Niki Lauda und Daimler-Boss Dieter Zetsche wünschen sich bessere Resultate

Formel 1 2012

— 30.10.2012

Lauda: Wo die Problemzonen bei Mercedes liegen

Neo-Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda erklärt, was beim Team schiefläuft, welche Vorschläge er hat und warum Teamchef Ross Brawn fest im Sattel sitzt



Bei Mercedes gibt es wie jedes Jahr Hoffnungen, dass nun alles besser wird. Im Vorjahr sorgte dafür die neue technische Struktur mit fünf Ingenieuren, die schon bei Teams als Technikchefs gearbeitet hatten - doch nach einem durchwachsenen Saisonauftakt ist die Performance nun schlechter als in den ersten beiden Jahren des Teams. In den letzten drei Rennen blieb die Truppe aus Brackley sogar punktelos - eine Bilanz, die in diesem Zeitraum nur die drei Nachzüglerteams Marussia, Caterham und HRT haben.

Nun setzt man seine Hoffnungen in Lewis Hamilton, der das Team als Nachfolger von Michael Schumacher mit seinem Speed ab 2013 nach vorne bringen soll - der neue Aufsichtsrat Niki Lauda ist dafür zuständig, dass die Kommunikation zwischen der Konzernspitze in Stuttgart und Brackley besser funktioniert und dass die Verantwortlichen beim Formel-1-Team ihre Versprechen halten.

Lauda macht sich ein Bild

Derzeit macht sich der Österreicher, der beim Wechsel Hamiltons und bei der Bindung des Teams an die Formel 1 bis 2020 eine Schlüsselrolle gespielt hat, mit den Prozessen in der Fabrik vertraut. "Im Moment gehe ich in die Fabrik wie in eine Schule", sagt Lauda gegenüber 'Bild.de'. Sein Hauptansprechpartner ist Teamchef Ross Brawn, mit dem er laut eigenen Angaben "ein super Verhältnis" hat.

Schafft das Team in der kommenden Saison die Trendwende wieder nicht, könnte es in Brackley sogar zu einem Köpferollen kommen, heißt es in Insiderkreisen - bisher stand ein möglicher Wechsel an der Spitze des Teams aber laut Lauda "nicht zur Diskussion". Er dementiert auch, dass das in Zukunft eine Option sein könnte: "Der Ross hat nicht gewackelt und er wird auch nicht wackeln. Er ist der Chef."

Zu wenig Zusammenarbeit mit Stuttgart?

Derzeit sieht es der dreifache Formel-1-Weltmeister und ehemalige Airline-Besitzer als seine Aufgabe, die Stärken und Schwächen des Teams zu eruieren. Er hat auch schon einige Bereiche ausgemacht, wo Luft nach oben ist: "Ressourcen zwischen Stuttgart und England wurden für mich zu wenig genutzt. Ich glaube, dass es Potenzial gibt, das in Stuttgart oder Sindelfingen vorhanden ist."

Was das konkret bedeutet? "Von England ausgehend, müssen auf Bestellung gewisse Arbeiten kombiniert werden", erläutert Lauda. "Und ich weiß, da bin ich gut informiert worden, dass es genügend Potenzial in Deutschland gibt, das man nutzen kann. Und ich bin derjenige, der all diese Dinge koordiniert."

Auto für Lauda "zu komplex"

Mit der besseren Nutzung des vorhandenen Know-hows soll der Mercedes-Bolide konkurrenzfähiger werden. Seiner Meinung nach ist "dieses komplexe Auto eigentlich das Hauptproblem." Hintergrund: Mercedes verwendet ein sehr komplexes Fahrwerk, bei dem die Dämpfer miteinander verbunden sind, damit alle vier Reifen perfekt auf dem Asphalt liegen. Doch die Abstimmung des Systems wird zur Herkulesaufgabe, was auch von den Kursen abhängt. Lauda erklärt: "Das Problem ist, dass hochintelligente Ideen auf manchen Strecken sehr gut gehen und auf manchen Strecken gar nicht." Zudem leide man nach wie vor daran, dass der Mercedes die Reifen zu hart rannimmt.

Dass die Mercedes-Performance trotz des ersten Sieges in dieser Saison schwach ist, will Lauda trotz viel Kritik nicht gelten lassen. "Für die Größe ihres Teams liegt Mercedes absolut super", meint er. "Von der Basis war ich doch positiv überrascht." Er verweist darauf, dass man von den fünf Topteams am wenigsten Geld zur Verfügung habe: "Das Budget von Mercedes ist wesentlich niedriger als das von Red Bull und sogar niedriger als Lotus."

Fotoquelle: xpbimages.com

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