Mark Webber hat gute Aussichten, wenn in Abu Dhabi die grüne Flagge fällt

Formel 1 2012

— 03.11.2012

Stallregie für Webber? "Ich gebe Vollgas"

Der Red-Bull-Pilot verliert kein Wort davon, für eine mögliche Teamorder zugunsten Vettels zurückzuweichen und nennt die Zuverlässigkeitsprobleme "ernst"



Zum Saisonende nimmt Mark Webber nach vorübergehender Formschwäche wieder Fahrt auf. Im Qualifying von Abu Dhabi am Samstag fuhr er auf Rang zwei, schlug erneut Teamkollege Sebastian Vettel und zählt mit dem in den Rennen immer starken Red Bull zu den Mitfavoriten auf den Grand-Prix-Sieg. In der FIA-PK spricht der Australier auch über die Sportkultur in seinem Heimatland.

Frage: "Mark, du bist Zweiter und warst schneller als dein Teamkollege. Es gab aber einige bedenkliche Momente, zum Beispiel, als dir vergangene Woche das KERS ausgefallen ist und du gestern das Problem hattest. Bist du in der Defensive?"
Webber: "Zunächst meine Glückwünsche an Lewis, er hat offensichtlich ein schnelles Auto an diesem Wochenende und hat uns aus der vorderen Startreihe verdrängt - es ist schon eine Weile her, dass das passiert ist, vielleicht sechs oder acht Wochen. Seitdem hatten wir einen Lauf. Heute haben sie einen tollen Job gemacht."

Positive Stimmung bei Red Bull

"Wir haben unser Bestes gegeben. Es war ein ziemlich problemloses Qualifying sowohl für Sebastian als auch für mich. Es ist gut gelaufen, aber bei uns brennt es im Moment ein bisschen, das müssen wir stoppen. Die Qualität des Teams ist außergewöhnlich, wir wissen, was wir verbessern müssen, um die Meisterschaften zu sichern. Natürlich geht es für Sebastian noch um den Fahrertitel, aber auch die Konstrukteurs-WM ist uns wichtig."

"Deshalb konzentrieren wir uns auf das Rennen morgen. Das Auto läuft in den Rennen generell ziemlich gut, aber Lewis und Jenson haben auch ziemlich starke Longruns gezeigt. Ja, es gibt ein paar Probleme an diesem Wochenende, aber alles in allem sind wir positiv gestimmt und freuen uns auf ein gutes Rennen."

Frage: "Haben dich die Probleme mit der Zuverlässigkeit bei deiner Rennvorbereitung behindert?"
Webber: "Man würde diese Arbeit natürlich gerne erledigen, aber wir haben viele Daten aus der Vergangenheit, dieses Jahr und auch auf dieser Strecke. Auch Sebastian hat Arbeit erledigt. Ich bin eine Runde gefahren, also habe auch ich etwas, worauf ich zurückgreifen kann. Es sollte aber alles in Ordnung sein, die Fahrtzeit am Freitag ist ohnehin nicht gerade biblisch."

Kupplung am Start entscheidend

"Es ist nur ein guter Anhaltspunkt. Wir sind in wirklich guter Verfassung, wenn es um die Daten geht. Wir haben morgens den Durchblick, wenn es darum geht, wie wir uns vorbereiten. Uns ist aber klar, dass wir an der Zuverlässigkeit arbeiten müssen. Es gab in der jüngsten Vergangenheit einige Probleme, daran arbeitet die Mannschaft. Für Sebastian und mich gibt es da nichts zu tun, es ist nicht unsere Aufgabe. Es ist ihr Job und sie weiß, dass sie sich verbessern muss."

Frage: "Du startest vor Sebastian. Wie stehen die Chancen in Kurve eins?"
Webber: "Gut, aber man weiß nie. Lewis' Starts waren zuletzt nicht phänomenal. Abwarten, ob er morgen einen guten erwischt. Im Allgemeinen kommt es auf die Kupplung an - nicht wirklich auf Lewis. Wir werden sehen, wie sie von der Linie wegkommen, aber ich bin darauf aus, mich nach vorne zu arbeiten. Dann müssen wir uns das Rennen einteilen und sehen, wo die Konkurrenz liegt."

Frage: "Im Gespräch mit Christian Horner am Donnerstag nie die Rede von Stallregie. Er sagte, du seist ein Teamplayer, ein wichtiger Teil der Truppe und wüsstest, was zu tun ist. Fühlst du dich damit wohl?"
Webber: "Ich gebe Vollgas."

Sportwetten sind rotes Tuch für Webber

Frage: "Du interessierst dich für viele Sportarten. Der Melbourne Cup steht vor der Tür - das Pferderennen, das Australien in Atem hält. Interessiert dich das, bist du vor Ort?"
Webber: "Ich liebe Sport, aber Pferderennen steht bei mir auf der Liste ganz unten. Wetten hat mein Vater bei uns zu Hause nicht erlaubt. Ich bin kein Freund davon, wie das bei uns in Australien gehandhabt wird - dass man darauf wetten kann, wer zu welchem Zeitpunkt einer Fußballpartie führt. Es ist unglaublich, wie besessen wir vom Wetten sind. Wenn man das mag, macht es Spaß, aber es ist nichts für mich. Ich fahre lieber Mountainbike."

Frage: "Das heißt also nein."
Webber: "Das heißt nein. Ich bin einmal in der Schule aufgeflogen: Ich war im Zimmer der Rektorin, weil ich Ärger gemacht hatte. Das war zur Zeit des Rennens, sie konnte nicht zu mir kommen, bis das Rennen beendet war. Als ich noch sehr, sehr, sehr jung war, haben meine Großeltern uns eine Fünfpfundnote auf etwas setzen lassen, was nicht immer erlaubt war. Das Pferd hieß Tawrrific und hat das Rennen gewonnen. Ich sagte der Rektorin, dass ich sehr glücklich sei. Sie war aber nicht beeindruckt, weil ihr Pferd nicht erfolgreich war."

Frage: "Hast du dir heute die V8-Supercar-Serie angesehen?"
Webber: "Ich habe es nicht ganz geschafft, der Zeitplan ist da nicht gerade hilfreich und die Autos stehen auf der anderen Seite der Strecke. Ich wollte aber los und mich mit einigen der Jungs treffen. Toll, dass sie es hinbekommen haben, auf der gleichen Strecke zu fahren wie wir. Es ist eine gute Serie. Ich kenne die Ergebnisse, aber ich habe keine einzige Runde verfolgt."

Fotoquelle: xpbimages.com

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