Mit veränderter Abstimmung überholte Vettel einen Konkurrenten nach dem anderen

Formel 1 2012

— 05.11.2012

Nach Vettels Husarenritt: Ändert Red Bull die Strategie?

Gute Höchstgeschwindigkeit statt schnelles Kurventempo: Sebastian Vettel war in Abu Dhabi auch mit einer alternativen Abstimmung schnell unterwegs



Nach der Benzinpanne im Qualifying von Abu Dhabi entschied sich Red Bull dazu, Sebastian Vettel aus der Boxengasse starten zu lassen. So konnte das Team die Parc-Ferme-Regel umgehen und die Abstimmung des Autos ändern. Bislang waren die Autos des Teams vor allem für das Qualifying optimal abgestimmt, wie Experte Gary Anderson analysiert: "Bisher sieht Red Bulls Philosophie folgendermaßen aus: Sie fahren kurze Getriebeübersetzungen, um eine gute Beschleunigung zu erreichen, und erzielen mit viel Abtrieb maximale Kurvengeschwindigkeiten, um im Qualifying die bestmögliche Rundenzeit zu fahren", scheibt Anderson in seiner Kolumne für die 'BBC'.

Im Rennen war Vettel mit dieser Abstimmung oft in der Lage, in den ersten beiden Runden einen Vorsprung von mehr als einer Sekunde auf seine Verfolger herauszufahren. Dadurch durften diese nach Freigabe des DRS das System nicht aktivieren, sodass Vettel trotz einer geringeren Höchstgeschwindigkeit keine Angriffe befürchten musste und mit freier Fahrt seinen Vorsprung ausbauen konnte. "Aber diese Strategie hat ihre Risiken", warnt Anderson. "Wenn sie sich nicht für die erste Reihe qualifizieren oder einen Fehler machen, wird es schwierig."

"Überholen ist nur schwer möglich. Das hat man bei Mark Webber gesehen. Nachdem er am Start Positionen verloren hatte, verlief sein Rennen voller Zwischenfälle", erläutert der ehemalige Jordan-Konstrukteur. Nachdem Vettel das Feld in Abu Dhabi von hinten aufrollen musste, entschied sich Red Bull zu einem radikalen Umbau. Mit weniger Abtrieb und längerer Getriebeübersetzung sollte die Höchstgeschwindigkeit erhöht werden.

Das zeigte Wirkung. Im Qualifying war Vettel bei der Messung der Höchstgeschwindigkeit noch auf Platz 23 - langsamer war nur Teamkollege Webber. Im Rennen tauchte Vettel dann schon auf Platz vier der Speed-Wertung auf und war fast zehn km/h schneller als am Vortag. Dadurch wurde ihm das Überholen erleichtert. "Er ist durchs Feld gefahren, weil sein Auto schnell war", sagt Anderson. "Die Abstimmung hat ihm diese gute Fahrt ermöglicht, wenn man von den beiden Fehlern, bei denen er seinen Frontflügel beschädigt hat, einmal absieht."

Auf die Rundenzeit wirkte sich die veränderte Abstimmung nicht nachteilig aus, Vettel fuhr im vorletzten Umlauf die schnellste Runde des gesamten Rennens. Nach dem umfreiwilligen, aber positiven Test der alternativen Abstimmung rät Anderson Red Bull, diesen Weg bei den verbleibenden Saisonrennen weiterzuverfolgen: "Red Bull muss sich nach hinten absichern. Wenn sie aus irgendeinem Grund nicht auf die Pole-Position fahren, müssen sie sicherstellen, dass sie ein gutes Rennen fahren können", so Anderson. "Und Vettel hat gestern gezeigt, dass er auch mit einer anderen Abstimmung sehr schnell fahren kann."

Fotoquelle: xpbimages.com

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