Wurz ärgerte sich über Schumachers "Park"-Manöver in Monaco

Formel 1 2012

— 14.11.2012

Wurz über Schumachers Scheitern: "Gut für den Sport"

Der Ex-Formel-1-Pilot glaubt, dass es beim erfolglosen Comeback-Versuch am Auto haperte, die heutigen Stars aber ihre Extraklasse unter Beweis stellen konnten



Fans und Fahrer haben zu Michael Schumacher über die Jahre ganz unterschiedliche Meinungen entwickelt. Alexander Wurz gilt als Pilot, der mit dem Rekord-Weltmeister in seiner aktiven Zeit auskam, eine echte Männerfreundschaft wurde den beiden aber nie nachgesagt. "Wenn du ein bisschen näher zum Michael kommst, ist er eigentlich ein sehr lässiger Kerl - und auch sehr offen", verrät der Österreicher im Interview mit der 'SportWoche'. Trotzdem gab es eine Zeit, in der sich das Duo näher stand.

Etwa, als beide in Südfrankreich lebten. "Da sind wir ein paar Mal Fußball spielen gegangen, er hat mich auch mal mitgenommen zu einem Match in Rom", erinnert sich Wurz. Doch das Verhältnis kühlte ab - weil es auf der Strecke krachte und es Meinungsverschiedenheiten in der Fahrergewerkschaft Grand Prix Drivers Asscociation (GPDA) gab. Ein Vorfall ärgerte ihn besonders: Als Schumacher im Qualifying von Monaco "parkte", um Fernando Alonso an seiner schnellen Runde zu hindern.

Schumacher "einer der Größten aller Zeiten

Der 38-Jährige hätte sich gewünscht, dass sich Schumacher kollegial zeigt: "Dass er da fahrerintern nicht gesagt hat, was war - obwohl wir Piloten uns geeinigt hatten, darüber nicht medial zu sprechen. Wir wollten mit ihm reden, aber er hat total abgeblockt." Trotz allem Unverständnis für solche Manöver hat der heutige Toyota-Pilot in der Langstrecken-Weltmeisterschaft eine Menge für den Rivalen von einst übrig: "Vergiss nie: Dieser Mann hält fast alle Rekorde, die es gibt", zollt er Tribut.

Wurz schlägt hochachtungsvolle Töne an, wenn es um den siebenmaligen Champion geht. "Wir waren Zeitzeugen eines der größten Fahrer aller Zeiten", macht Wurz klar. Ein Denkmal, dassPatina ansetzt? "Aber natürlich sehen wir, die im Tagesgeschäft sind, immer den zweiten Teil seiner Karriere, bei Mercedes. Die hat nicht dem ersten Teil entsprochen - und nicht seinem eigenen Anspruch", findet der 69-fache Grand-Prix-Teilnehmer. "Das liegt mehr am Auto als am Fahrer."

Klarheit über Kräfteverhältnis in der Formel 1

Aber eben nur mehr am Auto, nicht ausschließlich. "Auch er hat sich nicht so einschießen können wie erwartet. Am Ende ist es ein Zeichen der Zeit, dass alles schnelllebig ist, beinhart." Doch Wurz erkennt im Scheitern des Comebacks auch einen Vorteil für den Sport. "Dass einer, der so dominiert hat, nach drei Jahren Pause nicht mehr dominiert", führt er aus. Es ist ein Kompliment an die Piloten, die heute die Szenerie dominieren. Es zeige, dass sie die Besten ihrer Zunft seien.

Wurz bringt es auf eine einfache Formel: "Schlecht für Schumacher, gut für den Sport." Eine graue Eminenz im Hintergrund, deren Extraklasse wie ein Fluch auf den Fahrern der Gegenwart liegt, könne nicht im Sinne der Formel 1 sein. Diese Perspektive droht dem Rallye-Sport nach dem Vollzeit-Rückritt Sebastien Loebs. "Es geht um Leistung. Und um das Wissen, dass wir den derzeit Besten zuschauen - und nicht daran denken, dass da im Ruhestand einer hockt, der noch viel schneller wäre."

Fotoquelle: xpbimages.com

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