Button löste am Samstagvormittag Teamkollege Hamilton an der Spitze ab

Formel 1 2012

— 24.11.2012

Abschlusstraining: Wieder nur ein McLaren vor Vettel

Jenson Button sichert sich die Bestzeit im dritten Training in Sao Paulo - Sebastian Vettel (2.) stellt im WM-Trainingsduell gegen Fernando Alonso (8.) auf 3:0



Vor dem prognostizierten Wetterumsturz in Sao Paulo, der unter Umstnden schon heute vor dem Qualifying eintreten knnte, sicherte sich das McLaren-Team im dritten Freien Training zum Grand Prix von Brasilien die dritte Bestzeit dieses Wochenendes. Allerdings war nach zweimal Lewis Hamilton gestern heute Morgen Jenson Button dran.

Bei bewlktem Himmel und daher um 15 Grad Celsius niedrigerer Asphalttemperatur als gestern meldete der Brite gleich zu Beginn der Session am Funk, dass die Strecke ber "erstaunlichen Grip" verfge, und den verstand er in den 60 Minuten dann auch gut zu nutzen. Button gelang mit den weicheren Medium-Reifen die grte Steigerung aller Topfahrer und erzielte in 1:13.188 Minuten die bisher beste Zeit des gesamten Wochenendes.

Interessant: Obwohl McLaren auf den beiden langen Geraden relativ frh in den Drehzahlbegrenzer vorstie, hatten Button und Hamilton mit je 314 km/h den besten Topspeed, gefolgt von Mercedes und Sauber (313 km/h). So kam es dann auch, dass Sebastian Vettel (Red Bull) auf seiner letzten Runde zwar bei der zweiten Zwischenzeit 0,037 Sekunden Vorsprung hatte, im schnellen letzten Sektor aber noch rund eine Zehntelsekunde einbte.

Red Bull im dritten Sektor unterlegen

Dieses Manko im dritten Sektor zog sich wie ein roter Faden durch die Session, aber ansonsten luft fr den mglicherweise bald dreifachen Weltmeister bis auf einen Mini-Ausritt im Senna-S weiterhin alles wie am Schnrchen - sogar Teamkollege Mark Webber (+0,197) zeigte als Dritter, dass er im Titelkampf unter Umstnden ein starker Helfer sein kann. Hamilton wurde hinter Button und den beiden Red Bulls Dritter, diesmal mit 0,201 Sekunden Rckstand.

Whrend Vettel 21 Runden drehte, begngte sich WM-Rivale Fernando Alonso mit deren 15. Der Spanier bte mit Teamkollege Felipe Massa (10./+0,524) im Schlepptau Windschattenfahren bei Start und Ziel, wobei man davon ausgehen darf, dass Ferrari die Reihenfolge im Qualifying umdrehen wird, sollte das Experiment dort fortgefhrt werden. Viel gebracht hat es freilich ohnehin nicht: Alonso fehlten auf P8 0,503 Sekunden auf die Bestzeit.

Dafr nutzte er das Abschlusstraining wieder fr Psychospielchen, etwa als er noch mit Sonnenbrille an der Box sa, whrend Vettel schon fleiig testete, oder als er hinter seinem deutschen Konkurrenten auf die Strecke ging, aber vor ihm an die Box zurckkehrte. Trotzdem fehlt es Ferrari an Speed, zumindest auf trockener Fahrbahn. "Ich glaube brigens, dass wir ein bisschen zu viel Frontflgel haben", funkte Massa am Ende der Session.

Feld wieder ganz eng beisammen

15 Autos lagen innerhalb von 1,159 Sekunden, und eigentlich htten es sogar 16 sein mssen, denn fr Kimi Rikknen war die Session wegen eines kapitalen Motorschadens schon nach drei Runden beendet. Der Finne schaute sich die Session von der Gegengerade aus an, ehe er nach einer knappen Dreiviertelstunde endlich von einem Strecken-Mercedes abgeholt wurde. Der Motor war ber Nacht neu eingebaut worden, fr das Qualifying gibt es aber noch einen neuen.

Besser lief es fr seinen Teamkollegen Romain Grosjean (+0,232), der als Fnfter erster McLaren- und Red-Bull-Jger war, gefolgt berraschenderweise von den beiden Force Indias. Nico Hlkenberg lag nach seinem Run auf weichen Reifen kurzzeitig sogar in Fhrung, wurde dann aber noch um 0,116 Sekunden von Paul di Resta abgefangen. Am Ende belegten die beiden die starken Positionen sechs und sieben, noch vor Alonso.

Beinahe-Kollision zwischen Senna und Schumacher

Pastor Maldonado (+0,512) wurde Neunter, fr eine Schrecksekunde sorgte aber sein Teamkollege Bruno Senna (11./+0,760) : Erst rutschte er ausgerechnet im nach seinem Onkel benannten Senna-S von der Strecke, dann passierte ihm in der Juncao-Kurve vor Start und Ziel ein Ausritt. Senna rutschte unkontrolliert in Richtung Fahrbahn zurck, geriet ins Schleudern - und wre beinahe mit Michael Schumacher (15./Mercedes) kollidiert, der gerade noch ausweichen konnte.

Im Bereich, der heute Nachmittag in Q2 ausscheiden wrde, nisteten sich wie so oft Williams, Mercedes, Sauber und Force India ein, gefolgt von Caterham, Marussia und HRT. Fr Timo Glock (20./2,575) wird es mglicherweise eine Verwarnung seitens der FIA geben, denn beim Rausfahren aus der Box berfuhr der Marussia-Pilot die weie Linie, als er einem Gegner auswich, der dort gerade einen stehenden Start bte.

Nach dem letzten Freien Training der Formel-1-Saison 2012 geht jetzt vor allem bei Red Bull und Ferrari das groe Pokern los, mit welcher Abstimmung man ins Qualifying gehen soll. Bereits heute Morgen zogen dunkle Wolken auf - eventuell schon in ein paar Stunden, sptestens aber morgen soll es regnen. Das knnte dazu fhren, dass der eine oder andere das Qualifying fr eine bessere Rennabstimmung opfert...

Fotoquelle: McLaren

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