Alain Prost will die Formel 1 zurück in seine Heimat Frankreich holen

Formel 1 2012

— 05.11.2012

Frankreich-Grand-Prix: Woher soll das Geld kommen?

Ex-Formel-1-Weltmeister Alain Prost arbeitet am Comeback der Königsklasse in seinem Heimatland: Arabische Investoren könnten helfen



Zwischen 1950 und 2008 war Frankreich 59 Mal Veranstaltungsort für ein Formel-1-Schauspiel. Seit vier Jahren herrscht jedoch die große Flaute in der "Grande Nation". Nachdem die Königsklasse aus dem ungeliebten Magny-Cours abgezogen war, gab es zwar immer wieder Bemühungen um ein Rennen an anderem Ort (Disneyland, Flins-sur-Seine), aber nichts führte bislang zum Comeback der Formel 1 in Frankreich. Aktuell bietet sich aber eine gute Chance.

Weil das geplante Debüt in New York 2013 verschoben wurde, die Teams sich aber dennoch auf 20 Rennen im kommenden Jahr eingestellt haben, könnte Le Castellet in der nächsten Saison ein Rennen bekommen. An diesem Szenario arbeitet derzeit Ex-Weltmeister Alain Prost. Gemeinsam mit dem früheren Le-Castellet-Streckenchef Philippe Gurdjian führte Prost in Abu Dhabi Gespräche mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und potenziellen Geldgebern aus dem arabischen Raum.

"Man hat mich gefragt, ob ich als Berater auftreten kann", so Prost gegenüber 'RMC'. Er sei in seiner Funktion als Renault-Botschafter nach Abu Dhabi gereist, habe diese Chance aber auch für das Vorantreiben der Grand-Prix-Pläne genutzt. "Es ist sicherlich so, dass die Chancen auf einen Grand Prix von Frankreich derzeit besser stehen als noch vor ein paar Monaten. Einige Veranstalter haben mit der Ausrichtung 2013 offenbar Probleme."

Neben New York, das frühestens 2014 Schauplatz eines Rennen sein wird, gibt es bislang auch Ungewissheit über die Grands Prix in Deutschland und Südkorea. Das Rennen in Yeongam brachte auch 2012 nicht den gewünschten Erfolg, in Deutschland ist die Situation wegen der Verhältnisse am Nürburgring unklar. Hockenheim steht zwar als Ersatzschauplatz für das in der Eifel geplante Rennen parat, aber in Baden-Württemberg muss man jetzt bald ein entsprechendes Signal bekommen.

"New York wurde bereits verschoben, vielleicht werden andere noch folgen", meint Prost. "Ich werde nun Gespräche führen. Es ist dabei zweitrangig, wer als Promoter auftritt. Wichtig ist, dass wir nun die beste Lösung finden, um so schnell wie möglich wieder einen Grand Prix in Frankreich zu haben." Hauptsächlich geht es aktuell um die Finanzierung. Offenbar ist es Prost gelungen, der öffentlichen Hand in Frankreich eine Zusage über eine - wenn auch geringe - finanzielle Unterstützung abzuringen.

"Man muss den Leuten einfach erklären, dass es ein Investment ist, für das man auch etwas zurückbekommt. Das Geld ist nicht verloren", sagt der viermalige Formel-1-Weltmeister. "Ein solches Rennen hat Auswirkungen auf die Wirtschaft vor Ort. Man kann in der entsprechenden Region davon ausgehen, dass man 20 Millionen Euro mehr umsetzen kann, der Tourismus kommt mit der gleichen Summe noch einmal oben drauf."

"Es ist einfach wichtig, dass man dies mal klar sagt. Sobald ein solches Rennen mit öffentlichen Geldern finanziert wird, hat dies gleich einen negativen Touch", erklärt Prost. "Heutzutage in Frankreich wäre ein Rennen wichtig für Renault und Total, die in der Szene engagiert sind. Aber auch für die gesamte europäische Automobil-Industrie wäre es von Vorteil. Das ist die Grundlage. Wenn alles passt, dann können wir ein Rennen im Kalender bekommen."

Der Franzose hält die Rückkehr der Formel 1 nach Frankreich schon im Jahr 2013 für realistisch. Allerdings müsse man jetzt schnell ein entsprechendes Finanzierungspaket schnüren. Mit den öffentlichen Mitteln allein sei das Rennen nicht zu bezahlen. "Die Finanzierung ist bislang noch unser Schwachpunkt", sagt Prost nach seinem Besuch in Abu Dhabi der Zeitung 'AutoHebdo'. "Wir sprechen mit potenziellen Partnern aus dem arabischen Raum. Vielleicht findet man sofort eine Lösung, vielleicht bald, vielleicht aber auch nie."

Fotoquelle: xpb.cc

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