Formel 1 2012

— 23.11.2012

Sao Paulo: Hamilton am Freitag vor Vettel

2:0 für Sebastian Vettel (2.) im WM-Duell gegen Fernando Alonso, aber schnellster Mann war am ersten Tag des Grand Prix von Brasilien Lewis Hamilton





Austin-Sieger Lewis Hamilton möchte sich unbedingt mit einem weiteren Sieg von McLaren verabschieden - und ist im Autodromo Jose Carlos Pace von Sao Paulo auf dem besten Weg dazu: Als einziger Top-5-Fahrer konnte er im Freitagstraining zum Grand Prix von Brasilien seine Vormittags-Zeit am Nachmittag sogar noch verbessern und sich auf 1:14.026 Minuten steigern.

Und zwar mit einem anderen Heckflügel als der Teamkollege: "Jenson fährt einen ganz ähnlichen wie in Belgien und in Italien", berichtet Hamilton. "Er wollte es ausprobieren, war auf den härteren Reifen bei der Musik. Dann hatte er auf den Longruns Probleme. Vielleicht bauen wir wieder um. Hier geht es nur um Abtrieb. Man kann sagen: je mehr Abtrieb, desto besser. Das Infield gibt den Reifen den Rest. Ich bin mir sicher, er orientiert sich wieder in meine Richtung."

Der Brite blieb um gut sechs Zehntelsekunden hinter seiner eigenen Freitagsbestzeit von 2011 zurück, was zum Teil sicher auch an den am Nachmittag extrem hohen Temperaturen (33 Grad Celsius Luft, 48 Grad Asphalt) lag. Aber Hamilton fuhr in der zweiten Session 0,274 Sekunden Vorsprung auf WM-Favorit Sebastian Vettel (Red Bull) heraus, der in der Tageswertung nur 0,114 Sekunden Rückstand auf den in Topform fahrenden McLaren-Piloten hatte.

Vettel mit erstem Tag zufrieden

"Wo wir stehen, ist nicht ganz so entscheidend, denn heute ist erst Freitag", sagt Vettel. "Wichtig war, dass wir das Auto heute verbessern konnten. Bei diesen hohen Temperaturen hatten alle zu kämpfen. Wir können uns noch steigern, aber die Frage ist, wie viel noch geht. Vom Gefühl her geht noch einiges, aber da es so heiß ist, hatten alle das gleiche Problem. Es war sehr rutschig und das Auto war vor allem auf der Hinterachse sehr nervös."

Fernando Alonso (Ferrari) handelte sich sogar 0,566 Sekunden Rückstand ein, konnte am Nachmittag ebenfalls nicht mehr zulegen. Das ergibt in der Gesamtwertung Platz fünf, 0,252 Sekunden hinter Vettel. Mit 75:65 drehte Vettel auch mehr Runden als sein großer Titelrivale, aber Ferrari scheint trotzdem etwas gefunden zu haben: "Sie sind auf jeden Fall viel besser aufgestellt, als sie es in Austin waren", findet Experte Marc Surer.

Nur: Gut genug, um das Rennen zu gewinnen und 13 Punkte Rückstand aufholen zu können? "McLaren und Red Bull sind in ihrer eigenen Welt, haben aerodynamisch eine mega Stabilität am Kurveneingang. Ferrari ist nicht in der gleichen Liga", verneint Experte Alexander Wurz und schlussfolgert: "Das wird harte Arbeit für Alonso." Auch wenn Felipe Massa (4./+0,527) bei den Volltank-Tests am Ende des zweiten Trainings die besten Longrun-Zeiten fuhr.

Wurz sieht McLaren im Vorteil

"Es sieht danach aus, dass McLaren hier die Oberhand behält", analysiert Wurz weiter. "Sie haben im letzten Sektor aus Kurve zwölf heraus eine super Traktion, zusätzlich die gute Motorleistung. Bei Red Bull ist eher der Mittelsektor schnell. Es wird extrem knapp." Aber er warnt davor, Alonso gar nicht mehr zu beachten: "Man darf auch einen Alonso nicht abschreiben. Vielleicht fährt er nicht um die Pole, aber bestimmt vorne mit hinein."

Mark Webber (Red Bull/+0,497) belegte im zweiten Training Platz drei vor den beiden Ferraris, und dahinter folgte auf P6/7 überrascht das Mercedes-Duo mit Michael Schumacher (+0,628) und Nico Rosberg (0,643). Die Silberpfeile experimentieren an diesem Wochenende weiterhin teilweise ohne Coanda-Auspuff, um Daten für nächstes Jahr sammeln zu können, und scheinen mit der Strecke bisher recht gut zurechtzukommen.

Die Top 10 wurden am Ende der 90 Minuten von Jenson Button (McLaren/+0,837), Romain Grosjean (Lotus/+0,968) und Paul di Resta (Force India/+1,103) vervollständigt. Force India, Williams und Sauber scheinen im Kampf um die Plätze neun bis 16 recht eng beisammen zu liegen, Toro Rosso fiel hingegen von Anfang an ein bisschen von diesem Paket ab. Irgendwo mittendrin auch Lotus, aber gerade Kimi Räikkönen (12./+1,345) deckt am Freitag nur selten seine Karten auf.

Marussia: Lichtmaschine bei Pic defekt

In den hinteren Regionen des Feldes wird Marussia wohl keine Chance haben, Caterham aus eigener Kraft zu schlagen, denn Timo Glock (22./+3,649) landete am Nachmittag sogar vier Zehntelsekunden hinter Pedro de la Rosa, obwohl dessen HRT-Team wegen akuter Geldsorgen die wenigsten Runden drehte, um Ersatzteile zu sparen. Aber Caterham braucht einen zwölften Platz, um noch WM-Rang zehn zu holen, und das wird bei trockenen Bedingungen schwierig.

Apropos Wetter: Die Temperatur kletterte alleine im Verlauf des heutigen Tages von 22 Grad am frühen Morgen auf 33 am Ende der zweiten Session. Für morgen sind ähnliche Verhältnisse vorhergesagt, aber am Sonntag soll es dann einen totalen Temperatureinbruch auf maximal 20 Grad geben - bei 60 Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Insofern ist fraglich, wie repräsentativ das heute Training letztendlich wirklich war.

Für Vettel ist es psychologisch sicher kein Nachteil, in beiden Sessions vor Alonso gewesen zu sein, quasi 2:0 in Führung zu liegen. Aber dafür kann er sich noch nichts kaufen. Und ein Fragezeichen sind auch die Reifen, denn erstens ist der Unterschied zwischen Prime (Hard) und Option (Medium) hier größer als in Austin, und zweitens baut der weiche Reifen schneller ab - was im Rennen zu mehr Boxenstopps führen könnte. Es bleibt also spannend!

Fotoquelle: xpbimages.com



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