Wer zuletzt lacht: Hat Alonso in Brasilien doch noch die Nase vorn?

Formel 1 2012

— 01.11.2012

Alonso: "Nichts ist frustrierend"

Der Ferrari-Pilot pocht darauf, Vettel konsequent unter Druck zu setzen, um so von technischen Problemen zu profitieren - "Es gibt keinen magischen Knopf"



Seitdem die Formel 1 in Asien ist, scheint nichts und niemand mehr Red Bull und Sebastian Vettel aufhalten zu können. Oder doch noch Fernando Alonso? Der Spanier gibt sich im Vorfeld des Rennwochenendes in Abu Dhabi kämpferisch und erkennt noch Trümpfe bei sich und Ferrari - etwa die Zuverlässigkeit des Autos. Im Interview erklärt Alonso, wieso er dennoch nicht auf ein rotes Wunder hofft und was es mit den Zeitungsberichten über einen angeblichen Wutanfall auf sich hat.

Frage: "Fernando, warum bist du noch immer zuversichtlich, den WM-Titel holen zu können?"
Fernando Alonso: "Wir glauben an unsere Arbeit, wir vertrauen unserer Arbeit und dem Team. Wir geben nicht auf und kämpfen bis zum Ende. Wenn es stressig und schwierig wird, können wir uns zu 100 Prozent aufeinander verlassen. Die Truppe hat in Kämpfen um WM-Titel schon viel Erfahrung gesammelt, jeder ist motiviert."

Ferrari hat keine Wunderwaffe

"In Indien gab es erfreuliche Anzeichen dafür, dass wir uns in Sachen Tempo verglichen mit Red Bull erholt haben. Wir brauchen aber noch einige Zehntel. Es ist ein stetiges Auf und Ab für jeden. Red Bull war jetzt vier Mal oben, also muss es für sie vor dem Saisonende wieder abwärts gehen."

Frage: "Ist es das Ziel, Red Bull in Abu Dhabi zu schlagen? Wie optimistisch bist du, dass das gelingt?"
Alonso: "Wir wissen um die Bedeutung dieser Rennen und haben uns gut vorbereitet. Wir haben einige neue Teile, die wir am Freitag testen werden. Wir glauben nicht, dass wir den Rückstand auf Red Bull nach dem, was in Indien war, nur fünft Tage später komplett aufholen."

"Es gibt in der Formel 1 keinen magischen Knopf oder ein magisches Teil. Aber wir versuchen, nahe ran zu kommen und sie unter Druck zu setzen. Vielleicht machen sie kleine Fehler, die bestraft werden. Wir wollen so nahe dran sein, dass wir davon profitieren können. An diesem Wochenende und in den weiteren Rennen geht es für uns darum, Perfektion zu erreichen."

Alle Augen richten sich auf Brasilien

Frage: "Was wollt ihr verglichen mit Indien am Auto ändern?"
Alonso: "Bei den Veränderungen geht es hauptsächlich um die Setuparbeit, die Anpassung an die Strecke. Gerade wegen des abschließenden Sektors ist es eine ziemliche Umstellung. Er macht die Strecke kompliziert und fordernd für das Auto. Wir haben neue Teile aus Italien bekommen, die unsere Leistung verbessern sollten. Aber binnen fünf Tagen lässt sich nicht alles auf links drehen. 2010 haben wir die WM im letzten Rennen verloren, dieses Jahr wollen wir sie so gewinnen."

Frage: "Sind die Ereignisse von vor zwei Jahren in Abu Dhabi für dich eine zusätzliche Motivation?"
Alonso: "Wir wollen diesen WM-Titel holen und wir wollen es in Brasilien schaffen. Dafür müssen wir in den abschließenden drei Rennen das Maximum herausholen, auf dem höchstmöglichen Niveau fahren. Jeder einzelne, vom Fahrer bis zum Mechaniker, muss sich bemühen, auf der Strecke Zeit zu finden. Wir brauchen jede halbe Zehntelsekunde, um mit den formstarken Red Bull mithalten zu können."

Überholen ist einfacher geworden

Frage: "Denkst du, dass das Überholen einfacher geworden ist als 2010, als du in Abu Dhabi nicht an Witali Petrow vorbeigekommen bist? Und was war mit dieser Geschichte in den italienischen Medien nach dem Rennen in Indien?"
Alonso: "Dank KERS und DRS haben wir diese Situation verglichen mit 2010 verbessert. Langweilige Rennen und Strecken, auf denen man nicht überholen kann, wurden so entschärft. Wir haben die Lage verbessert, die Systeme funktionieren gut und wir erleben sehr viel mehr Action. Deshalb habe ich keine Bedenken, dass es wieder zu einem solchen Szenario kommen könnte."

"Was Indien angeht, war es von den italienischen Medien eine ziemlich kreative Erfindung. Das ist jetzt Geschichte. Ich werde früher oder später mit ihm (dem Journalisten, Anm. d. Red.) darüber sprechen, wie er sich das einbilden konnte. Es war nichts wirklich frustrierend und wir wissen - das ist ein Fakt - dass wir langsamer sind als die Red Bull. Darüber herrscht Einigkeit beim Team, bei den Fans und auch mit mir. Wir arbeiten hart, um die Situation zu verbessern."

Ferrari will Red Bull in Fehler treiben

Frage: "Glaubst du, dass die Zuverlässigkeit den Ausschlag zu euren Gunsten geben könnte?"
Alonso: "Technische Probleme sind immer möglich, nicht nur für sie, auch für uns. Wir müssen uns auf unser Auto und dessen Fahrbarkeit konzentrieren, um sicherzustellen, dass wir in den abschließenden drei Rennen einen guten Wagen ohne Defekte haben, sonst wird es schwierig. Dass Red Bull manchmal etwas anfälliger ist, ist uns aber bekannt."

"Wir haben im vergangenen Rennen gesehen, dass Mark Webber kein KERS mehr hatte. Deshalb müssen wir sie ans Limit bringen und selbst das ganze Rennen über am Limit sein - weil sie einfache Rennen hatten. Geht in Vettels Auto das KERS kaputt, nimmt davon niemand Notiz, weil er mit zehn Sekunden Vorsprung an der Spitze fährt. Wir dürfen uns kein weiteres Rennen erlauben, bei dem sie zehn Sekunden Vorsprung haben, wir müssen zur Stelle sein."

Fotoquelle: xpbimages.com

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