Derek Warwick hatte als Kommissar in Abu Dhabi reichlich Arbeit

Formel 1 2012

— 13.11.2012

Warwick: "Red Bull und Sebastian machen es"

Ex-Pilot Derek Warwick über den aktuellen Titelkampf und seinen Einsatz als Rennkommissar in Abu Dhabi: "Wir hatten viele Daten und bekamen noch viel mehr"



Derek Warwick ist der Mann für schwierige Fälle. Der Ex-Formel-1-Pilot war bereits mehrfach als Rennkommissar im Einsatz, und bei jedem dieser Einsätze gab es einen kniffligen Fall zu lösen. In Ungarn 2010 gab es das haarige Duell zwischen den Ex-Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher und Rubens Barrichello, in diesem Jahr die Streitereien über die Legalität der Red-Bull-Entwicklungen in Hockenheim und vor wenigen Tagen stand wieder das Weltmeisterteam im Zentrum von Diskussionen.

Im Anschluss an das Qualifying in Abu Dhabi wurde stundenlang über Konsequenzen für Sebastian Vettel beraten. Der Heppenheimer hatte seinen RB8 in der Auslaufrunde in Q3 auf der Strecke abgestellt. Wie sich später herausstellte, befand sich im Fahrzeug zu wenig Benzin. Vettel wurde letztlich auf den letzten Startplatz verbannt. Auf diese Entscheidung mussten die Fans lange warten, weil sich die zuständigen Kommissare nicht zu einem schnellen Urteil durchringen konnten.

"Wir hatten dermaßen viele Daten, die wir durchgehen mussten. Aber ich war nicht zufrieden damit. Also haben sie uns noch mehr Daten gebracht", schildert Warwick die Abläufe vom Samstagabend in Abu Dhabi im Interview mit 'GPUpdate.net'. Red Bull sei in diesem Prozess "sehr kooperativ" gewesen, der Vorgang habe aber entsprechend Zeit in Anspruch genommen. "Lieber in Ruhe die richtige Entscheidung treffen als in Eile eine falsche", so der Brite.

Während der Wartezeit am Samstag in Abu Dhabi machten teils wilde Gerüchte die Runde. Die Entscheidung verzögere sich, weil der FIA-Technikdelegierte Charlie Whiting zwischenzeitlich in aller Ruhe zum Abendessen gegangen sei, hieß es beispielsweise. "Absoluter Blödsinn", reagiert Warwick drastisch. Er erklärt: "Charlie hat keinen Anteil an solchen Entscheidungen, das Gremium arbeitet unabhängig. Er wird höchstens mal gefragt, wenn etwas unklar ist."

Warwick war nach Anhörung aller Beteiligten und nach Durchsicht der Daten der Auffassung, dass man Vettel und Red Bull entsprechend bestrafen müsse. "Alle Formel-1-Teams gehen ans Limit", so der Ex-Pilot, "aber man muss ihnen dafür dankbar sein. Das macht doch die Formel 1 aus. Man geht in Sachen Technologie an die Grenzen, hat die besten Ingenieure und die besten Fahrer der Welt. Die nutzen jede kleine Lücke." Warwick ist überzeugt, dass Vettel trotz des Rückschlages Champion wird: "Schön wäre es, wenn es erst in der letzten Runde in Brasilien entschieden würde, aber leider ist der Ferrari nicht schnell genug. Red Bull und Sebastian werden es machen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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