Waffen kämpfen, die man bei sich hat"



13 Punkte Vorsprung verleiten manche Experten schon dazu, drei Rennen vor Schluss von einer WM-Vorentscheidung zugunsten von Sebastian Vettel zu sprechen. Doch die Zahlen täuschen: Sollte Fernando Alonso in Abu Dhabi und Austin vor dem Red-Bull-Piloten gewinnen, würde er als Gesamtführender zum Saisonfinale nach Sao Paulo kommen - und ein Sieg bei gleichzeitigem Vettel-Ausfall würden auf einen Schlag sogar zwölf Punkte Vorsprung bedeuten.

Der Kampfgeist des Ferrari-Teams ist jedenfalls ungebrochen: "Ich bin immer optimistisch", sagt Teamchef Stefano Domenicali. "Das Leben nimmt keine Rücksicht darauf, ob du schlechter Dinge bist - dafür kriegst du keine Punkte. Wenn die Einstellung der Jungs passt, dann können wir unsere Möglichkeiten maximieren, und genau das verlange ich vom Team. Man kann nur mit den Waffen kämpfen, die man bei sich hat, und man muss mutig sein und sie einsetzen."

Für Alonso, der am Samstag noch erklärt hatte, er sei sich absolut sicher, dieses Jahr Weltmeister zu werden, ändert sich durch die Niederlage gegen Vettel in Noida nichts - ganz im Gegenteil. Der Spanier schöpft sogar Mut aus dem zweiten Platz: "Zu sehen, dass wir im Rennen mit Red Bull mithalten können, ist eine gute Nachricht", freut er sich über die Verbesserung vom fünften Platz in der Startaufstellung.

Alonso rechnet weiter mit dem Titel

"Gestern waren noch 100 Punkte zu vergeben, jetzt sind es noch 75. Wir sind aber nur 13 hinten", beteuert Alonso, dass er "natürlich" noch zu seiner optimistischen Aussage von gestern stehe. "Speziell am Samstag sind wir nicht schnell genug, aber hoffentlich können wir das für Abu Dhabi oder die USA verbessern. So ein KERS-Problem, wie es Mark heute hatte, kann jedem passieren, auch mir und Seb und allen anderen. Es sind noch viele Punkte zu vergeben und ich bin sehr optimistisch."

Allerdings muss sich der Weltmeister von 2005 und 2006 darauf verlassen, dass die Designer in Maranello einen Geistesblitz haben, denn im Moment ist der Red Bull das schnellere Auto. "Wir müssen neue Teile nach Abu Dhabi bringen", fordert Alonso, "mit denen die Konkurrenzfähigkeit hoffentlich ein bisschen besser wird, damit wir am Samstag und hoffentlich auch am Sonntag im Vergleich zu Red Bull zulegen können."

Nur fünf Tage Zeit für Updates

Aber in Abu Dhabi geht es schon am kommenden Freitag mit dem Freien Training weiter - nicht gerade optimale Voraussetzungen, um in Ruhe an einem großen Update zu arbeiten. Domenicali lässt die kurze Pause kalt: "Wenn ich etwas sage, ändert das nichts an dem, was wir schaffen können. Ich habe meinen Leuten gesagt, dass sie ihr Bestes geben sollen, und dann hoffen wir, dass es reicht, um das Auto zu verbessern."

"Aber ohne auf die technischen Spezifikationen näher einzugehen, ist offensichtlich, dass wir um eine Meisterschaft kämpfen und versuchen, uns in allen Bereichen zu verbessern. Das muss nicht nur bis Abu Dhabi, sondern bis zum Saisonende unsere Einstellung sein. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig. Und vergessen wir nicht, dass im Rennsport alles passieren kann", gibt der Ferrari-Teamchef zu Protokoll.

"Uns ist klar, dass Red Bull momentan das bessere Auto hat, aber wir wissen, dass jedes Rennen anders sein kann. Wir dürfen nicht heulen, sondern nonstop arbeiten, um das zu ändern", fährt er fort. "Bei der Fußball-WM 1982 war unser Team sicher nicht das stärkste, aber wir haben den Titel geholt. Wir haben zum Glück den Luxus, mit Fernando den besten Fahrer an Bord zu haben. Wir werden bis zum Ende kämpfen."

Vorteil auf den harten Reifen?

Nächste Woche steht in Europa ein Geradeaus-Aerotest auf dem Programm, um jene neuen Teile zu evaluieren, die der ausgeliehene Toyota-Windkanal in Köln gerade ausspuckt. Mut schöpft Ferrari aber auch aus der Tatsache, dass der Rückstand auf Red Bull auf den harten Reifen weniger dramatisch war als auf den weichen: "Das ist etwas, was wir zu maximieren versuchen müssen, falls es die Rennen erfordern. Das kann ein kleiner Vorteil sein", meint Domenicali.

Fest steht, dass Alonso den Titel noch nicht nächste Woche in Abu Dhabi verlieren kann - frühestens in Austin könnte die Weltmeisterschaft entschieden werden. Im Ferrari-Lager hofft man aber, dass es zu einem Showdown beim Grand Prix von Brasilien am 25. November kommt, weil die Strecke dem F2012 liegen müsste: "Ich glaube", so Alonso, "das Brasilien gut für uns sein wird. Hoffentlich wird es ein glücklicher Grand Prix für uns!"

Fotoquelle: xpbimages.com

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