Formel 1 2012

— 09.11.2012

Kein Fluchen mehr: Maulkorb für Formel-1-Stars?

Sebastian Vettels "to fuck up" auf dem Podium in Abu Dhabi hat Folgen: Die FIA weist die Teams darauf hin, ihre Fahrer noch enger an die Leine zu nehmen





Die Zeiten, in denen sich Formel-1-Fahrer frei von der Leber reden konnten, was sie gerade denken, sind möglicherweise endgültig vorbei. Denn nach dem Grand Prix von Abu Dhabi wurden die zwölf Teams durch ein Schreiben von FIA-Kommunikationschef Norman Howell dazu aufgefordert, sicherzustellen, dass ihre Fahrer bei Medienterminen nicht mehr fluchen und nur noch angemessene Sprache verwenden.

Auslöser für diese Intervention waren offenbar die von David Coulthard geführten Podium-Interviews, bei denen Sebastian Vettel sagte, "es bestand die Chance, es zu verkacken" (wörtlich: "to fuck up"). "DC" wandte sich daraufhin an die arabischen Zuschauer: "Ich möchte das Publikum daran erinnern, dass er in seiner Zweitsprache spricht. Wir entschuldigen uns für diese Wortwahl." Bereits zuvor hatte Vettel in dieser Saison für Erregung gesorgt, als er Narain Karthikeyan in TV-Interviews als "Idiot" bezeichnete.

Im FIA-Schreiben, das laut Informationen der 'BBC' von Präsident Jean Todt höchstpersönlich in Auftrag gegeben wurde, heißt es wörtlich: "Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, sicherzustellen, dass den Fahrern bewusst ist, dass so eine Wortwahl bei Medienterminen nichts verloren hat", weil solche Ausdrücke ein negatives Licht "auf ihre Teams und Sponsoren, den Sport und die FIA" werfen.

"Ich verstehe, dass Adrenalin, Euphorie und Enttäuschung in der Hitze des Gefechts ein gefährliches und berauschendes Gemisch sind", versucht Howell Verständnis zu zeigen. "Aber Formel-1-Fahrer sind nicht die einzigen, die unter solchen Bedingungen interviewt werden. Ich denke da an Boxer, Rugbyspieler und Fußballer, die regelmäßig nach zermürbenden sportlichen Leistungen live im Fernsehen interviewt werden, es aber schaffen, keine unangemessene Sprache zu verwenden."

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die 'BBC' am vergangenen Wochenende 21 telefonische Beschwerden über das Fluchen in der Live-Übertragung erhielt, aber gleich 30 Anrufe, weil die brisanten Passagen aus der Zusammenfassung für die Online-Mediathek herausgeschnitten wurden. Schon oft beschwerten sich Fans darüber, dass die Formel-1-Fahrer nicht mehr so authentisch rüberkommen wie früher, weil sie von mehreren Seiten zensiert werden.

Doch laut Howell wurde das Schreiben von den Teams "positiv" aufgenommen. Es habe einige Beschwerden seitens des Publikums, von innerhalb der FIA und sogar von Medienvertretern gegeben, weshalb er es für erforderlich hielt, das Thema in Form eines "freundlichen Memos" anzusprechen. Die Fahrer "müssen realisieren, dass es Teil ihrer Arbeit ist, mit den Medien zu sprechen, und zwar auf akzeptable Art und Weise".

Fotoquelle: xpbimages.com



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