Formel 1 2012

— 15.11.2012

Kaltenborn: Kobayashi braucht Leistung, kein Geld

Die Teamchefin will anhand von Resultaten beurteilen, ob sich der Japaner für einen neuen Vertrag empfohlen hat: "Nahmen ihn nur wegen seiner Fähigkeiten"



Im Kampf um die verbleibenden Cockpits in der Formel 1 versuchen viele Fahrer, die Mitgift eines Sponsors zu organisieren, um die eigene Attraktivität zu steigern. Kamui Kobayashi habe das bei Sauber nicht nötig, findet Monisha Kaltenborn. Auf die Frage, ob der Japaner für einen Vertrag zwingend auf einen Geldgeber, den er nach eigenen Angaben in seinem Heimatland sucht, angewiesen sei, antwortet die Teamchefin der 'Press Association Sport' mit einem deutlichen "Nein."

Kaltenborn betont, dass die Geldbörse der Piloten bei Sauber auch zuvor keine Rolle gespielt habe: "Wir haben darauf nicht mal Ende 2009 geschaut, als es darum ging, ob das Team fortbesteht", bemerkt die Österreicherin und betont Kobayashis Talent: "Wir nahmen ihn damals nur wegen seiner Fähigkeiten, er hat keinen Sponsor mitgebracht. Auf ihm lastet kein Druck. Es geht nur darum, was er auf der Strecke macht." Das allerdings dürfte Anspannung genug bedeuten.

Die Teamchefin ist bemüht, möglichst viel Last von den Schultern des 26-Jährigen zu nehmen, wenn er in Austin und in Sao Paulo an den Start rollt: "Wir werden nicht nur auf die abschließenden zwei Rennen schauen und danach beurteilen, ob er gut oder schlecht ist", wirft sie ein. "Egal, ob er Plus- oder Minuspunkte gesammelt hat." Lieber wolle sie sich auf die Erfahrungen verlassen, die sie in den vergangenen drei Jahren mit Kobayashi gemacht hat. Er habe sein Talent demonstriert.

Kaltenborn will nicht, dass Kobayashi, der mitunter zu hitzköpfigen Aktionen wie bei seinem Startunfall in Südkorea neigt, sorgenvoll die letzten Kilometer des Jahres geht: "So gesehen sollte er wissen, dass das Team ihn kennt und ihm vertraut", macht sie ihm Mut.

Kaltenborn gibt sich optimistisch, wenn es darum geht, Mercedes auf Rang fünf der Konstrukteurs-Wertung noch abzufangen: "Man weiß nie, was passiert, und gerade in Sao Paulo kann es Überraschungen geben", weiß die Teamchefin und fordert, den Rückstand auf andere Teams zu verkleinern. Sie blickt voraus: "Wenn ich mir die Charakteristik der kommenden Strecken ansehe, bin ich zuversichtlich, dass wir noch um diese Position kämpfen können."

Fotoquelle: Sauber

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