Formel 1 2012

— 09.11.2012

Neue Strecken sind Räikkönens "Salz in der Suppe"

Für den Finnen ist die USA-Rückkehr etwas Besonderes, schließlich war sein NASCAR-Abstecher 2011 Grund für sein Comeback - Grosjean freut sich auf Fans





Bei Lotus ist der Knoten geplatzt, der erste Grand-Prix-Sieg ist seit dem Rennen in Abu Dhabi unter Dach und Fach. Der Erfolgshunger der Schwarz-Goldenen scheint damit allerdings noch nicht gestillt, denn Kimi Räikkönen würde an die Glanzleistung der Nacht bei der Rennpremiere auf dem Circuit of The Americas (CoTA) gerne anknüpfen: "Es kommt noch mehr, das verspreche ich", sagt der Finne unisono mit Romain Grosjean: "Hoffentlich geht es mit den guten Resultaten so weiter, beginnend in Austin."

Für den Franzosen ist Texas absolutes Neuland - und das ist wörtlich zu verstehen. "Ich war noch nie den USA, nicht mal zum Shoppen in den New York. Ich wollte eigentlich nach dem Kanada-Grand-Prix hinfahren, aber es blieb nicht genügend Zeit", erzählt Grojean, der natürlich auch den CoTA nicht kennt. "Es wird eine neue Erfahrung, eine Entdeckungsreise: ein neues Land, eine neue Kultur und natürlich eine neue Rennstrecke. Das ist immer eine Erfahrung ist, die ich mag."

Neue Kurse sind Räikkönens "Salz in der Suppe"

Immerhin gab es Tipps aus erster Hand: Lotus' Testfahrer Jerome d'Ambrosio war bereits für eine Demofahrt in Austin unterwegs: "Ich habe mit Jerome gesprochen und habe eine ungefähre Ahnung davon, was ich zu erwarten habe", erzählt Grosjean, der seine virtuellen Erfahrungen mit der neuen Bahn gemacht hat: "Außerdem habe ich die Strecke im Simulator befahren. Wenn ich reise, ist es einfacher, Xbox zu spielen und mir einen Eindruck zu verschaffen." Ob Grosjean am Controller ähnlich viel Kleinholz produziert?

Auch Räikkönen blickt dem Grand Prix mit Vorfreude entgegen: "Es ist der dritte unbekannte Kurs für mich in diesem Jahr, aber eben auch für das Team und jeden anderen Fahrer. Südkorea und Indien waren beide neues Terrain, aber ich hatte immerhin die vorherigen Rennen im Fernsehen gesehen", erklärt der Ex-Weltmeister. "Über Austin weiß ich nichts, kenne nur den Namen. Ich mag es aber, neue Orte zu besuchen, das ist das Salz in der Suppe." Besonders angetan haben es ihm die Fans.

"Ich freue mich darauf, denn ich mag die entspannte Atmosphäre in Nordamerika. Die Menschen wissen, wie man Spaß hat und lieben den Motorsport", so Räikkönen, dessen US-Vergangenheit bei sieben Indianapolis-Starts weniger ruhmreich ist. "Leider sind 2005 nur sechs Autos angetreten - das einzige Mal, als ich das Gefühl hatte, einen wirklich guten Wagen zu haben", erinnert er an das Michelin-Debakel. 2003 stand der "Iceman" auf der Pole-Position. "Trotzdem habe ich keine guten Erinnerungen", meint er über einen zweiten Platz im Mclaren.

NASCAR-Abstecher war Mutermacher

Und dennoch gibt es Positives, was Räikkönen mit den USA verbindet: "Im vergangenen Jahr habe ich die NASCAR-Serie ausprobiert und bin zwei Rennen auf dem Oval in Charlotte gefahren", meint er über einen von seinem damaligen Sponsor Red Bull eingefädeltes Intermezzo. "Das hat mir wirklich sehr gefallen. Es war die Erfahrung, die es brauchte, um mich wieder komplett dem Motorsport hinzugeben. Danach wollte ich wirklich in die Formel 1 zurückkehren."

