Formel 1 2012

— 12.11.2012

Vettel: "Ich hoffe, dass das Beste noch kommt!"

Vor seinem 100. Grand Prix lässt Sebastian Vettel die Saison 2012 Revue passieren und spricht über die "Achterbahnfahrt" und den Frust nach schlechten Rennen





Am kommenden Wochenende kann Sebastian Vettel ein Jubiläum feiern: In Austin fährt der Heppenheimer seinen 100. Grand Prix - im Alter von gerade einmal 25 Jahren. Im Vergleich mit einem anderen mehrfachen Weltmeister wird der demografische Wandel in der Formel 1 deutlich: Als Jackie Stewart nach 99 Rennen und drei WM-Titeln seine Karriere beendete, war er 34 Jahre alt. "Es ging sehr schnell", sagt Vettel im Gespräch mit 'formula1.com'. "100 Grands Prix hören sich nach einer Menge an."

"Aber wenn ich darüber nachdenke, fühlt es sich so an, als sei ich erst vor Kurzem in die Formel 1 gekommen. Das zeigt, wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man macht, was man wirklich liebt und genießt", so der Red-Bull-Pilot. Vettel lässt vor dem vorletzten Saisonrennen das Rennjahr 2012 Revue passieren und antwortet auf die Frage nach dem bisherigen Highlight: "Ich hoffe, dass das Beste noch kommt!"

Mit einem Podium in Australien hatte Vettels Saison gut begonnen, doch schon beim Regenrennen in Malaysia lief nicht mehr alles nach Plan. "Dann begann die Achterbahnfahrt", sagt Vettel über die unberechenbare Anfangsphase der Saison. "Das einzig Gute war, dass alle anderen auch in der Bahn saßen. Manchmal haben wie nicht die Resultate erzielt, die wir verdient hätten. In anderen Rennen haben wir die Resultate erzielt, die wird verdient hatten, waren damit aber nicht zufrieden. Daher war es nicht die einfachste Saison."

Vettels Wunsch: Mehr Langeweile

Durch die hohe Leistungsdichte im Starterfeld des Jahres 2012 sei der Rennausgang teilweise völlig unvorhersehbar gewesen. "Du kannst ein gutes Auto haben, wirst im Rennen aber nur Siebter. Im nächsten Rennen kann es ähnlich sein, aber du gewinnst, und der Sieger des vorherigen Rennens wird nur Fünfter oder Sechster." Das sei völlig anders als in früheren Jahren, wo man mit einem guten Auto die Gewissheit gehabt habe, immer um das Podium kämpfen zu können. "Damals gab es nur eine Handvoll Fahrer, die das Podium unter sich ausgemacht haben", erklärt Vettel. "Heute kann zwar auch nicht jeder gewinnen, aber der Kreis der Verdächtigen ist auf jeden Fall größer geworden."

"Für die Fans ist das die beste Formel 1 seit Langem", meint Vettel. "Persönlich hätte ich mir jedoch gewünscht, dass es manchmal etwas langweiliger gewesen wäre." Im Gegensatz zu früheren Jahren sei der Rennausgang in dieser Saison bis zum Ende offen. "Wenn du früher das Rennen angeführt hast und noch zehn Runden zu fahren waren, konntest du dir ziemlich sicher sein, dass du den Sieg in der Tasche hast. Heute kann aber bis zum Fallen der Zielflagge noch alles Mögliche passieren."

"Durch die Reifen werden die Rennen erst auf den letzten Metern entschieden. Als Jäger kannst du den Spieß noch umdrehen, und als Führender kannst du noch alles verlieren", erklärt Vettel. Was in der aktuellen Formel 1 alles möglich ist, zeigte der Red-Bull-Pilot beim Rennen in Abu Dhabi, wo er nach dem Start aus der Boxengasse bis auf Position drei fuhr. Generell hatte Vettel in diesem Jahr in den Rennen mehr zu kämpfen, denn im Qualifying ist Red Bull nicht mehr so dominant wie noch in Vorjahr, als Vettel 15 Mal auf der Pole-Position stand.

Überholen macht Spaß, muss aber nicht sein

Doch auf die Duelle auf der Strecke würde der 35-Jährige gerne verzichten: "Natürlich macht es Spaß, viele Autos zu überholen, aber idealerweise startest du von vorne und musst niemanden überholen. Du musst einfach nur bleiben, wo du bist", so Vettel. "Wenn du von hinten starten musst - und seit Abu Dhabi weiß ich, wovon ich rede - kommt dir das Rennen endlos vor." Daher sei das Podium die perfekte Belohnung für einen arbeitsreichen Nachmittag gewesen.

Trotz der nicht immer optimalen Startposition überstand Vettel die bisherigen 18 Saisonrennen im Gegensatz zu seinem WM-Rivalen Fernando Alonso ohne unfallbedingte Ausfälle, was der Heppenheimer jedoch nicht als selbstverständlich ansieht: "Es ist sehr schwierig, so viele Rennen ohne Zwischenfälle zu überstehen. Das steht nicht immer in deiner Macht, aber du musst darauf vorbereitet sein und darfst dir nicht verwundert die Augen reiben, wenn es passiert."

Während Ferrari immer noch die These vertritt, dass Vettel nur wegen der unverschuldeten Startunfälle von Alonso in Spa-Francorchamps und Suzuka die WM anführe, erinnert der Deutsche zu Recht daran, dass auch er in Valencia und Monza unverschuldet ausfiel, wenn auch aus technischen Gründen. Daher sie die Bilanz in diesem Punkt ausgeglichen. "Ich glaube immer noch daran, dass der Fahrer Meister wird, der es am meisten verdient", sagt Vettel. "Wir sind in einer sehr guten Ausgangsposition, hoffentlich bleibt das bis zum Ende so, damit wir den verdienten Lohn einfahren."

Vettel will auch weiterhin Emotionen zeigen

Auch nachdem der Automobilweltverband FIA in der vergangenen Woche die Fahrer aufgefordert hat, sich bei Interviews einer angemessenen Sprache zu bedienen, will Vettel auch zukünftig bei Enttäuschungen mit seinen Gefühlen nicht hinter dem Berg halten: "Es sehe nichts Schlimmes daran, unzufrieden zu sein, um es einmal höflich auszudrücken, wenn du ein schlechtes Rennen hattest." Das sei für ihn völlig normal und menschlich.

Entscheidend sei, aus solchen Enttäuschungen positive Motivation zu schöpfen: "In dem Moment, in dem du Ziellinie überquerst, kannst du daran nichts mehr ändern. Manchmal ärgerst du dich tierisch über dich selbst, über eine bestimmte Situation. Aber es gibt keine Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen und es noch einmal zu versuchen", so Vettel. "Du musst es akzeptieren und darfst keine Energie an Dinge verschwenden, die in der Vergangenheit liegen, sondern musst dich auf das konzentrieren, was du in der Zukunft ändern kannst."

Fotoquelle: xpbimages.com

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