Sebastian Vettel steigt ins "Taxi" und lässt sein gestrandetes Auto zurück

Formel 1 2012

— 04.11.2012

Renault: Was war die "höhere Gewalt" im Fall Vettel?

Nicht wegen eines technischen Defekts, sondern wegen zu wenig Benzin im Kollektortank stellte Sebastian Vettel im Qualifying seinen Red Bull ab



Laut FIA-Reglement muss jedes Auto nach dem Qualifying aus eigener Kraft in den Parc ferme fahren, und aus dem Tank muss zur Probenentnahme noch mindestens ein Liter Benzin abgepumpt werden können. Mit dieser Regel soll verhindert werden, dass die Fahrer ihre Boliden direkt nach ihrer letzten schnellen Runde neben der Strecke abstellen, um Gewicht zu sparen.

Vettel blieb gestern jedoch direkt unter dem Yas-Viceroy-Hotel stehen und musste mit einem "Taxi" zurück an die Box kommen. Zuvor hatte ihm sein Renningenieur Guillaume Rocquelin hektisch ins Cockpit gefunkt, er solle das Auto anhalten - auf Anweisung der Renault-Ingenieure, wie Teamchef Christian Horner später verriet. "Wir haben verdächtige Daten an der Telemetrie entdeckt und wollten nicht den Motor riskieren", wird Renault-Einsatzleiter Remi Taffin von 'auto motor und sport' zitiert.

Hintergrund ist, dass bei einem Ausrollen auf der Strecke wegen "höherer Gewalt" von den FIA-Rennkommissaren eine Ausnahme gemacht werden kann, wenn es dem Team gelingt, zum Beispiel einen technischen Defekt nachzuweisen - unterbinden will die FIA ja lediglich, dass mit zu wenig Benzin getrickst wird. Doch was genau diese "höhere Gewalt" gewesen sein soll, konnte Red Bull zumindest gestern Nacht noch nicht beantworten.

Laut 'auto motor und sport' sickerte erst spät durch, dass sich kein Benzin mehr im Kollektortank befand und damit von der Benzinpumpe Luft angesaugt wurde. Das hätte den Motor beschädigen können, argumentieren die Renault-Ingenieure und sagen damit sinngemäß (nicht wörtlich): "Wir haben das Auto nicht angehalten, weil zu wenig Benzin im Tank war, was illegal wäre, sondern weil sich ein technisches Problem mit dem Motor anbahnte."

Diese Argumentation wurde von den FIA-Rennkommissaren sogar akzeptiert. Doch als FIA-Inspektor Jo Bauer in seinem Technischen Bericht meldete, dass nur noch 0,85 Liter Benzin in Vettels Tank waren, war die Disqualifikation unausweichlich. Tatsächlich hätten rund 1,2 Liter abgepumpt werden können müssen, denn zusätzlich zum vorgeschriebenen Liter Mindestmenge wäre auch der Verbrauch beim Weg zurück an die Box eingerechnet worden.

Fotoquelle: Red Bull

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