Lewis Hamilton war am Freitag im 1. Freien Training der Schnellste

Formel 1 2012

— 02.11.2012

Abu Dhabi: McLaren zum Auftakt vor WM-Anwärtern

Sebastian Vettel stellte im WM-Duell gegen Fernando Alonso auf 1:0, aber den besten Trainingsauftakt erwischten in Abu Dhabi Lewis Hamilton und Jenson Button



Nicht die beiden Titelfavoriten Sebastian Vettel (Red Bull) und Fernando Alonso (Ferrari), sondern die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button gaben im ersten Freien Training zum Grand Prix von Abu Dhabi den Ton an. Hamilton stellte vor der gewohnten Prachtkulisse in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Bestzeit von 1:43.285 Minuten auf, blieb damit aber um fast vier Sekunden hinter seiner eigenen Freitagsbestzeit aus dem Vorjahr zurück.

Die McLaren-Ingenieure registrierten bereits früh in der Session, dass der MP4-27 besonders in den ersten beiden Sektoren extrem schnell zu sein scheint. Das liegt aber nicht an der Höchstgeschwindigkeit, denn bei der absoluten Topspeed-Messung hatte Jean-Eric Vergne (18./Toro Rosso/+3,423) mit 319 km/h die Nase vorne. Dafür liegt Button bei der ersten und zweiten Messung voran, Hamilton bei der dritten (von vier) - teilweise mit bis zu drei km/h Vorsprung.

"McLaren kann mit dem Auftakt zufrieden sein. Bisher haben es Hamilton und Button unter Kontrolle", analysiert der ehemalige McLaren-Pilot und heutige Formel-1-Experte John Watson. Besonders ermutigend, dass Button seine möglicherweise schnellste Runde nach Bestzeit im zweiten Sektor abbrach und auch seine allerletzte Runde wegen Verkehrs nicht durchziehen konnte. So fehlten ihm am Ende 0,333 Sekunden auf den führenden Teamkollegen.

Spannung im Duell Vettel vs. Alonso

Im WM-Duell stellte Vettel an diesem Wochenende auf 1:0. Der zweimalige Abu-Dhabi-Sieger (2009 und 2010) büßte 0,765 Sekunden auf Hamilton (Sieger 2011) ein und klassierte sich an dritter Position, unmittelbar vor Alonso (+1,081), der sich im allerletzten Versuch noch deutlich steigern konnte. Alonso verlor den Großteil seiner Zeit im dritten Sektor - und das trotz eines neuen Frontflügels, der aus sechs statt bisher fünf Hauptelementen besteht.

Trotzdem machte der Spanier einen recht gelassenen Eindruck, als er die kurze Pause nach seinen Installationsrunden nutzte, um seelenruhig ein paar Autogrammkarten vorzuschreiben. Ferrari unternimmt weiterhin alles, um ihn zu unterstützen - so ist nach wie vor kein zweiter neuer Unterboden für Felipe Massa fertig, der nach den ersten 90 Minuten mit 2,282 Sekunden Rückstand auf Platz elf steht.

Der WM-Dritte Kimi Räikkönen (67 Punkte Rückstand) deutete indes keinen finalen Großangriff an: Der Lotus-Pilot landete mit 2,137 Sekunden Rückstand auf Rang zehn und erlitt im letzten Drittel der Session beim Weg zurück an die Box noch dazu einen schleichenden Plattfuß. Bester Finne war diesmal ein anderer: Williams-Freitagsfahrer Valtteri Bottas (9./+2,062), lange Zeit genau gleich schnell wie Teamkollege Pastor Maldonado (7./+1,830).

Sauber-Team mit Bremsproblemen?

Das Williams-Team fährt an diesem Wochenende mit einem neuen Frontflügel, der etwas stabiler sein soll. Zuletzt hatte eine andere Spezifikation aerodynamische Verwirbelungen verursacht, die den Unterboden in seiner Wirkungsweise einschränkten. Aber das soll nun Schnee von gestern sein. Sauber hingegen brachte keines seiner beiden Autos in die Top 10 und tüftelte auffällig viel im Bereich der Bremsen herum.

Etwas verbessert wirkte dafür Mercedes: Michael Schumacher (zweimal neben der Strecke und ein Missverständnis mit Marussia-Pilot Timo Glock, für das er sich vorbildlich entschuldigte) landete mit 1,409 Sekunden Rückstand auf dem guten sechsten Platz, Nico Rosberg (+1,909) wurde mit neuer Airbox-Aerodynamik Neunter. Die Reifentemperaturen, oftmals ein Problem der Silberpfeile, lagen im ersten Training knapp über 110 Grad Celsius, also in einem vernünftigen Bereich.

Probleme über Probleme bei Hülkenberg

Ganz und gar unzufrieden hingegen Nico Hülkenberg: Zuerst passte mit einer Verkabelung etwas nicht, dann schlug sein Renningenieur einen Lenkungswechsel vor, was jedoch in der Kürze der Zeit nicht möglich war. Später lief dem Force-India-Piloten im wahrsten Sinne des Wortes der Hintern heiß, was untersucht werden musste. Und dann funkte Hülkenberg noch, er habe "sehr wenig Grip" - unterm Strich P12, 2,302 Sekunden hinter Hamilton, 0,182 vor Teamkollege Jules Bianchi.

Übrigens kamen diesmal gleich fünf Freitagsfahrer zum Einsatz, darunter auch Giedo van der Garde bei Caterham. Für den Niederländer dauerte der Spaß aber nur drei Runden lang an: "Es handelt sich um ein bisher nicht identifiziertes Motorenproblem. Kann manchmal passieren. Jetzt arbeiten wir hart daran, das für das zweite Training zu lösen und zu untersuchen, was passiert ist", twittert das Team und verweist auf die zwei Young-Driver-Testtage für van der Garde nächste Woche.

Sein Teamkollege Heikki Kovalainen führte als 19. das Feld der Nachzügler-Teams an, eine halbe Sekunde vor Timo Glock, der wiederum rund eine halbe Sekunde Vorsprung auf Pedro de la Rosa (HRT) hatte. Max Chilton (Marussia) und der Chinese Qing-Hua Ma (HRT) belegten die letzten beiden Positionen. Ma fiel immerhin nicht mit Fehlern auf, hatte nach 20 Runden aber doch stattliche 1,6 Sekunden Rückstand auf den nächstschlechtesten Gegner.

Fotoquelle: xpbimages.com

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