Formel 1 2012

— 09.11.2012

Van der Garde & Frijns: Schnell, willig, vertragslos sucht

Die beiden Niederländer hoffen nach dem Young-Driver-Test in Abu Dhabi auf ein Einsatzcockpit 2013, haben dabei aber ganz unterschiedliche Perspektiven





Der eine hat's, der andere nicht. Talent ist nicht gemeint, wenn es um Giedo van der Garde und Robin Frijns geht. Der schnöde Mammon hingegen schon. Während der Caterham-Testfahrer über einen finanzkräftigen Hintergrund verfügt, ist bei seinem Landsmann außer seinen Fähigkeiten wenig auf der Habenseite, wie er selbst einräumt: "Ich habe nicht das große Geld im Rücken, also muss ich mich auf mein Talent verlassen, was ich über die Jahre oft getan habe", erklärt Frijns im Gespräch mit 'ESPN'.

In Abu Dhabi bekam er dank seines Titelgewinns in der Renault-World-Series (WSbR) die Chance, den aktuellen Red Bull zu pilotieren, dazu lud auch Sauber Frijns ein. "Ich weiß, wie wichtig diese Tests für meine Zukunft waren. Deswegen habe ich mich voll darauf konzentriert", so der 21-Jährige. "Hoffentlich klingelt das Telefon und ich habe ein paar Termine." Die hat van der Garde schon längst notiert, mit ihm am Verhandlungstisch sitzen werden die Verantwortlichen von Caterham.

Geldbeutel voll, van der Garde euphorisch

Der aktuelle GP2-Pilot zeigt sich mehr als optimistisch: "Ich habe noch nicht unterschrieben, aber ich hoffe, das geschieht bald", blickt van der Garde voraus und lobt die Mannschaft um Tony Fernandes: "Ich bin hier sehr glücklich, denn das Team besteht aus einem Haufen guter Kerle. Sie arbeiten wirklich hart und es kommen noch immer neue Leute dazu. Das Team hat mich dafür gelobt, was ich tue, wie ich mich verhalte, für meine Einstellung und meine Arbeit mit der Truppe."

Van der Garde hält mit seinen Erwartungen nicht hinter dem Berg: "Hoffentlich kann ich schnell einen Vertrag unterschreiben und mich auf das kommende Jahr vorbereiten." Das wird auch Caterhams Steuerberater hoffen: Der Manager des Rheneners und sein Vater pflegen enge Verbindungen zum niederländischen Moderiesen McGregor. Sein Schwiegervater in spe, Marcel Boekhoorn, ist ein vermögender Geschäftsmann und großzügiger Förderer der Karriere.

Frijns kämpft ums Überleben

Dass Cyril Abiteboul demnächst der Verantwortliche am Kommandostand ist, sieht van der Garde nicht als Hindernis an: "Cyril kennt sich im Motorsport aus und hat lange Zeit mit Renault zusammengearbeitet. Ich mag ihn - es ist also kein Problem." Weniger rosig sieht die Zukunft für Frijns aus. Für ihn ist die Formel 1 praktisch der letzte Ausweg aus einem finanziellen Überlebenskampf: "Ich kann die WSbR nicht mehr fahren, weil mir dafür das Geld fehlt", macht der Maastrichter klar.

Im Vorjahr hatte er die Formel Renault 2.0 und damit eine halbe Million Euro gewonnen, mit dieser Summe die Saison 2012 finanziert. "Ohne das Geld wäre das nicht möglich gewesen", fügt Frijns an, der sich längst an die Situation gewöhnt hat, um seine Existenz im Motorsport allen voran bei Sponsorengesprächen, aber auch auf der Strecke kämpfen zu müssen: "Ich lebe seit einigen Jahren mit dem Druck und kenne die Situation zu Hause. Also habe ich den Druck bei jedem Rennen."

Fotoquelle: Red Bull



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