Durch den Stopp auf der Strecke geriet Vettel ins Visier der Ermittler

Formel 1 2012

— 04.11.2012

Wurde Vettel erst der Stopp zum Verhängnis?

Wäre Sebastian Vettel am Ende des Qualifyings mit seinem Auto in die Box gerollt, wäre das fehlende Benzin möglicherweise gar nicht bemerkt worden



Auch am Sonntag wird im Fahrerlager von Abu Dhabi über die Ursache des Benzinmangels im Auto von Sebastian Vettel gerätselt, welcher Motorenpartner Renault am Ende des Qualifyings dazu veranlasste, das Abstellen des Autos anzuordnen. "Ich würde gerne wissen, wer dafür verantwortlich war", spricht Experte Niki Lauda bei 'RTL' sicherlich vielen Fans aus der Seele. "Meine Ansicht nach ist es Renault, weil sie die Benzinmenge falsch berechnet haben."

Eine genaue Erklärung kann Christian Horner auch am Tag danach noch nicht angeben. "Es war menschliches Versagen, aber eine genaue Erklärung haben wir noch nicht", bleibt der Red-Bull-Teamchef im Interview mit 'Sky' vage. "Ich hoffe, dass wir als Team zusammen mit Renault aus diesem Wochenende lernen." Allerdings kristallisiert sich immer mehr heraus, dass sich Motorenpartner Renault bei der Berechnung der Benzinmenge verkalkuliert hat.

"Es sieht so aus, als sei zu knapp kalkuliert worden", geht Horner bei 'Sky Sports F1' etwas mehr ins Detail. "Wir informieren Renault darüber, wie viele Runden wir im Qualifying oder Rennen fahren wollen, und sie legen dann fest, wie viel Benzin getankt wird." Das ist nach Ansicht des Motorenpartners auch geschehen. "Renault ist davon überzeugt, dass genügend Benzin eingeführt wurde, aber im Sammelbehälter, aus dem die Probe entnommen wird, befand sich nicht genug davon", sagt Horner.

Wo ist das Benzin?

Damit gerät der Tank des Red Bull ins Visier. Offensichtlich ist es durch Abpumpen nicht möglich, sämtliches Benzin aus dem Tank zu entfernen. "In Indien wurde festgestellt, dass nicht sämtliches Benzin aus dem Tank herauskommt. Deshalb hat Renault gesagt, dass ein bisschen mehr getankt werden muss. Das wurde hier versäumt", meint auch Lauda. "Deswegen mussten sie das Auto abstellen, um einen Schaden der Benzinpumpe zu vermeiden."

Ironie des Schicksals: Wäre Vettel in langsamer Fahrt an die Box gerollt, wäre der Fehler bei der technischen Abnahme möglicherweise gar nicht entdeckt worden. "Wäre er in die Box gefahren, wäre er vielleicht gar nicht überprüft worden. Es wird ja nicht jedes Auto gecheckt", glaubt Lauda. Nach Informationen des Formel-1-Journalisten Peter Windsor war in der Tat nur beim Auto von Mark Webber eine Überprüfung des Benzins vorgesehen.

Vettel: "Strafe war scheiße"

Nach Meinung von Lauda habe auch die Reaktion der Red-Bull-Verantwortlichen Rennleiter Charlie Whiting zu einer genaueren Überprüfung provoziert. "Der Sebastian, der Horner und der Marko (Helmut, Red-Bull-Motorsportkonsulent, Anm. d. Red.) haben alle erklärt, es sei kein Problem.". Da hat sich Charlie Whiting gesagt: 'Wenn sich alle so sicher sind, schauen wir etwas genauer nach'", so Lauda, für denn das Vergehen von Red Bull "ein klarer Regelverstoß", ist.

Befragt nach seien Aussichten fürs Rennen sagt Vettel: "Ganz einfach: Ich starte vom letzten Platz, habe aber trotzdem noch Chancen, ein gutes Rennen zu fahren. Das versuche ich. Natürlich war die Strafe scheiße, denn wir waren in einer guten Position. Aber es bringt nichts, darauf zurückzuschauen, denn gestern war gestern und heute ist ein neuer Tag. Wir müssen aus unserer veränderten Ausgangslage das Beste machen."

Auch Teamchef Horner glaubt: "Im Rennen kann viel passieren, aber das beeinträchtigt Sebastians Rennen entscheidend." Im Kampf um den vorzeitigen Gewinn des Konstrukteurs-Titels muss jedoch Webber die Kastanien aus dem Feuer holen. "Mark steht vorne und fährt hoffentlich ein starkes Rennen. Wir müssen Lewis angreifen und Fernando schlagen", so Horner.

Fotoquelle: Red Bull

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