Gary Paffett ist beim Young-Driver-Test ein alter Hase

Formel 1 2012

— 05.11.2012

Die Formel 1 lässt die "jungen Wilden" von der Kette

Ab Dienstag fahren sechs Teams drei Tage lang in Abu Dhabi den Young-Driver-Test, wobei aber nicht nur junge Fahrer zu Einsatz kommen



Vier Rennen innerhalb von fünf Wochen auf drei Kontinenten: Das Saisonfinale 2012 fordert die Formel-1-Teams ohnehin schon bis an ihre Leistungsgrenze, doch für sechs Teams steht in dieser Woche noch eine weitere Aufgabe auf dem Programm. Von Dienstag bis Donnerstag findet in Abu Dhabi der insgesamt dritte Young-Driver-Test in dieser Saison statt. Nachdem die zwölf Teams in den vergangenen beiden Jahren noch geschlossen in Abu Dhabi gefahren waren, tanzten in diesem Jahr die Hälfte aller Rennställe aus der Reihe.

Bereits im Juli absolvierten Williams, Marussia und HRT ihren Young-Driver-Test in Silverstone, im September testeten Ferrari, Mercedes und Force India drei Tage lang auf der ehemaligen Grand-Prix-Strecke von Magny Cours in Frankreich. In Abu Dhabi sind nun Red Bull, McLaren, Lotus, Sauber, Toro Rosso und Caterham am Start.

Der Young-Driver-Test wurde ursprünglich eingeführt, um jungen Fahrern die Möglichkeit zu geben, erste Erfahrungen in der Formel 1 zu sammeln. "Aufgrund der Testbeschränkungen gibt es sonst kaum Gelegenheiten, ein Formel-1-Auto zu fahren", sagt Max Chilton. "Die Möglichkeit, zwei oder drei Tage lang zu fahren und mit dem Team zu arbeiten, ist eine großartige Gelegenheit." Der Brite war im vergangenen Jahr für Force India und in diesem Jahr für Marussia beim Young-Driver-Test im Einsatz.

Young-Driver-Test wird zweckentfremdet

"Ich war vor dem Test ziemlich nervös, aber das Team war großartig und hat mir sehr geholfen, damit ich mich schnell wohlfühle. Es war eine gute Erfahrung, bei der ich viel gelernt habe. Dort habe ich gesehen, woran ich arbeiten muss, um eines Tages Einsatzfahrer in der Formel 1 zu werden", sagt Chilton, der mittlerweile zum Ersatzfahrer bei Marussia aufgestiegen ist, in Abu Dhabi erstmals im ersten Freien Training für das Team fuhr und im kommenden Jahr höchstwahrscheinlich neuer Teamkollege von Timo Glock wird.

Doch nicht alle Teams nutzen den Young-Driver-Test zu dem Zweck, aus dem er ursprünglich eingeführt wurde. Während bei den kleineren Teams eher die Sponsorenkasse als das Talent der Piloten das entscheidende Argument für einen Testeinsatz ist, werden bei einigen der Spitzenteams nicht junge Piloten, sondern vor allem neue Teile getestet. Nirgends wird das offensichtlicher als bei McLaren.

Dort kommt wieder einmal Gary Paffett zum Einsatz. Der DTM-Champion von 2005 ist mit seinen 31 Jahren dem Alter eines Nachwuchstalents schon lange entwachsen und hat rund 20.000 Testkilometer für McLaren auf dem Buckel, erfüllt aber das entscheidende Argument, welches ihn für die Teilnahme am Young-Driver-Test qualifiziert: Er hat weniger als zwei Rennen in der Formel 1 gefahren. Neben Paffett kommt bei McLaren mit Oliver Turvey der zweite Testfahrer des Teams zum Einsatz.

Nutzt da Costa die Red-Bull-Chance?

Außerdem lässt McLaren Nachwuchsmann Kevin Magnussen ans Steuer. Der Sohn des früheren Formel-1- und DTM-Piloten Jan Magnussen gehört zum Nachwuchsprogramm des Teams und fuhr in diesem Jahr in der Renault-World-Series (WSbR). Magnussen wird nach jetziger Planung am Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittag im MP4-27 sitzen. Paffet soll am Dienstagnachmittag und Mittwochvormittag testen, Turvey am Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag.

Red Bull nutzt den Young-Driver-Test regelmäßig dazu, Fahrern aus dem hauseigenen Nachwuchsprogramm die ersten Schritte in der Formel 1 zu ermöglichen. So lösten in den Vorjahren Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne mit starken Leistungen beim Test in Abu Dhabi ihr Formel-1-Ticket. In diesem Jahr erhält Antonio Felix da Costa diese Gelegenheit. Der Portugiese, der in diesem Jahr sowohl in der WSbR als auch in der GP3 Rennen gewann und im Vorjahr für Force India testete, soll an den ersten beiden Tagen im RB8 sitzen.

Am Donnerstag muss er für den Niederländer Robin Frijns Platz machen, der in diesem Jahr als Rookie den Meistertitel in der WSbR gewann - wenn auch mit einem umstrittenen Manöver beim Finalrennen. Der 21-Jährige ist zuvor schon für Sauber im Einsatz, wo er morgen seinen ersten Formel-1-Test fahren wird. Am Mittwoch und Donnerstag fährt Testfahrer Esteban Gutierrez für die Schweizer.

Mortara und Porst testen für Lotus

Caterham setzt auf seine beiden Testfahrer Giedo van der Garde (Dienstag und Mittwoch) und Alexander Rossi (Donnerstag). Für Toro Rosso testet GP2-Vizemeister Luiz Razia am Dienstag und Donnerstag, am Mittwoch fährt Johnny Cecotto jun., der zwar mit venezolanischer Lizenz fährt, als Sohn des früheren Motorradweltmeisters und Formel-1- sowie DTM-Piloten Johnny Cecotto und dessen deutschen Ehefrau aber auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

Bei Lotus sitzt am ersten Tag ein Fahrer mit einem berühmten Namen im Cockpit des E20: Nicolas Prost. Der Sohn des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost war in diesem Jahr für Rebellion in der Langstrecken-Weltmeisterschaft aktiv. Am Mittwoch kommt mit DTM-Pilot Edoardo Mortara ein weiterer Pilot zum Einsatz, der nicht aus dem Dunstkreis der Formel 1 stammt. Am Donnerstag testet GP2-Champion Davide Valsecchi für Lotus.

Fotoquelle: xpb.cc

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