Inspiration war nicht alles, was Räikkönen mitnahm. Es wäre auch eine Möglichkeit gewesen, zu bleiben: "Es war eine verlockende Perspektive, weiter NASCAR zu fahren." Vielleicht kann der 33-Jährige wieder ein Stück dieser Atmosphäre aufsaugen, die ihm einst so gut gefallen hat. "Nachdem ich den Enthusiasmus der US-Amerikaner für NASCAR gesehen habe, hoffe ich, dass der Formel 1 in Texas das Gleiche widerfährt", blickt Räikkönen auf volle Tribünen in Austin voraus.

Über den Stellenwert des Stock-Car-Sports ist auch Grosjean gut informiert: "Die NASCAR ist dort natürlich sehr populär. Wir können von der beeindruckenden Show, die dort für die Fans veranstaltet wird, etwas lernen", regt der Formel-1-Rückkehrer an und leckt sich ebenfalls die Finger nach der mitreißenden Stimmung. "Die 500 Meilen von Indianapolis sind ein weiteres Event, das jeder kennt. Ich hoffe, alle Fans, die nach Austin kommen, sind genauso Feuer und Flamme wie dort."

Meinung anderer kümmer Räikkönen nicht

Vom CoTA erwartet er sich Grosjean eine knifflige Aufgabe: "Ich denke nicht, dass es eine Strecke ist, die einfach zu lernen ist und es gibt einige schnelle Kurven, die nach einer Herausforderung aussehen. Die erste Kurve scheint ein Riesenspaß zu sein." Räikkönen freut sich noch immer über den Premierensieg in Abu Dhabi: "Es hat eine Weile gedauert, aber wir haben es geschafft. Wir haben nicht aufgegeben", sagt der Finne und erinnert an den gestoppten Lotus-Abwärtstrend.

"Es gab eine Zeit, in der die neuen Entwicklungen für das Auto nicht so funktioniert haben, wie wir es uns vorgestellt hatten." Lotus blieb dran und verfeinerte den Coanda-Auspuff nach enttäuschenden Resultaten in Südkorea und Indien. Mit dem überarbeiteten System zeigte insbesondere Räikkönen eine konstant starke Leistung und fiel in Abu Dhabi praktisch das gesamte Wochenende über nicht aus den Top 10 heraus.

War es eine Genugtuung, es den Skeptikern bewiesen und die leidige Frage nach dem ersten Sieg endlich beantwortet zu haben? "Ich habe mich nie darum gekümmert, was die Leute denken. Wenn ich das nächste Rennen nicht beende, glauben sie ohnehin, dass ich so schlecht bin. Ich ziehe mein Ding durch." Der "Iceman" macht seinem Spitzenamen alle Ehre: "Es berührt mich nicht, wenn die Leute jetzt anders von mir denken als drei Stunden vor dem Rennen."

Lange Reisen zehren an den Kräften

Auch dann nicht, wenn seine Stimme mit patzigen Worten über den Äther läuft: "Anscheinend waren da einige Funksprüche im Fernsehen zu hören. In diesem Moment wurde klar, wie sehr ich mich auf das Fahren konzentrieren, meinen Job erledigen und das Rennen gewinnen wollte. Ich wusste, dass ich nur die Jungs hinter mir halten musste." Offenbar warten im Internet noch weitere Fundstücke für Kimi-Fans: "Ich denke, es gibt noch weitere Funksprüche von mir, die sich auf 'Youtube' finden lassen - sogar aus meiner kurzen NASCAR-Zeit."

Grosjean hat zunächst keine Zeit, danach zu googeln. Er lechzt nach einer Verschnaufpause: "Es war harte Arbeit, an so viele Orte zu reisen. Manchmal wacht man im Hotel auf und fragt sich, in welchem Land man gerade ist", sagt er. Bei den Reisen quer durch Asien und nun nach Nord- sowie Südamerika hat er nicht aus den Augen verloren, dass die Lotus-Mitarbeiter ebenfalls leiden: "So geht es dem ganzen Team, von den Mechanikern über die Fahrer, den Ingenieuren bis hin zum Personal in der Hospitality - einfach jedem."

Fotoquelle: xpbimages.com



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